Avicii: Klub 28: Das ist sein Erbe



Mit 30 Jahren fängt bei so manchem das Leben eigentlich erst richtig an. Tim Bergling alias Avicii (1989-2018) jedoch wird es nie vergönnt sein, dieses Jubiläum zu feiern: Er wurde am 20. April 2018 in einem Anwesen der omanischen Königsfamilie tot aufgefunden – mit nur 28 Jahren endete sein Leben. Der junge Elektro-Star begeisterte mit seinen Hits wie „Levels“ (2011), „Wake Me Up“ (2013) und „Hey Brother“ (2013) die Massen. Nach einem Statement seiner Familie ist von einem Suizid auszugehen. Bergling galt trotz seines immensen Erfolges im Privaten als sensibler junger Mann, den die Wucht seines Erfolges überrollte.

Ein Multitalent – der auch Konsequenzen zog

Avicii war nicht nur ein klassischer DJ, sondern ein herausragender Live-Act, ein begnadeter Komponist, Songwriter und Musikproduzent. Dieses volle Pensum über Jahre hinweg abzuliefern, schlug sich jedoch auf seinen psychischen und physischen Zustand nieder. Tim Bergling zog sich deswegen bereits 2016 nach dem Ultra Festival Ende Februar von einem Leben im Rausch der Neonröhren zurück – um im Hintergrund weiter zu produzieren.

Album aus dem Jenseits

Bereits im Jahr darauf veröffentlichte er die EP „Avicii“. Die Single-Auskopplung „Without You“ landete wieder in mehreren Ländern in den oberen Regionen der Charts. Auch wenn Avicii inzwischen nicht mehr lebt, finden sich teilweise aktuell immer noch Tracks von oder mit ihm in den Charts, wie derzeit zum Beispiel „SOS“.

Material für weitere posthume Produktionen gibt es angeblich genug: Laut der schwedischen Zeitung „Aftonbladet“ sollen mehr als 200 unveröffentlichte Demos, Tonfragmente und verworfene Songs existieren. Aus 12 fast fertigen Tracks wurde bereits Anfang Juni dieses Jahres das Album „Tim“ veröffentlicht. „Geffen“-Chef Neil Jacobson sagte kurz nach Berglings Tod der „Variety“: „Ehrlich gesagt ist das die beste Musik von Avicii seit Jahren. Ich kann das beurteilen, ich habe all seine Alben betreut.“

Tribute-Konzert zu Ehren Aviciis

„Wir waren Freunde. Sein Tod hat mich, wie viele andere in meinem Umfeld auch, sehr zum Nachdenken gebracht“, sagte sein französischer Kollege David Guetta (51) in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“. Viele Größen der Branche wollen ihren Freund und Kollegen deswegen noch in diesem Jahr auf einem Tribute-Konzert ehren. Für das Event am 5. Dezember in Stockholm haben sich neben Guetta 20 internationale Größen wie Kygo (27) und Rita Ora (28) angekündigt. Außerdem soll mit einer Band aus insgesamt 30 Musikern ein zweistündiges Set aus Aviciis Songs auf die Bühne gebracht werden.

Auch Aviciis Familie hat ihren Anteil an dem Tribute-Konzert. Nach dem Tod seines Sohnes, gründete dessen Vater Klas Bergling die Tim Bergling Foundation – eine Stiftung, die Geld für Betroffene mit psychischen Problemen sammelt und dabei den Fokus auf Suizid-Prävention setzt. Alle Erlöse des Konzertes fließen direkt in seine Stiftung. Wie Aviciis Vater „Variety“ erklärte, werde damit auch noch ein großer Wunsch wahr, den er nicht mehr verwirklichen konnte. „Tim hatte Pläne, seine Musik zusammen mit einer großen Live-Band zu performen. Jetzt realisieren wir seinen Traum.“



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