Costa Cordalis ist tot – Schlager-Legende wird nicht beerdigt


Trauer um Schlager-Legende: Costa Cordalis stirbt mit 75 Jahren

Mit dem Partyhit „Anita“ hat sich Costa Cordalis für immer in die Herzen der deutschen Schlagerfans gesungen. Mit 75 Jahren starb der Grieche jetzt auf Mallorca. Schon länger war er gesundheitlich angeschlagen.

„Wir sind alle tieftraurig über den Verlust“, sagte sein Sohn Lucas dem Kölner „Express“. „Mein Vater war ein wunderbarer Mensch, der sich immer für andere eingesetzt hat. Er wollte die Menschen glücklich machen und das ist ihm auch gelungen. Er wird uns allen sehr fehlen.“

Cordalis sei am Dienstagnachmittag im Kreise seiner Familie auf Mallorca verstorben. Der Musiker hatte bereits zuletzt mit schweren gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Ende Februar war Cordalis zusammen mit Lucas bei einem Benefizkonzert zu Ehren des im Herbst 2018 verstorbenen „Goodbye Deutschland“-Stars Jens Büchner in Essen aufgetreten. Dabei soll er Berichten zufolge erschöpft gewirkt haben, sein Körper von Wasser aufgeschwemmt gewesen sein.

Cordalis wird eingeäschert

Laut der „Bild“ musste Cordalis kurz nach dem Konzert wegen eines Schwächeanfalls für acht Wochen in ein Krankenhaus auf Mallorca. Ende März habe er die Privatklinik in einem Rollstuhl verlassen, schreibt die „Bild“. Während der Osterzeit musste er erneut behandelt werden. Zuletzt sei es ihm immer schlechter gegangen. Bis er nun starb.

Eine Beerdigung wird es nicht geben, wie „RTL“ unter Berufung auf Sohn Lucas berichtet. Der verstorbene Schlager-Star soll eingeäschert werden. Die Urne solle anschließend auf Mallorca bleiben.

Costa Cordalis‘ berühmtester Song: Anita

1944 als Konstantinos Kordalis in der mittelgriechischen Region Fthiotida geboren, wagte Cordalis mit gerade einmal 16 Jahren den Sprung nach Frankfurt, wo der Teenager schnell Deutsch lernte. Er studierte Germanistik und Philosophie, ohne aber einen Abschluss zu erlangen. Seine Karriere als Sänger begann 1965 mit einem Cover-Song des Elvis-Hits „Crying in the Chapel“ – auf Deutsch schmachtend: „Du hast ja Tränen in den Augen.“

Der Durchbruch gelang ein Jahrzehnt später mit einer Frauen-Trilogie: „Carolina“ (1973), „Anna Lena“ (1974) und „Anita“ (1976) machten Cordalis auch dank Auftritten in Dieter Thomas Hecks „Hitparade“ und Ilja Richters „Disco“ schnell zur Kultfigur der Schlagerszene. Insgesamt soll Costa Cordalis mehr als zehn Millionen Tonträger verkauft haben. Der braun gebrannte Sänger mit Wohnsitz auf Mallorca machte in seiner langen Karriere aber auch als Dschungelkönig, Buchautor und Familienmensch in einer Doku-Soap von sich Reden.

„Er war erst 75, das ist kein Alter für einen lebenslustigen Menschen wie ihn“, sagte die Schauspielerin Mariella Ahrens zu FOCUS Online. „Wir waren gemeinsam im ersten Dschungelcamp. Auch auf Veranstaltungen habe ich Costa Cordalis immer gerne getroffen. Er war ein so witziger, liebevoller und warmherziger Mensch. Im Dschungel hat er immer vermittelt, wenn es Streit gab, er war sehr harmoniebedürftig – nicht aus Showgründen, sondern aus vollem Herzen. „Das haben ihm die Menschen abgenommen und ihn deshalb zum ersten Dschungelkönig gewählt.“

