Auswärtiges Amt rät von Reisen in Iran und Irak ab

Iran: Das Auswärtige Amt rät davon ab, Fotos oder Videos von öffentlichen Gebäuden im Iran zu machen. (Quelle: ZUMA Press/imago images)

Teilen ist Kümmern!

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran spitzt sich mit der Tötung eines der ranghöchsten iranischen Generäle gefährlich zu. Auch für Touristen und im Iran und Irak lebende Deutsche wird es gefährlicher. 

Der Kommandeur der iranischen Al-Kuds-Brigaden, Ghassem Soleimani, kam bei einem US-Raketenangriff nahe dem Flughafen der irakischen Hauptstadt Bagdad ums Leben. Die USA übernahmen daraufhin die Verantwortung – der Angriff sei auf Anweisung von US-Präsident Donald Trump erfolgt, um weitere Angriffe auf US-Kräfte zu verhindern. Der Angriff verschärft die Sicherheitslage auch für Touristen im Iran und Irak.

Reisehinweise für den Iran

Das Auswärtige Amt rät ohnehin vor Reisen in den Iran ab – besonders gefährlich sind die Provinzen Kerman und Sistan-Belutschistan sowie die Grenzgebiete zu Pakistan und Afghanistan. Auch von Reisen in die kurdischen Gebiete im Nordwesten des Irans sowie die Grenzgebiete zur Türkei und zum Irak wird abgeraten.

In Zusammenhang mit dem Tod des iranischen Generals Soleimani und der angeordneten dreitägigen nationalen Trauer könne es zudem möglicherweise zu eskalierenden Demonstrationen und Kundgebungen in iranischen Städten kommen. Demonstrationen und größere Menschenansammlungen sollten weiträumig vermieden werden, teilt das Außenministerium mit. Film- oder Tonaufnahmen von Protesten oder öffentlichen Gebäuden sollten nicht gemacht werden, da diese als Spionagetätigkeit gewertet werden könnten.

Sollten Sie dennoch in den Iran reisen, sollten Sie generell einige besonders wichtige Hinweise beachten:

  • Seien Sie besonders vorsichtig.
  • Machen Sie keine Film- oder Tonaufnahmen von Demonstrationen und dem Umfeld, von Polizisten/Sicherheitskräften und öffentlichen Gebäuden.
  • Äußern Sie Ihre politische Meinung nicht vor Ihnen Unbekannten und neuen Bekannten.
  • Verfolgen Sie während Ihres Aufenthalts die aktuelle politische Lage.
  • Informieren Sie sich über die lokalen Medien oder in Ihrer Unterkunft über aktuelle Entwicklungen.
  • Meiden Sie Demonstrationen und größere Menschenansammlungen weiträumig.
  • Folgen Sie den Anweisungen lokaler Sicherheitskräfte.
  • Vermeiden Sie selbstständige Boots- oder Schiffsfahrten in der Straße von Hormuz aufgrund der politisch sehr sensiblen Lage.

Eine offizielle Reisewarnung für den Iran gibt es derzeit noch nicht. Die Lage werde jedoch beobachtet, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes auf t-online.de-Anfrage. Sobald es die Situation erfordere, werde eine Reisewarnung veröffentlicht. „Der Fokus des Auswärtigen Amtes liegt darauf, die Sicherheitssituation eines Landes ausführlich darzustellen. Die Sicherheit der deutschen Staatsangehörigen steht dabei absolut im Vordergrund.“

Reisehinweise für den Irak

Generell warnt das Auswärtige Amt vor Reisen in den Irak mit Ausnahme der Region Kurdistan-Irak – auch in dieser Region wird jedoch von nicht erforderlichen Reisen abgeraten.

Bereits seit Oktober 2019 kommt es immer wieder zu Demonstrationen und gewalttätigen Auseinandersetzungen in Bagdad und anderen größeren Städten. Die Folge waren unter anderem Ausgangssperren und die Abschaltung des Internets sowie die Sperrung sozialer Medien.

Wer dennoch in den Irak reist, sollte generell diese Hinweise beachten:

  • Meiden Sie unbedingt Demonstrationen und Menschenansammlungen.
  • Meiden Sie unbedingt Grenzgebiete, insbesondere zu Syrien.
  • Befolgen Sie die Anweisungen von Sicherheitskräften.
  • Reisen Sie nur mit einem tragfähigen, professionellen Sicherheitskonzept.
  • Meiden Sie Bewegungen nach Einbruch der Dunkelheit.
  • Meiden Sie grundsätzlich eine eigene Teilnahme am Straßenverkehr, insbesondere bei Dunkelheit.

Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.