Diese Urlaubsorte sollten Sie 2020 meiden

(Quelle: imagebroker/imago images)
Die schönsten Strände, das beste Essen, die beliebtesten Sehenswürdigkeiten: Normalerweise geben Reiseführer Empfehlungen für die besten Urlaubsorte. „Fodor’s Travel“ hingegen rät von diesen Orten ab.

Jedes Jahr erstellt „Fodor’s Travel“ eine „No-List“, um ethische, umweltbezogene oder auch politische Probleme zu zeigen, die vor oder während einer Reise bedacht werden sollten.

Schon in den vergangenen Jahren hat der Verlag eine Liste mit No-Go-Orten herausgegeben. Dazu gehörten Amsterdam, Venedig, Machu Picchu, die thailändische Insel Koh Tachai, die griechische Insel Santorin, die schottische Isle of Skye, Easter Island, Dubrovnik und Mallorca.

Auch für 2020 hat der Reiseführer eine Liste mit Orten erstellt, die verantwortungsbewusste Reisende nicht mehr besuchen sollten. Und dafür gibt es ganz unterschiedliche Gründe.

1. Barcelona, Spanien: Hier gibt es keinen Platz mehr für Touristen

In Spaniens wohl beliebtester Großstadt wird der Platz für Touristen knapp. Mittlerweile könne keine Straßenerweiterung oder Busumleitung das Problem des Tourismus in der Stadt lösen. Viele touristische Standorte liegen in Wohngebieten, die nicht erweitert werden können – Airbnb hat die Lage der Spanier noch verschlechtert.

Der Tourismus verschlechtert nicht nur die Lage der Einheimischen, sondern zerstört auch die Natur und überlastet die Infrastruktur.

2. Big Sur, Kalifornien: illegale Camper und Dreck

Eigentlich war Big Sur in Kalifornien ein abgeschiedenes Gebiet mit einer schönen Küstengegend. Doch 2018 wurde der Highway 1 wieder eröffnet und führt seither viel zu viele Touristen an den Ort. Die Folge sind fehlende öffentliche Toiletten, verschmutzte Parkplätze und illegales Camping.

3. Angkor Wat, Kambodscha: Abnutzung der Tempel

Der Tempelkomplex Angkor Wat in Kambodscha ist zwar als Weltkulturerbe die beliebteste Sehenswürdigkeit Kambodschas, leidet aber unter seiner eigenen Beliebtheit. Die 900 Jahre alten Tempel werden durch die zahlreichen Besucher buchstäblich abgenutzt.

So kommt es zu rutschigen Stufen und Beschädigungen am Tempel. Hinzu kommt die Wasserknappheit in der Region, die durch die vielen Hotels noch verstärkt wird.

4. Bali, Indonesien: Müllnotstand und Kurtaxe

Die meistbesuchte Insel Indonesiens hat seit Jahren mit Übertourismus zu kämpfen. Deshalb überlegt die Regierung, eine Kurtaxe von zehn US-Dollar pro Person einzuführen. 2017 musste in der Region sogar der „Müllnotstand“ ausgerufen werden – 3.800 Tonnen Müll sollen demnach täglich auf der Insel produziert werden.

Hinzu kommt die Wasserverschwendung durch Luxusvillen und Golfplätze. Das Wasser würde eigentlich von den lokalen Landwirten benötigt. Neben den umweltschädlichen Aspekten kritisiert die Regierung den wenig respektvollen Umgang vieler Touristen mit religiösen oder historischen Sehenswürdigkeiten.

5. Hanoi Train Street, Vietnam: gefährliche Selfies

1902 bauten französische Kolonisten eine Eisenbahn, die durch Hanoi und Hai Phong und durch die nördlichen Provinzen Vietnams führt und bis heute Passagiere und Fracht über das Land befördert. In einem Viertel in der Altstadt von Hanoi schlängelt sich die Eisenbahnlinie durch ein dicht besiedeltes Viertel und verläuft hinter Häusern und Geschäften. Diese Gegend nennt sich „Hanoi Train Street“ und ist besonders beliebt bei Touristen. Sie versammeln sich entlang der Strecke und machen Fotos – obwohl die Gleise noch in Betrieb sind.

Verkäufer versorgen die Touristen mit Snacks und Getränken und Cafés sind aufgetaucht und laden zum Verweilen ein. Vor kurzem musste ein Zug einen Nothalt einlegen, um die Touristen nicht zu treffen und wurde schließlich umgeleitet. Als Reaktion darauf hat die Stadtregierung von Hanoi angeordnet, dass alle Cafés entlang der Gleise geschlossen werden sollen. Im Bereich wurden neue Schilder angebracht, die Passanten warnen, keine Fotos oder Videos in der Nähe der Gleise aufzunehmen.

