Brennstoffzellenauto: Der Mercedes GLC F-Cell – das SUV für das gute Gewissen


Wer ein Elektroauto fährt, findet leicht Kontakt. Schön leise sei das Fahrzeug, befindet der Passant in Hamburg. Es ist ein Brennstoffzellenauto. Klingt ein wenig wie ein Ufo, ist aber allemal leiser als ein Verbrennerfahrzeug. „Kein Benzin?“, fragt der Passant. „Nein, Wasserstoff.“„Ah, Wasserstoff. Also kein Benzin?“

Er ist an diesem Tag schon der zweite, der uns auf das Auto anspricht: den Mercedes GLC F-Cell. Neben dem Toyota Mirai und dem Hyundai Nexo ist er derzeit der einzige Brennstoffzellen-Pkw auf dem Markt – und der einzige Plugin-Hybrid mit Brennstoffzelle. Das bedeutet, das Auto hat nicht nur eine Brennstoffzelle, sondern auch einen Akku, der sich an einer Ladesäule oder der Steckdose laden lässt. Mit dieser Kombination sollte das Fahrzeug alltags- und auch langstreckentauglich sein.

Vorteil des Brennstoffzellenfahrzeuges ist, dass es so schnell betankt werden kann wie ein beliebiges Fahrzeug mit Verbrennungsantrieb. Getankt wird Wasserstoff. In der Brennstoffzelle mit einer Protonen-Austausch-Membran (Proton Exchange Membrane Fuel Cell, PEMFC) reagiert der Wasserstoff mit dem Sauerstoff der Luft. Der Wasserstoff wird auf der Anoden-Seite in Protonen und Elektronen gespalten. Die Protonen wandern von der Anoden-Seite durch die Membran zur Kathoden-Seite, zum Sauerstoff. Die Elektronen nehmen einen anderen den Weg, wodurch Strom fließt, mit dem der Motor betrieben oder der Akku geladen wird. Als Abgas der Reaktion entsteht Wasserdampf.

Das Auto hat zudem einen Akku mit einer Kapazität von knapp 14 Kilowattstunden, der eine Reichweite von rund 30 Kilometern ermöglicht. Er kann – schließlich ist das Auto ein Plugin-Hybrid – an der Steckdose oder einer Ladesäule geladen werden. Der Anschluss, ein Typ-2-Stecker, ist hinter der Stoßstange auf der Beifahrerseite untergebracht. Geladen wird mit höchstens 7,2 Kilowatt. Bei dieser Leistung dauert es etwa anderthalb Stunden, den Akku voll zu laden.

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Der erste Eindruck von dem Auto: Es ist groß, ein typisches Sports Utility Vehicle (SUV): über 4,60 Meter lang, knapp 1,90 Meter breit und gut 2,1 Tonnen schwer. Der deutsche Automobilkonzern Daimler hatte es 2017 vorgestellt. Es basiert wie das Elektroauto EQC auf der X-253- oder GLC-Baureihe. Daimler verfolgt die Strategie, bestehende Modelle mit alternativen Antriebssträngen anzubieten, weil dadurch bestehende Montagelinien genutzt werden können. Der Brennstoffzellenantrieb ist inzwischen so klein geworden, dass er in den normalen Motorraum passt. Er ist an den gleichen Aufhängungspunkten wie der Verbrennungsmotor befestigt.

SUV-typisch wird nach oben eingestiegen, der Fahrer blickt von oben auf die Straße. Etwas ungewöhnlich für jemanden, der diese Perspektive nicht gewohnt ist. Aber sie könnte einer der Gründe sein, weshalb sich Fahrzeuge dieser Klasse wachsender Beliebtheit erfreuen. Etwas unübersichtlich ist es von der hohen Warte aber doch, weshalb Daimler das Auto mit diversen Kameras ausgestattet hat. Die zeigen die Umgebung aus verschiedenen Blickwinkeln sowie in einer montierten Ansicht das Auto aus der Vogelperspektive. Mit diesen Hilfsmitteln lässt sich das Auto gut aus einer Parklücke oder einer unübersichtlichen Einfahrt manövrieren.

Der Mercedes GLC F-Cell… (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Was beim Einschalten – Mercedes nutzt die traditionellen Begriffe Zündung oder Gaspedal – als erstes auffällt: Anders als ein Elektroauto mit Akku, das komplett leise ist, klingt das Brennstoffzellenauto im ersten Moment wie ein Ufo. Grund ist ein hoch drehender elektrischer Turbolader, der Luft aus der Umgebung für die Brennstoffzelle ansaugt. Der Wasserstofftank ist voll, 270 Kilometer Reichweite steht neben der Tankanzeige im linken Rundinstrument. Der Akku ist halb voll, was laut Anzeige etwa 17 Kilometern entspricht. Was ein wenig verwirrt: Eine andere Anzeige zwischen den beiden Rundinstrumenten gibt die Reichweite mit vollem Wasserstofftank mit 305 Kilometern an.

Egal – erst einmal ab auf die Straße!



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