BVB: Titelkandidat in der Bundesliga? Borussia Dortmund muss drei Dinge ändern

Borussia Dortmund taumelt: BVB muss drei Dinge ändern, um in der Bundesliga ein Titelkandidat zu bleiben

Von einigen Experten und Fans zum Titelkandidaten Nummer eins erkoren, ging Borussia Dortmund in die neue Saison. Doch so richtig rund läuft’s beim BVB nicht. Drei kritische Faktoren müssen nun rasch angegangen werden.

Seit 2013 stemmte der FC Bayern sieben Mal in Folge die Meisterschale in die Höhe. Mit dem frühzeitigen BVB-Großangriff auf dem Transfermarkt und dem zugleich schleppend verlaufenden Umbruch in München sahen viele Borussia Dortmund vor Saisonbeginn mindestens auf Augenhöhe mit dem Liga-Krösus, genährt wurde der Eindruck durch den schwarz-gelben Erfolg im direkten Duell um den Supercup Anfang August.

Dieses Bild hat sich nach eineinhalb Monaten und fünf Spieltagen in der Bundesliga relativiert. Der FC Bayern und RB Leipzig haben sich in der Riege der Titelaspiranten vor die Borussia geschoben. Eine Meisterschaft wurde noch nie nach fünf Spieltagen entschieden und ein Platz in den Top drei ist nur schwer als Fehlstart zu betiteln, doch es ist die Art und Weise, die mit Blick auf die restliche Borussia-Spielzeit Sorge bereitet.

 

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An der Qualität des Kaders gibt es kaum Zweifel, für eine Investition von rund 100 Millionen Euro hat sich Borussia Dortmund bemerkenswert verstärkt. Wo aber liegen die Probleme des BVB? Drei Dinge muss Dortmund jetzt ändern, um in der Bundesliga ein Titelkandidat zu bleiben.

1. Stichwort Mentalität: BVB muss Selbstgefälligkeit ablegen

Auffällig ist, dass der BVB bei großen Gegnern als Macht auftritt und die Muskeln spielen lässt. Im Supercup besiegte man den FC Bayern, in der Liga schoss man Bayer Leverkusen mit 4:0 ab und in der Champions League verhinderte lediglich ein verschossener Elfmeter einen verdienten Sieg gegen den FC Barcelona. Doch bei kleineren Gegnern kommt der BVB-Express nicht ins Rollen. In Köln, bei Union Berlin (beides Aufsteiger) und phasenweise auch in Frankfurt versprüht die Mannschaft von Trainer Lucien Favre das Gefühl, dass man sich seiner technischen und fußballerischen Überlegenheit bewusst wäre – zu bewusst.

Gegen diese kleinen Mannschaften aber, für die es große Spiele sind, die 100 Prozent geben und manchmal sogar noch etwas mehr, kann jede Art von Selbstgefälligkeit und „Laissez-faire“-Haltung gefährlich werden. In Köln lag man bis zur 70. Minute zurück, ehe man die Partie doch noch mit Mühe und Not drehen konnte. In Berlin konnte man nach dem zweiten Rückstand nicht mehr zurückkommen. In Frankfurt bestimmte man nur etwa 30 Minuten das Geschehen und verfiel in selbstgefällige Lethargie. Sportchef Michael Zorc stellte knallhart fest: „So spielt keine Spitzenmannschaft.“

Es scheint, als habe sich die Mannschaft zu sehr von den Lobeshymnen und Vorschusslorbeeren zu Beginn der Saison beeindrucken, ja fast einlullen lassen. Da stellt sich automatisch die Mentalitätsfrage, auch wenn Kapitän Marco Reus diese nicht mehr hören kann, wie er mit seiner Aussage im „Sky“-Interview bewies. Gegen kleine Gegner werden in der Liga die notwendigen Punkte geholt, wenn man die Schale haben möchte – das muss Dortmund verinnerlichen.

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2. BVB-Kapitän Reus muss endlich als Führungsspieler agieren

Marco Reus selbst trägt derzeit seinen Teil dazu bei, dass der BVB nicht in die Gänge kommt und einer Wundertüte gleicht. Seit Sommer 2018 ist er Kapitän von Borussia Dortmund und  spielte mit der Binde am Arm direkt seine beste Saison (17 Tore, 11 Vorlagen). Das Problem: Ein echter Anführer ist er nicht, ein Lautsprecher schon gar nicht. Starke Leistungen auf dem Rasen reichen nicht, um eine Mannschaft zu führen. Reus erinnert in dieser Angelegenheit ein wenig an Toni Kroos.

Doch auch leistungsmäßig taucht Reus derzeit zu oft unter – übrigens auch in der Nationalmannschaft. In besagten Liga-Partien überzeugte er im BVB-Trikot kaum, führte das Team nicht an, riss es nicht mit. Genau der 30-Jährige ist es aber, der unbedingten Siegeswillen ausstrahlen sollte, schließlich will er endlich seinen zweiten Titel nach dem DFB-Pokalsieg 2017 erringen. Mats Hummels, Axel Witsel oder gar Thomas Delaney erwecken derzeit mehr den Eindruck, die Kollegen pushen zu können.

Eine Absetzung von Marco Reus als Kapitän steht allerdings nicht zur Diskussion. „Marco Reus ist und bleibt selbstverständlich unser Mannschaftskapitän“, so Sportchef Michael Zorc zur „Bild“. „Er muss in dieser Situation genau wie die anderen erfahrenen Spieler im Team Führungsstärke zeigen. Und ich bin sicher: Das wird er tun.“ Er muss es auch.

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3. BVB muss auch auswärts mit breiter Brust spielen

Jede Mannschaft hat Respekt vor Auswärtsspielen bei Borussia Dortmund, in denen über 80.000 Zuschauer Deutschlands größte Bundesliga-Arena in einen Hexenkessel verwandeln und alleine 25.000 Menschen den BVB von der Südtribüne aus nach vorne treiben. Auswärts aber scheint Dortmund dieser Antrieb zu fehlen.

Die Zielstrebigkeit und Souveränität eines Titelaspiranten ist zu selten erkennbar, eine knappe Führung scheint den Akteuren oft zu reichen. Anstatt auf eine deutlichere Führung zu drängen, dem Gegner keinen Raum für Hoffnung zu geben, zieht sich die Favre-Truppe zu oft zurück. „Wir ziehen es nicht bis zum Ende durch“, erkannte nach dem Remis in Frankfurt auch Marco Reus. Die Westfalen müssen auch auswärts eine Macht werden und konstant punkten.

Die Gegner von Borussia Dortmund in den kommenden zehn Pflichtspielen heißen Bremen (H), Slavia Prag (A, CL), Freiburg (A), Mönchengladbach (H), Inter Mailand (A, CL), Schalke (A), Mönchengladbach (H, Pokal), Wolfsburg (H), Inter (H, CL) und FC Bayern (A). In diesen muss der BVB die Weichen für die restliche Saison stellen.

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fwe

 

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