Airbus: Fahrwerk bohrt sich bei Notlandung durch den Kabinenboden

Ein Flugzeug der russischen Charterfluggesellschaft Nordwind Airlines (Symbolfoto)  ©Till Bartels

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Die Landung eines Airbus der russischen Fluggesellschaft Nordwind verlief dramatisch. Mehrere Web-Portale berichten, dass der aus Moskau kommenden Jet am vergangenen Freitag so hart auf der Landebahn 36C des Flughafens Antalya aufsetzte, dass sich das Bugfahrwerk durch den Kabinenboden gleich hinter dem Cockpit bohrte.

Der „Aviation Herald“ spricht von Kräften im Bereich von 2,65G. Das sind Werte, die das zulässige Belastungslimit des Fahrwerks um ein Mehrfaches überschreiten. Im Moment der Landung sollen starke Schwerwinde – tückische Seitenwinde – geherrscht haben. Die Crew bremste den Airbus A321-200 nicht ab, betätigte auch keine Schubumkehr, sondern leitete sofort ein Durchstartmanöver ein.

Dann häuften sich binnen kurzem die Probleme dermaßen, dass die Piloten zum Tower des Flughafens von Antalya „Mayday“ funkten – sie erklärten eine Luftnotlage. Die Instrumente lieferten nur noch ungenaue Höhen- und Navigationsangaben. Außerdem entwickelte sich Rauch im Cockpit, die ein Aufsetzen der Atemmasken erforderlich machten.

Crew funkt ein weiteres Mal „Mayday“

Nach einer Platzrunde überflog der Airbus den Flughafen in geringer Höhe, damit sich die Tower-Besatzung ein Bild von den äußeren Schäden am Flugzeug machen konnten. Beim erneuten Steigflug versagten dann zwei Haupt-Hydrauliksysteme ihren Dienst. Ein weiters Mal erklärte die Cockpit-Besatzung „Mayday“.

Beim dritten Versuch gelang es der Crew, den beschädigten Airbus auf der Piste 36C zu landen. Jedoch konnten sie nicht mehr aus eigener Kraft die Bahn verlassen und über einen Taxiway zum Gate rollen.

Am Boden wurde das ganze Ausmaß der Beschädigungen sichtbar: Die von Airporthaber.com veröffentlichten Fotos zeigen nicht nur die geplatzten Doppelreifen, sondern auch die gestauchte Unterseite des Rumpfes im Bugteil des Airbus mit der Kennung VQ-BRS.

Auf einem weiteren Foto ist der aufplatzte Kabinenboden zwischen Cockpit und Passagierbereich zu sehen: Dort hat sich der obere Teil des Fahrwerks durch die Wucht bei der Landung bis in den Innenraum geschoben.

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Die Crew hatte allerdings auch Glück im Unglück: Niemand kam bei der missglückten Landung zu Schaden. Es waren auch keine Passagiere an Bord, alle 220 Plätze waren nicht besetzt. Bei dem Flug mit dem Kürzel N4-1801 handelte es ich um einen Leerflug vom Moskauer Flughafen Sheremetyevo nach Antalya, der russische Urlauber abholen sollte.

Seit dem Zwischenfall steht der Jet in der Türkei am Boden. Ob das erst knapp zwei Jahre alte Flugzeug repariert werden kann oder wegen der strukturellen Verformungen abgeschrieben werden muss, dürften die Untersuchungen von Experten ergeben.

Quellen: airporthaber.com und avherald.com

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