Diese Länder öffnen ihre Grenzen für deutsche Touristen

Urlaub in Corona-Zeiten: In welchem Land wann Urlaub wieder möglich ist, zeigt ein Überblick im Video. (Quelle: RTL)

Reisewillige müssen ihren Sommerurlaub dieses Jahr nicht unbedingt in Deutschland verbringen. Einige Länder lassen Touristen wieder einreisen. Ein Überblick über die Situation in den wichtigsten Urlaubsländern.

Ein Stück weit kehrt die Reisefreiheit wieder zurück: Die Bundesregierung hebt die Reisewarnung für zahlreiche europäische Länder auf. Doch ob der Sommerurlaub wirklich stattfinden kann, dürfte auch an den Regelungen der Urlaubsländer selbst hängen. Aufgehoben wird die Reisewarnung für die 26 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und die vier Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein.

Die Aufhebung gilt ab 15. Juni. Nur Spanien und Norwegen sind davon wegen noch bestehender Einreisesperren vorerst ausgenommen. Eine Reaktivierung der Reisewarnung für bestimmte Länder oder Regionen je nach Entwicklung der Neuinfektionen ist allerdings möglich.

Für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union verlängerte die Bundesregierung die Reisewarnung für Touristen bis zum 31. August. Unter anderem für beliebten deutschen Reiseziele Türkei und Ägypten. Ausnahmen können für einzelne Länder gemacht werden, in denen die Verbreitung des Virus ausreichend eingedämmt ist.

Hier geben wir einen Überblick der Situation in den wichtigsten Urlaubsländern.

Diese Länder sind bereits geöffnet

Kroatien: offen

Kroatien erlaubt Bundesbürgern wieder die Einreise ohne Nachweis von Gründen. Reisende müssen künftig an der Grenze lediglich erklären, wo sie sich aufhalten werden und wie sie erreichbar sind. Damit sollen sie gefunden werden können, wenn es in ihrer Umgebung neue Corona-Infektionen gibt. Um längere Wartezeiten zu vermeiden, können Urlauber schon vor der Einreise ein Formblatt auf der Webseite „entercroatia.mup.hr“ ausfüllen.

Niederlande: offen

Ein Einreiseverbot für Deutsche in die Niederlande gab es während der gesamten Corona-Krise nicht. Die Grenzen sind offen. Stufenweise öffnen Hotels und Bungalowparks und es werden auch wieder Ferienhäuser vermietet. Jetzt können sie jeweils von mehreren Familien wieder gemeinsam genutzt werden. Ab dem 15. Juni sollen auf Campingplätzen und in Ferienparks Duschen und WCs wieder zur Verfügung stehen; bisher war dies erst für den 1. Juli vorgesehen.

Seit dem 1. Juni empfangen die Museen wieder Besucher – vorausgesetzt, diese melden sich vorher online an. Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten – allerdings auch nur für die, die reserviert haben. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.

Schweden: offen

Die Grenzen für EU-Bürger sind offen, die Hotels ebenso. Auch Reisen in Schweden sind möglich. Die Regierung in Stockholm hält es nur nicht so mit Verboten, sondern hat auf unverbindliche Empfehlungen gesetzt. Das Hauptproblem für Schweden-Liebhaber ist momentan noch, hinzukommen. Zwar fliegen weiter nur wenige Maschinen aus Deutschland nach Stockholm oder Göteborg. Dafür werden die Fährverbindungen etwa von Kiel, Rostock oder Travemünde weiter befahren.

Wer mit dem Auto oder Zug über Dänemark gen Norden reisen möchte, der sollte auch die dänischen Regelungen im Blick behalten: Auf der Webseite der dänischen Polizei heißt es dazu derzeit, dass eine Reise nach Schweden etwa für Menschen mit ständigem Wohnsitz in Deutschland als „anerkennenswerter Zweck“ für eine Erlaubnis zur Durchreise in Dänemark gilt.

