Automarkt-Experte: Trumps Zollpolitik kostet Autohersteller 700 Milliarden Euro


Schäden bis 2024 prognostiziert: Automarkt-Experte: Trumps Zollpolitik kostet Autohersteller 700 Milliarden Euro

Laut Prognosen des Auto-Experten Ferdinand Dudenhöffer sind die Schäden des Handelskrieges der USA immens und treffen Autohersteller in gewaltigem Ausmaß. Allerdings tun sie es vor allem dort, wo sie das nach den US-Plänen auch sollen – nämlich in China.

Die Automobilindustrie schlittert gerade in die vielleicht größte Krise ihrer Geschichte. Milliardenschwere Investitionen für Elektromobilität und autonomes Fahren müssen geschultert werden. Besonders in Europa führt der Weg zur Elektromobilität auch dank der weltweit schärfsten CO2-Grenzwerte zu einem kompletten Umbau der Produktpalette – bezahlbare Kleinwagen könnte es schon bald kaum noch geben . Die in Deutschland geplante Verkehrswende, die den Individualverkehr reduzieren und verteuern soll, setzt Autoherstellern ebenfalls zu. Doch über all dem schwebt ein noch massiveres Damoklesschwert: der Zollkrieg der US-Regierung.

Zollkrieg der US-Regierung soll vor allem China zusetzen

Nach Prognosen des Center Automotive Research (CAR) sind die zu erwartenden Schäden durch den anhaltenden Handelskrieg erheblich. „Nach unseren Berechnungen werden allein im weltweiten Automarkt in den Jahren 2018 bis 2024 kumuliert Umsatzeinbrüche von mehr 35 Millionen Fahrzeugen (Pkw) und 700 Milliarden Euro zu verkraften sein. Das ist doppelt so hoch wie die Ausgaben des Bundeshaushaltes der Bundesrepublik Deutschland des Jahres 2018“, sagt CAR-Direktor Professor Ferdinand Dudenhöffer.

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Die Rechnung sei „äußerst konservativ“, da nur mit einer jährlichen weltweiten Wachstumsrate bei der roten Kurve (Prognose ohne den Einfluss der Zollpolitik der US-Regierung) von 0,5 Prozent gerechnet worden sei. So habe etwa zwischen 2010 und 2017 das weltweite Automarkt-Wachstum 4,5 Prozent betragen, wesentlich getrieben durch die Wirtschaftsmacht Chinas. Als Durchschnittspreis der PKW habe man 20.000 Euro zugrundegelegt.

Allerdings geht Donald Trumps Wirtschafts- und Handels-Strategie, vor allem China zu treffen, offenbar zunächst durchaus auf; wobei Deutschland die Kollateralschäden davonträgt: „Gut 80 Prozent der Verluste fallen in China an. Damit schädigt die USA mit ihren Zollkriegen die chinesische Autoindustrie in hohem Maße. Da für die deutsche Autoindustrie der Markt China Schlüsselmarkt ist, wird die deutsche Autoindustrie erheblich durch die US-Zollpolitik geschädigt“, so Dudenhöffer.

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Engere Zusammenarbeit mit China?

Die USA schädigt seiner Ansicht nach deshalb indirekt die deutsche Autoindustrie. „Zusätzlich liegen Märkte wie Iran, die sich sehr vielversprechend entwickelten, durch die irrationale Sanktionspolitik des US-Präsidenten am Boden. Gerade im Nutzfahrzeug-Markt hätten deutsche Autobauer und Zulieferer deutlich profitiert“, glaubt der Automarkt-Experte. Er empfiehlt Autoherstellern eine strategische Abwägung: „Der Schaden, den die Zollkriege der USA für die deutsche Autoindustrie verursachen, erscheinen deutlich höher als die Risiken der Zusammenarbeit mit China.“

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