„Aida Mira“: Warum die Jungfernfahrt des Kreuzfahrtschiffs ins Wasser fiel

Im Vordergrund am Kai: Die

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Es war am späten Samstagabend im Hafen von Palma de Mallorca: Kurz nach 23 Uhr zerschellte die Schampusflasche an der Bordwand der „Aida Mira“, des jüngsten Flottenzugangs von Aida Cruises. Die Taufpatin, das Model Franziska Kuppe aus Rostock, wünschten neben der üblichen „Handbreit Wasser unter dem Kiel“: „Du schönes Schiff, mögest du deinen Gästen die Wunder der Welt zeigen und einzigartige Glücksmomente schenken.“ Dann folgte ein 20-minütiges Feuerwerk und die Taufparty mit 1000 Gästen.

Doch statt der angekündigten „Glücksmomente“ kam das böse Erwachen bereits nur wenige Stunden später. Eigentlich sollte am Sonntag das Schiff zu einer viertägigen Kurzreise durch das westliche Mittelmeer mit Stopps in Barcelona und Sète in Südfrankreich auslaufen. Plötzlich meldete sich der Kapitän Manuel Pannzek und verkündete über die Bordlautsprecher, dass die „AidaMira“ zu ihrer Jungfernfahrt nicht ablegen, sondern die nächsten Tage im Hafen von Palma verbleiben wird.

Bei der Durchsage, die schwer zu verstehen gewesen sei, wurde die Absage „mit erforderlichen Restarbeiten begründet“, schreibt User Alexander Mayer auf Twitter. „Ich sage mal so. Es gibt wirklich noch eine Menge zu tun.“

Ein weiterer User äußert sich noch zynischer: „Gestern getauft, alle Gäste an Bord und nun fällt der Reederei spontan auf, dass das Schiff nicht fertig ist und sagt die für heute geplante Jungfernfahrt kurzerhand ab? Ernsthaft jetzt?“

Das Social-Media-Team der Reederei Aida Cruises versuchte die Situation positiv zu drehen: „Alle Veranstaltungen an Bord finden wie geplant statt. Unser Ausflugsteam ist bereits dabei, ab morgen ein attraktives Ausflugsprogramm bereitzustellen.“ Offiziell wurde die Absage mit weiterhin erforderlichen Bauarbeiten an Bord begründet.

Laut Reederei wurde das Schiff vom 30. Oktober bis 28. November 2019 auf der italienischen Werft San Giorgio del Porto in Italien umgebaut. Schlechtes Wetter habe vor allem Arbeiten im Außenbereich verzögert.

Laut „Bild“ traten auch in etlichen Kabinen Probleme auf. „Zum Beispiel gab es in den Duschen nur brühendheißes oder aber eiskaltes Wasser, Minibars waren dreckig, Möbel auf den Balkonen fehlten, Getränkespender in den Restaurants funktionierten nicht, Teile des Außenanstrichs waren nicht komplett.“ Aida Cruises zeigt sich jedoch kulant: Passagiere bekommen den vollen Reisepreis inklusive Fluganreise nach Mallorca erstattet. Wer möchte, kann jedoch an Bord bleiben.

„Aida Mira“, der aufgefrischter Oldtimer

Bei der „Aida Mira“ handelt es sich ein 20 Jahres altes Schiff, das zuvor als „Grand Mistral „für Ibero Cruceros und von 2013 bis Oktober 2019 als „Neo Riviera“ für die Costa-Kreuzfahrten fuhr. Im vergangenen Monat wurde es für 50 Millionen Euro in Genua einer umfangreichen Frischzellenkur unterzogen.

Am Mittwoch soll das Schiff zur Reise wie geplant nach Kapstadt aufbrechen. „In ihrer Premierensaison 2019/2020 nimmt Aida Mira Kurs auf die Wunder im südlichen Afrika. Start- und Zielhafen der 14-tägigen Route ist Kapstadt. Weitere Häfen sind Durban, East London und Lüderitz am Rande der Namib-Wüste“, heißt es in einer Presserklärung.

Kreuzfahrtschiff erreicht Taufhafen:

Für die in Rostock beheimatete Reederei war es nicht der erste Flop bei einer Jungfernreise. Noch harmlos war vor einem Jahr die Absage der Vorpremierenfahrten wegen eines Feuers an Bord der noch am Ausrüstungskai liegenden „Aida Nova“.

Viel gravierender waren die Rückschläge beim Bau der „Aida Prima“ auf der Mitsubishi-Werft in Japan: Beim Bau und der Erprobung kam es zweimal zu Terminverschiebungen und Absagen der Premierenfahrten. Die Ablieferung der „Aida Prima“ an die Reederei Aida Cruises erfolgte mit fast eineinhalbjähriger Verspätung.

Quellen: „Kieler Nachrichten“, bild.de, Aida Cruises

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