Italien: offen

Nach rund drei Monaten mit Corona-Beschränkungen herrscht seit 3. Juni Reisefreiheit. Das Land öffnete seine Grenzen für Urlauber. Eine Virus-Quarantäne wird von ihnen nicht mehr verlangt. Am 15. Juni sollen auch Kinos, Theater und Opernhäuser wieder aufmachen dürfen. Es gelten weiter Gesundheitsregeln, die meist strenger als in Deutschland sind. An Flughäfen, Bahnhöfen sowie in Museen und an anderen öffentlichen Orten müssen Reisende mit Fieber-Scannern rechnen. Am Strand, in Restaurants und Hotels gelten spezielle Abstands- und Hygienevorschriften. Ausreichend Atemschutzmasken sollte man stets dabei haben. Reisende, die mit dem Auto über Österreich in das Mittelmeerland und zurück wollen, müssen derzeit bei der Rückfahrt noch ohne Zwischenstopp durchfahren.

Großbritannien: offen

Wer nach Großbritannien einreist, muss nach seiner Ankunft in eine zweiwöchige Quarantäne. Verstöße werden mit einem hohen Bußgeld bestraft. Die Reisebranche ist verärgert: Fluggesellschaften und Reisebüros fürchten durch die Regelung noch mehr Einbußen. Von der Quarantäne sind Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln ausgenommen.

Die britische Regierung will mit der neuen Regelung eine zweite Pandemie-Welle verhindern. Sie prüft aber bereits eine Lockerung. Die 14-tägige Selbstisolation könnte demnach künftig nicht für Verbindungen mit Ländern gelten, die die Corona-Krise gut im Griff haben. Solche „Luftbrücken“ könnten britischen Medien zufolge schon im Juli eingeführt werden.

Zypern: offen

Das Land hat seine Flughäfen für Touristen aus einigen Ländern geöffnet. Urlauber aus Deutschland und zwölf anderen Staaten können ohne Quarantänepflicht auf die Insel fliegen. Es gibt lediglich eine Bedingung für die Einreise: Bis zum 20. Juni müssen die Gäste sich vor der Einreise einem Coronatest unterziehen. Danach dürfen Touristen unter anderem aus Deutschland frei einreisen.

Sollten Reisende während ihres Aufenthalts auf Zypern an den Folgen einer Coronavirus-Infektion erkranken, will die Regierung der Inselrepublik nach eigener Aussage die Kosten übernehmen.

Slowenien: offen

Das EU-Land lässt seit dem 8. Juni Reisende aus Deutschland und 16 anderen europäischen Ländern ohne Auflagen einreisen. Wer dort Urlaub machen will, muss nicht einmal mehr eine Buchungsbestätigung vorlegen. Darüber hinaus können Bürger aus diesen sowie anderen Ländern im Transit durch das kleine Land reisen. Slowenien dient jenen Deutschen als Durchreiseland, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren. Seit dem 1. Juni sind wieder alle Hotels geöffnet. Im öffentlichen Raum und bei Freizeit-Aktivitäten ist ein Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten.

Diese Länder öffnen zwischen dem 12. Juni und 1. Juli

Polen: ab 12. Juni

Das Land hält bis zum 12. Juni an Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern fest. Über eine eventuelle Verlängerung dieser Regel wird die Regierung voraussichtlich gegen Ende dieser Frist entscheiden. Das Land bleibt solange für Ausländer geschlossen. Ausnahmen gelten für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Hotels,

Einkaufszentren sowie Restaurants und Cafés sind mittlerweile wieder geöffnet. Das gleiche gilt für Friseursalons und Kosmetikstudios. Auch Schwimmbäder und Fitnessstudios sollen demnächst wieder ihren Betrieb aufnehmen dürfen.

Dänemark: ab 15. Juni

Dänemark öffnet seine in der Corona-Krise geschlossenen Grenzen ab dem 15. Juni wieder für Touristen aus Deutschland, Norwegen, Island und Skandinavien. Bedingung ist, dass sie mindestens sechs Übernachtungen außerhalb Kopenhagens gebucht haben.

Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt oder seinen Partner in dem Land besuchen will, darf bereits seit Ende Mai wieder einreisen. Wer als Deutscher ein Sommerhaus in Dänemark besitzt, der darf bereits seit dem 25. Mai wieder einreisen.

