Coronavirus: Ansteckung, Symptome, Impfung

Ein Coronavirus unter dem Mikroskop (Archiv) © Center for Disease Control/epa/dpa
Das Coronavirus, das in Wuhan in China erstmals nachgewiesen wurde, breitet sich aus. Grund, in Panik zu verfallen? Noch nicht. Die wichtigsten Fakten.

Das neuartige Coronavirus war im Dezember 2019 in der chinesischen Metropole Wuhan ausgebrochen. Inzwischen wurde das Virus, das Erkältungssymptome und eine Lungenerkrankung auslösen kann, außer an weiteren Orten in China auch in Japan, Thailand, Malysia, Singapur, Korea, Nepal, Australien, den USA und in Kanada nachgewiesen. In Frankreich wurden inzwischen drei Menschen positiv auf 2019-nCoV getestet – die ersten bestätigten Fälle in Europa. (Stand: 27. Januar 2020)

Woher kommt das Coronavirus?

Das Virus kommt wahrscheinlich aus der Tierwelt. Als Ausgangspunkt gilt ein Fischmarkt in der Millionenmetropole Wuhan, auf dem auch Wildtiere verkauft wurden. Das Virus wurde möglicherweise erstmals von Giftschlagen auf Menschen übertragen. Andere Forscher gehen von Fledermäusen als Wirte aus. Vielleicht hat der Mensch auch selbst zur Entstehung des Virus beigetragen. Einige Experten schließen nicht aus, dass sich Schlangenviren und Fledermausviren zu 2019-nCoV vermischt haben. Das kann passieren, wenn beide Tierarten nah beieinander gehalten werden – wie zum Beispiel auf einem Handelsmarkt. Zum Jahreswechsel wurde der Markt von den Behörden geschlossen.

Wird das Virus von Mensch zu Mensch übertragen?

Ja, auch die Übertragung des neuen Corona-Virus von Mensch zu Mensch ist möglich. Mehrere Personen haben sich in Krankenhäusern angesteckt. Infiziert wurden Pflegepersonal und Ärzte, die Betroffene medizinisch versorgt hatten.

Welche Symptome gibt es?

Coronaviren verursachen oft harmlose Erkrankungen wie Erkältungen – allerdings gehören auch Erreger gefährlicher Atemwegskrankheiten wie Sars und Mers dazu. Typische Symptome bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus sind Fieber und Husten, Atemnot und Halsschmerzen. In schlimmeren Fällen kommen Nierenversagen und eine Lungenentzündung dazu. Aufgrund der Inkubationszeit merken viele gar nicht, dass sie infiziert sind. Die ersten Symptome zeigen sich erst nach ein paar Tagen.

Ist das neue Coronavirus so gefährlich wie Sars?

Die Erkrankung verläuft deutlich milder als bei einer Infektion mit dem Sars-Erreger. Die meisten Menschen, die daran gestorben sind, hatten allesamt schwere chronische Krankheiten oder waren älter und hatten ein schwaches Immunsystem. Junge und bisher gesunde Menschen konnten immer recht schnell geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Wie wird das Virus behandelt?

Da es sich um einen Virus handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Antivirale Medikamente gegen Grippe wirken ebenfalls nicht. Bei der Behandlung in der Klinik werden Lunge und Organe mit Medikamenten unterstützt sowie Flüssigkeiten gegeben. Den Rest muss das Immunsystem richten.

Gibt es eine Impfung?

Einen Impfstoff gegen das neue Corona-Virus gibt es bisher nicht. Die Entwicklung eines solchen wird nach Einschätzung von Experten mindestens ein Jahr dauern. Forscher arbeiten aber bereits daran. Forscher haben das Genom des Virus bereits sequenziert. Da die Daten schnell veröffentlicht wurden, konnten mehrere Organisationen rund um die Welt breits mit der Arbeit an einem Impfstoff beginnen.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland?

Bisher rechnen Experten noch nicht mit einer weltweiten Pandemie. Es wird jedoch damit gerechnet, dass das Virus aggressiver wird und es einzelne Fälle auch in Deutschland geben wird. Die Krankenhäuser und Kliniken sind bereits sensibilisier – auch in Berlin: In einer Pressemitteilung sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD), die Hauptstadt sei gut vorbereitet. Die Notaufnahmen und Rettungsdienste seien ausführlich informiert. «Berlin verfügt mit dem Institut für Virologie und der Sonderisolierstation an der Charité über eine sehr gute Ausstattung», so Kalayci.

Warnplakate in Tegel und Schönefeld

An den Flughäfen Tegel und Schönefeld wurden inzwischen Warnplakate zum neuen Coronavirus aufgehängt. Sie sind in Deutsch, Englisch und Chinesisch verfasst. Bei einigen Flügen aus China werden außerdem Handzettel verteilt.

Corona-Virus: Ansteckung vorbeugen

Die Senatsverwaltung empfiehlt Reisenden aus der Provinz Hubei in China und Menschen, die Kontakt zu Personen aus dem Risikogebiet hatten und Symtome einer Atemwegserkrankung zeigen, eine Notaufnahme aufzusuchen und sich auf das Virus testen zu lassen. Außerdem gelten die üblichen Hygieneregeln, die ohnehin in der Grippesaison gelten: Oft und gründlich die Hände waschen, Abstand zum Menschen mit Symptomen halten, statt in die Hand in ein Taschentuch oder die Armbeuge niesen, nicht ins Gesicht oder in die Augen fassen und häufig lüften.

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