Coronavirus löst Boom bei Privatjet-Anbietern aus

Die Kabine eines Honda-Jets: Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist die Nachfrage nach Privatjets enorm gestiegen  ©Marina LystsevaPicture Alliance
Die Ausbreitung des Coronavirus hat auf etliche Wirtschaftszweige starke Auswirkungen. Während etwa Apple seine Umsatzprognose für das laufende Quartal aufgrund von nicht mehr erreichbaren Umsatzvolumen zurücknehmen musste, verzeichnen andere Branchen einen regelrechten Boom. Heiß begehrt sind unter anderem Privatjets, wie der britische Sender BBC herausgefunden hat. Demnach verzeichnen die Anbieter von Privatmaschinen und Charterflügen seit dem Ausbruch der Krankheit einen explosiven Anstieg bei den Anfragen.

Das in Singapur ansässige Unternehmen MyJet Asia registrierte laut dem britischen Sender im letzten Monat einen Anstieg um 80 bis 90 Prozent. „Viele Menschen waren zum chinesischen Neujahr verreist und kämpfen nun darum, nach China zurückkehren zu können“, erklärte Logan Ravishkansar, Geschäftsführer von MyJet Asia. Viele würden darum bitten, nach Peking, Shanghai und Hongkong zurückgeflogen zu werden.

Andere Reisende wollen hingegen unbedingt aus China heraus. Das in Großbritannien ansässige Unternehmen PrivateFly berichtet laut BBC von zahlreichen Anfragen privater Personen. Doch auch Regierungsstellen versuchten, Privatmaschinen zu chartern. Ein Vertreter eines südamerikanischen Staates habe etwa versucht, Flüge für Hunderte von Passagieren zu buchen, die aus Wuhan ausgeflogen werden sollten, sagte der Geschäftsführer Adam Twidell.

So viel kostet ein Privatjet

Auch das weltweit operierende Unternehmen VistaJet gab bekannt, dass die Anfragen im letzten Monat um zweistellige Prozentzahlen gestiegen seien. „Wir führen das Wachstum unter anderem darauf zurück, dass Kunden aufgrund der Coronavirus-Ausbreitung einen Privatflug gegenüber einer kommerziellen Option bevorzugen“, erklärte Ian Moore, Chief Commercial Offizier von VistaJet, gegenüber der BBC.

Wie viel ein Privatjet kosten kann, verriet der Anbieter Paramount Business Jets. Ein „sehr leichter Jet“, der zwischen zwei und vier Passagiere aufnehmen könne, koste etwa 2200 Euro pro Stunde. Ein „mittelgroßer“ Jet für acht bis zehn Personen koste ungefähr 5500 Euro pro Stunde.

Besatzungen und Flugzeuge fehlen

Doch auch wenn die Jet-Anbieter offenbar mit Anfragen überschüttet werden, können sie nicht alle annehmen, weil sie entweder die Maschinen oder die Besatzung dafür nicht bekommen. „Viele Firmen wollen ihre Flugzeuge und Besatzungen einfach nicht auf das chinesische Festland schicken“, verriet ein Vertreter von Paramount Business Jets. Abgesehen von dem Risiko für die Besatzungen bestehe auch ein betriebswirtschaftliches Problem: Nach der Rückkehr vom chinesischen Festland müsse das Personal in eine zweiwöchige Quarantäne und würde daher ausfallen.

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Auch der Geschäftsführer von MyJet Asia beklagte, dass seine Firma nicht in der Lage sei, allen Anfragen nachzukommen. „Wir sind massiv darin beschränkt, wohin wir fliegen können. Außerdem lassen uns die Fluggesellschaften trotz des Geldes nicht ihre Flugzeuge chartern, fügte er hinzu.

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