6. Matterhorn, Schweiz: der tödliche Berg

Sieben Bergsteiger des berüchtigten Schweizer Gipfels kamen 2019 ums Leben, als sie den Matterhorn besteigen wollten. 2018 hat der Berg elf Menschen das Leben gekostet. „Der Berg ist zu instabil und daher zu gefährlich geworden, um eine Touristenattraktion zu sein, die täglich von vielen Menschen erklommen wird“, sagte ein Führer gegenüber dem Zürcher Tages-Anzeiger.

Und es sieht nicht so aus, als wäre Erleichterung in Sicht. Laut dem Geologen Hans-Rudolf Keusen vom Schweizerischen Alpenverein sind die warmen Bedingungen und das Auftauen des Permafrosts in großen Höhen aufgrund der Klimakrise mit ziemlicher Sicherheit eine Ursache für den Anstieg von Steinschlägen und Lawinen.

7. Korallenriffe, Florida: Krankheit zerstört das Riffgebiet

Eine unbekannte Krankheit breitet sich derzeit in den Korallen des Florida Keys National Marine Sanctuary aus. Die „Steinkorallengewebeverlust-Krankheit“ zerstört etwa 66 bis 100 Prozent der Korallen und hat sich seit 2014 über 150 Quadratkilometer ausgebreitet.

Und es breitet sich weiter aus: Das erste Mal gesehen in Puerto Morelos, südlich von Cancún, erreichte es im Oktober 2018 die Riffe von Cozumel. Deshalb sollten Sie, sofern Sie dort trotzdem Urlaub machen möchten, einige Schutzmaßnahmen für die Korallen ergreifen: Verringern Sie die Verschmutzung durch benzinbetriebene Boote, verwenden Sie Bojen, um eine Verankerung an Korallen zu vermeiden und tragen Sie immer korallenriffsichere Sonnencreme. Achten Sie beim Tauchen auf die richtige Riffetikette und reinigen und pflegen Sie Ihre Ausrüstung ordnungsgemäß, um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

8. Galapágos-Inseln, Ecuador: Einführung einer Kurtaxe

Die Galapágos-Inseln Ecuadors, die von den größten lebenden Schildkrötenarten bewohnt werden sind einzigartige Ökosysteme, die vom Massentourismus bedroht sind. Deshalb wird dort über die Erhöhung oder Einführung neuer Gebühren nachgedacht.

Derzeit zahlen internationale Touristen, die den Galapágos-Nationalpark besuchen, eine Gebühr von 100 US-Dollar pro Besuch und Ecuadorianer auf dem Festland sechs US-Dollar. Aber diese Gebühr hat sich in 20 Jahren nicht erhöht. Doch seit dem Anstieg der Besucher sind die Beamten besorgt über die Fragilität der Umwelt und haben eine Erhöhung der Besuchsgebühren vorgeschlagen – eine einmalige Gebühr von 200 US-Dollar für diejenigen, die die Inseln besuchen und mindestens drei Nächte auf dem ecuadorianischen Festland verbringen, und eine Gebühr von 400 US-Dollar die Galapagos mit nur ein oder zwei Nächten auf dem Festland zu besuchen. Die genaue Steuer wird bis zum 31. Dezember 2019 festgelegt.

9. Mexiko und Costa Rica: Orte, an denen Getränke gefährlich sind

Alkoholkonsum kann natürlich ein riskantes Verhalten sein, unabhängig davon, wo Sie ihn konsumieren. Bei bestimmten Ereignissen, die in bestimmten Resorts in Mexiko und Mittelamerika auftreten, sind Reisende jedoch eher in Gefahr. In Costa Rica und Mexiko werden beispielsweise Todesfälle wegen verdorbener Alkoholika untersucht.

Das Gesundheitsministerium von Costa Rica veröffentlichte eine nationale Warnung in Bezug auf mehrere mit Methanol verseuchte Alkoholmarken. In Costa Rica starben in diesem Jahr 25 Menschen und 59 wurden wegen einer Methanolvergiftung in Krankenhäuser eingeliefert. In Mexiko gibt es seit 2017 immer mehr Fälle.

10. Thailand: Elefantenreiten muss aufhören

Es gibt eine Studie über die Bedingungen von Elefanten in Ländern wie Thailand, in denen Elefantenreiten weit verbreitet ist. In den 118 untersuchten Elefantenschauplätzen fanden die Experten mehr als 1.300 Tiere, die unter schrecklichen Bedingungen litten: junge Wildtiere, getrennt von ihren Familiengruppen, immer wieder mit scharfen Haken und anderen Werkzeugen attackiert, nachts angekettet und ohne ausreichende Ernährung. Alles für eine 10-minütige Touristenfahrt oder eine zirkusähnliche Show, in der Tiere gezwungen wurden, auf ihren Hinterbeinen zu stehen oder mit ihren Stämmen zu jonglieren oder Bilder zu malen.

Die Nachfrage nach Elefantenreiten, insbesondere in Thailand, ist in den letzten Jahren aufgrund des Tourismusanstiegs gestiegen. Ein Verzicht insgesamt würde die Nachfrage nach Attraktionen verringern, bei denen Elefanten zum menschlichen Vergnügen ausgenutzt werden.

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