Österreich: ab 15. Juni

Die Landesgrenzen werden am 15. Juni für Touristen geöffnet, bereits seit 29. Mai sind Hotels offen, sogar mit Wellnessabteilungen und Strandbädern. Außerdem herrscht dann auch freie Reisemöglichkeit im Land. In Restaurants wird etwa innerhalb einer Reisegruppe kein Sicherheitsabstand mehr verlangt, Buffets sind mit Teller-Service erlaubt. Zudem ist ab dem 15. Juni das Tragen von Mund- und Nasenschutz nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Apotheken, Praxen und Kliniken sowie für Angestellte in manchen Dienstleistungsberufen Pflicht. Für deutsche Touristen ist vor allem wichtig, dass die Kontrollen an der Grenze zu Italien zum Beispiel am Brenner entfallen.

Schweiz: ab 15. Juni

Ab dem 15. Juni dürfen deutsche Urlauber wieder einreisen. Mund- und Nasenschutz wird empfohlen, wo es voll werden kann, etwa in Seilbahnen, Bussen oder im Zug, aber vorgeschrieben sind Masken nicht. Viele große Sommerfeste wie das Montreux-Jazzfestival, das Filmfestival in Locarno oder das große Festival der klassischen Musik in Luzern fallen zwar aus. Weil die Beschränkung von Besucherzahlen aber immer weiter gelockert wird, planen viele Veranstalter nun doch kleinere Kulturfeste.

Frankreich: ab 15. Juni

Das Nachbarland hält an der Aufhebung der Grenzkontrollen am 15. Juni fest. Das heißt, dass deutsche Urlauber auch erst ab diesem Datum nach Frankreich reisen können. In weiten Teilen des Landes haben Touristenunterkünfte wie Campingplätze oder Ferienhäuser für Urlauber wieder geöffnet. In Paris dauert das noch bis Ende Juni. Auch die Restaurants empfangen seit letzter Woche im ganzen Land wieder Gäste. Weil Paris sehr schwer vom Virus getroffen wurde, darf dort erstmal nur auf den Terrassen im Freien getrunken und gegessen werden.

Freizeitangebote sind nun wieder verstärkt möglich, alle Strände und Parks sind wieder zugänglich. Große Museen und Monumente dürfen ebenfalls wieder Besucher empfangen. Berühmte Pariser Museen wie der Louvre oder das Musee d’Orsay öffnen allerdings erst in ein paar Wochen.

Portugal: ab 15. Juni

Wer in der zweiten Junihälfte Urlaub hat oder einen Wochenendtrip plant und unbedingt auf die iberische Halbinsel möchte, der kann nach Portugal reisen. Das Land will nämlich schon am 15. Juni seine Grenzen für den ausländischen Tourismus öffnen – im Unterschied zum Nachbarland Spanien. Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen war das Land am Atlantik viel weniger von Covid-19 betroffen als etwa Spanien.

Griechenland: ab 15. Juni

Athen hat angekündigt, dass Reisende aus 29 Staaten ab 15. Juni ohne Quarantänepflicht nach Griechenland reisen können, darunter auch Deutschland. Zunächst soll es Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden. Eine Corona-Kontrolle werde es stichprobenartig an den griechischen Flughäfen nach Landung aus dem Ausland geben, teilte Athen mit.

Strände und Sehenswürdigkeiten sind wieder geöffnet, Fähren und Flugzeuge zu den Inseln nehmen seit 25. Mai wieder Touristen mit. Hotels und Ferienwohnungen machen erst Ende Juni wieder auf. Am 1. Juli soll die Saison für ausländische Touristen offiziell starten. Sonnenliegen am Strand wie am Pool müssen mindestens drei Meter Abstand haben.

Belgien: ab 15. Juni

Vom 15. Juni an öffnet das Land seine Grenzen für Reisende auch aus Deutschland. Mittlerweile haben auch Restaurants, Cafés und Bars wieder den Betrieb aufgenommen. Bei Urlaubern sind sowohl die Nordseestrände im Norden des Landes als auch die belgische Hauptstadt Brüssel mit den EU-Institutionen und die Wallonie mit den Ardennen beliebt.

