Clearview AI: diese App weiß wer Ihr seid

[ad_1]Wir wollen hier ja keine Weltuntergangs-Theoretiker aufschrecken, aber Big Brother is watching you. Strippenzieher ist das amerikanische Start-Up Clearview AI, das mithilfe von künstlicher Intelligenz Menschen auf normalen Fotos oder Videos identifiziert. Dabei erkennt die FBI-Anwendung nicht nur Euren vollständigen Namen, sondern ebenfalls Eure E-Mail- und Postadressen. 

Es hat ein wenig was von einer Black Mirror Folge oder einem guten Thriller. Gestern enthüllte die New York Times die amerikanische Firma Clearview AI, die über eine Datenbank mit nicht weniger als 3 Milliarden Fotos (zum größten Teil aus sozialen Netzwerken wie Facebook und YouTube) verfügte. Eine Firma, die eine Anwendung zur Gesichtserkennung entwickelt hatte, die es in dieser Weise noch keine zweite gibt. Diese Nachricht ist schon so erschreckend genug und sollte in uns die Frage aufkommen lassen, wie wir soziale Netzwerke in Zukunft nutzen sollten. Außerdem stellt sich doch die Frage, wie Betreiber wie Facebook und YouTube auf solche Eingriffe reagieren.

Es ist eben doch, wie in einem guten Thriller: Clearview AI hat etwas entwickelt, was uns allen Angst machen kann. Das Unternehmen hat eine Anwendung entwickelt, die wie eine Suchmaschine funktioniert. Der Unterschied ist nur, dass Ihr für die Nutzung nur noch die passenden Fotos braucht. Per Drag & Drop zieht Ihr das Bild der gesuchten Person in die Suchmaschine und schon werden Euch mehrere Bilder samt Webseiten-Links angezeigt, auf der die gesuchte Person ist.

Bisher nur von Sicherheitsprofis benutzt und jetzt?

Um hier nicht gleich heilloses Durcheinander hervorzurufen, möchte ich hier eines festhalten: Clearview AI arbeitet bisher nicht für die Öffentlichkeit. Das Unternehmen ist noch sehr diskret, sodass die Anwendung bisher nur professionell genutzt wird (im Sicherheitsbereich). Zu den angeblichen Nutzern zählen bis zu 600 Unternehmen und Polizeikräfte, die sich hauptsächlich auf die Vereinigten Staaten und Kanada verteilen.

Vielleicht wird es in nicht all zu ferner Zeit schon ausreichen, von jemanden ein Foto zu machen, um durch die App sofort an die persönlichen Daten zu gelangen. Momentan ist das sicher noch sowas wie eine Science-Fiction-Geschichte, aber die Idee ist gut. Für viele Firmen so gut, dass sie sie ja vielleicht auch als Werkzeug umsetzen werden.

Clearview AI dringt in die Privatsphäre ein

Clearview AI hat seinen Sitz in London und wurde von dem Australier Hoan Ton-That und Richard Schwartz gegründet. Letzterer der beiden ist der ehemalige Mitarbeiter des früheren Bürgermeisters von New York City (NYC). Glück hatten die beiden Gründer dadurch, dass ihre Anwendungsidee den berühmten Investor Peter Thiel in den Bann zog, der das Unternehmen in der Umsetzung unterstützte. Interessanterweise stellte die New York Times bei ihrer Analyse der Programmiersprache fest, dass Clearview AI sogar eine Augmented-Reality-Brille herausbringen könnte.

Wäre diese Brille erst einmal auf dem Markt, wäre es ein leichtes, jeden Menschen quasi bis auf seine Daten-Hose auszuziehen. Alleine ein einfacher Spaziergang durch die Stadt würde ein Dutzend Daten über die unterschiedlichsten Menschen preisgeben und tief in ihre Privatsphäre eindringen. Leider endet hier das Szenario noch nicht. Denn wie jede andere App auch, wird auch diese nicht von Fehlern verschont bleiben und Cybercriminalität eine ganz neue Tür öffnen. Von weiteren Missbräuchen, wie gezielter Verfolgung von bestimmten Gruppen, ganz zu schweigen.

Folgt man der New York Times, dann wurde hiermit eine Grenze überschritten. Und wahrscheinlich hat sie Recht damit. Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die Gründer ihre Erfindung niemals in die Öffentlichkeit bringen, sicher sind wir nicht. Denn es gibt andere Entwickler, die ähnliche Anwendungen entwickeln und verbreiten können. Und das finde ich, ehrlich gesagt, erschreckend.

Es ist doch die Frage, wie es um unsere Freiheit und unsere Zukunft steht, wenn solche Geräte im Umlauf sind. Mir macht es jedenfalls Sorgen, dass wir in diesem Fall jedem Menschen ausgeliefert sind. Und was denkt Ihr darüber? Würdet Ihr eine solche App einmal ausprobieren wollen?[ad_2]

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