Schlager-Kollege Mickie Krause erinnert sich auf seiner Facebook-Seite an Cordalis: „Costa war ein sehr angenehmer Mensch mit einem großen Herz! Er hat immer nur das Gute im Menschen gesehen! Auch wenn ich in den letzten Jahren nicht viel mit ihm zu tun hatte, er wirkte mir gegenüber immer väterlich und ehrlich und freundlich! Costa habe ich meinen ersten Mallorcasong „Anita. 98 – ich traf sie irgendwann,allein am Ballermann -Anita“ zu verdanken, für den er mir die Freigabe gab! Danke Costa, Dein großes Herz und Deine Gutmütigkeit werde ich in Erinnerung behalten!“

Mutter von Daniela Katzenberger deutete Cordalis‘ Tod mit Instagram-Post an

 

Daniela Katzenberger: „Der beste Opa der Welt!“

Der Name Cordalis wurde schon lange in einem Atemzug genannt mit anderen Ikonen des Genres wie Roy Black („Ganz in Weiß“) oder Rex Gildo („Fiesta Mexicana“). Überhaupt waren ferne Länder und feurige Fräuleins oft und gerne Thema in den Liedtexten des Sängers, der schon mit sieben Jahren erstmals zur Gitarre griff. Ob in „S.O.S.“, „Shangri-La“ oder „Der Wein von Samos“ – Fernweh, Verlangen und ein bisschen Folklore gehörten zum Cordalis-Stil.

Sein Sohn Lucas (51), ebenfalls Sänger und Musikproduzent, und seine Schwiegertochter, das Doku-Sternchen Daniela Katzenberger (32), halten in Zeitungen und über soziale Netzwerke die Fans auf dem Laufenden. Die „Katze“ postete Ende März auf Instagram ein Foto ihrer Tochter Sophia mit Schwiegerpapa Costa. Darunter die Worte: „Der beste Opa der Welt!“

Vor zwei Jahren stürzte Costa Cordalis im Badezimmer

Schon früher hatte Cordalis gesundheitliche Probleme. Eine Bandscheiben-OP etwa, 2013 brach er dann bei einem Auftritt in Chemnitz geschwächt auf der Bühne zusammen. Vor zwei Jahren stürzte er im Badezimmer seines Hauses auf Mallorca. „Er hat sich den Knöchel zweimal gebrochen, musste sofort operiert werden“, sagte sein Sohn damals der Internetplattform „t-online.de“. Aber er kämpfte sich ins Leben und ins Showgeschäft zurück.

Einen privaten Einblick in sein Leben gewährte der Künstler zu seinem 70. Geburtstag im Jahr 2014, als er unter dem Titel „Der Himmel muss warten“ seine Autobiografie publizierte. „In der Boulevardpresse muss ich mich ständig gegen irgendwelche Anfeindungen wehren“, schrieb Cordalis in dem Buch, das er gemeinsam mit Stefan Alberti von der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ verfasst hat.

Im Buch schrieb er über angebliche Eingriffe

„Mein Aussehen wird als schäbiges Resultat von misslungenen Schönheitsoperationen mit Botox präsentiert“, klagte er – dabei sei das vielerorts für Schlagzeilen sorgende „Vollmondgesicht“, wie er selbst es nannte, Folge einer langen Cortisonbehandlung wegen einer Rückenerkrankung gewesen. Nur mit Hyaluronsäue sei er gegen Fältchen vorgegangen – „nicht mehr und nicht weniger“.

Positiver fielen seine Erinnerungen an die RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“ aus. In der ersten Staffel holte er sich 2004 prompt den Sieg – und wurde so zum Dauergast auch in anderen TV-Sendungen. Das habe ihm „rund eine halbe Million Euro in die Kasse gespült“, gab „König Costa“ offen zu. „Da soll jeder über das Dschungelcamp denken, was er will. Auf solche Summen verzichtet kein Künstler gerne.“

Liebestechnisch hatte der Grieche mit dem deutschen Pass schon früh das große Glück gefunden: Fast 50 Jahre war Cordalis mit seiner Frau Ingrid verheiratet, mit der er drei Kinder hatte. Und auch sportlich feierte er Erfolge. So nahm er 1985 für sein Heimatland bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld am Skilanglauf-Wettbewerb über 30 Kilometer teil. Er kam zwar als Letzter ins Ziel – aber in Griechenland wurde er immerhin zwei Mal Landesmeister.

Auch im Video: Mit dieser Geste zeigte Sonja im Dschungel-Studio, was sie von König Costa hält

 

beb/flr/mit dpa-Material



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