Island: ab 15. Juni

Die stark vom Tourismus abhängige Insel im Nordatlantik gibt Urlaubern ab dem 15. Juni die Möglichkeit, sich direkt bei der Einreise auf Corona testen zu lassen. Damit will die isländische Regierung internationalen Touristen eine Alternative zur seit April vorgeschriebenen 14-tägigen Quarantäne nach der Ankunft geben. Island-Reisende können auch mit der Vorlage von Gesundheitsunterlagen am Flughafen nachweisen, coronafrei zu sein. Kinder sind von den Tests ausgenommen.

Tschechien: ab 15. Juni

Das Land der Burgen und Schlösser öffnet seine Grenzen für Deutschland und bestimmter weiterer Länder ab dem 15. Juni. Mehrtägige Hotelgäste belohnt die Hauptstadt mit kostenlosen Kulturgutscheinen. Reisende treffen auf ein Land, das vom Coronavirus weitgehend verschont geblieben ist.

Spanien: ab 1. Juli

Die Strände Mallorcas, Gran Canarias und der meisten anderen spanischen Ferienziele wurden bereits wieder geöffnet – allerdings nur für Einheimische. Erst am 1. Juli will der einstige Corona-Hotspot seine Grenzen für ausländische Besucher öffnen. Der Countdown für Mallorca-Fans wird unterdessen kürzer als erwartet: Mit bis zu 10.900 Urlaubern aus Deutschland, die ab dem 15. Juni nach und nach auf die Balearen dürfen, testen Mallorca, Ibiza, Menorca und Formentera den Ernstfall für den Sommerurlaub in Corona-Zeiten.

Bulgarien: ab 1. Juli

Die Sommersaison soll für ausländische Touristen etwa aus Deutschland am 1. Juli beginnen. An den langen Badestränden stehen die Liegestühle bereits in großen Abständen. Dosierspender mit Desinfektionsmitteln sowie Isolierräume für Coronavirus-Fälle sollen zum Standard gehören. Die kleineren Hotels nehmen bereits heimische Touristen auf. In dem Balkanland sind Restaurants, Cafés, Museen, Kinos sowie Fitnesszentren und Shoppingmalls wieder geöffnet.

Diese Länder haben noch keinen Termin für den Neustart

Norwegen: frühestens im August

Die norwegische Regierung hat mitgeteilt, dass das aktuelle Einreiseverbot bis mindestens 20. August bestehen bleibt. Bis zum 20. Juli will man sich in Oslo jedoch ansehen, ob man die Grenzen für Reisende aus „einzelnen anderen naheliegenden europäischen Ländern“ öffnen könnte. Ob das auch für deutsche Urlauber gelten wird, ist unklar.

Türkei: Reisewarnung bis zum 31. August

Für die Türkei gilt die Reisewarnung nun zunächst bis zum 31. August. Die Bundesregierung begründet diesen Schritt damit, dass in Ländern außerhalb der EU Reisebeschränkungen und Quarantänevorschriften „ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung“ wieder eingeführt werden könnten.

Ägypten: Grenze noch zu

Unklar ist, wann an Ferienorten wie Hurghada und Scharm el Scheich wieder Normalität einkehrt. Hotels dürfen für einheimische Urlauber bei 25 Prozent Belegung inzwischen aber wieder öffnen und ab 1. Juni bei 50 Prozent Belegung.

Die Betreiber müssen unter anderem Desinfektionsmittel am Eingang bereitstellen und das Gepäck der Gäste bei Ankunft und Abreise desinfizieren. Gutachter prüfen diese Zustände und stellen ein Zertifikat aus, um das sich bisher rund 170 Hotels bewarben. Am Flughafen in Kairo sollen neue Wärmebildkameras außerdem prüfen, ob Reisende Fieber haben. Für Urlauber aus dem Ausland sind die Grenzen aber nach wie vor dicht.

USA: Kein Zeitplan

Ein Ende des Einreisestopps für die USA ist nicht in Sicht. „Wir haben noch keinen Zeitplan dafür“, erklärte eine Regierungssprecherin. Die Reisebeschränkungen hätten „Leben gerettet“ und deshalb auch noch Bestand. In den USA sind bislang über zwei Millionen Menschen an Covid-19 erkrankt und mehr als 110.000 starben.

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