Digital Wellbeing und USB-C-PD-Laden werden Voraussetzung für neue Android-Smartphones


Google hat seine Richtlinien für neue Android-Smartphones aktualisiert. Hersteller müssen künftig neben der Digital-Wellbeing-Funktion auch eine einheitliche Ladelösung integrieren.

Um Googles Android inklusive der Apps und Dienste wie Play-Store oder Gmail nutzen zu dürfen, müssen Smartphone-Hersteller sich an bestimmte Richtlinien halten. Diese Auflagen werden regelmäßig aktualisiert und in den Google-Mobile-Dienste-Anforderungen festgehalten – eine aktuelle Version ist dem XDA-Developers-Portal zugespielt worden und sie enthält einige Neuerungen. Unter anderem gehört die Verpflichtung dazu, einen einheitlichen USB-C-Standard mit Power-Delivery (PD) zu nutzen.

Android 10 mit Google-Diensten: USB-C mit Power-Delivery wird Pflicht

 (Bild: Google)

Seit Jahren setzen Hersteller auf USB-C – eine einheitliche Ladelösung gibt es noch nicht. Das scheint Google ändern zu wollen. (Bild: Google)

Beim USB-C-Port mit Power-Delivery handelt es sich um einen offenen Standard für USB-C, der schnelles Laden ermöglicht. Google hatte Herstellern schon bei Android 7 Nougat nahegelegt, einen einheitlichen Ladestandard zu verwenden, dem die meisten jedoch nicht nachgekommen sind. So setzen Samsung, Huawei, Oneplus und weitere auf ihre eigenen proprietären Ladelösungen, die zwar teils schneller als Power-Delivery sind, sich jedoch nicht ideal mit Zubehör von Drittanbietern verstehen, wie Android Authority herausgefunden hat. Die jeweiligen Ladelösungen erfordern Netzteile und bei Warp Charge von Oneplus auch Kabel der Hersteller.

Damit soll nun Schluss sein: Hersteller, die Google-Dienste in ihrem Smartphone einsetzen wollen, müssen fortan bei einem USB-C-Anschluss die volle Interoperabilität mit Ladegeräten gewährleisten, die den USB-Spezifikationen entsprechen. In den öffentlich zugänglichen technischen Anforderungen, dem Android-Compatibility-Definition-Document (CDD), zur Nutzung des quelloffenen Android im AOSP-Programm sind die Voraussetzungen für den USB-C-Standard weniger streng.

Digital Wellbeing wird zur System-Funktion

Eine weitere Neuerung für die Nutzung der Google-Mobile-Services (GMS oder GMD für Google-Mobile-Dienste) ist die Integration der Digital-Wellbeing-Funktion. Die mit Android 9 eingeführten System-Tools sollen Nutzern helfen, mehr Kontrolle über ihre Smartphone-Nutzung zu erhalten.

Digital Wellbeing
Digital Wellbeing

Mit den Digital-Wellbeing-Funktionen kann eingesehen werden, wie viel Zeit in welcher App verbracht wird, und man kann diese Zeit auch einschränken. Ferner können Eltern mit der integrierten Family-Link-App die Smartphone-Nutzung ihrer Kinder besser kontrollieren. Google erlaubt es Herstellern alternativ zu Googles eigener Digital-Wellbeing-Funktion auch eine alternative Lösung zu integrieren, die aber den gleichen Funktionsumfang liefern muss.

Die Regelung für die Wellbeing-Integration ist dem XDA vorliegenden Dokument zufolge am 3. September 2019 in Kraft getreten und gilt für Geräte, die mit Android 9 oder Android 10 auf den Markt kommen oder darauf aktualisiert werden.

Android-Navigation: Eigene Lösungen bitte eine Ebene tiefer

Der Android-Pie-Launcher mit seinen neuen Gesten. (Foto: t3n.de)

Die „Pille“ der Gestennavigation von Android 9 ist Geschichte. (Foto: t3n.de)

Weiter sieht Google in den Anforderungen für Android vor, dass Hersteller ihre eigene Navigationslösung eine Ebene tiefer als die Standard-Navi im System unterbringen, berichtet 9to5 Google, denen das GMS-Dokument ebenso zugespielt wurde. Als Standard-Steuerung dürfen lediglich die alte Drei-Punkte-Navigation oder die neuen Android-10-Gesten voreingestellt sein.

Android 10: Das neue Logo. (Bild. Google)

Android 10: Das neue Logo, das in der Android-Bootanimation angezeigt werden soll. (Bild: Google)

Im GMD-Dokument ist zudem festgelegt, dass Hersteller die mit Android 10 eingeführte Bootanimation mit neuem Schriftzug und dem kleinen Android-Kopf ab dem 1. Januar 2020 nutzen müssen.

Android mit GMS: Und welche Apps müssen vorinstalliert sein?

Durch den Leak des GMS-Dokuments wird außerdem klargestellt, welche Google-Apps Hersteller auf ihren Geräten vorinstallieren müssen, wobei es den meisten Android-Nutzern eigentlich klar sein sollte. Interessanterweise taucht in der App-Liste noch nicht Youtube Music auf. Die App soll Google-Play-Music ersetzen, was seitens Youtube schon offiziell angekündigt wurde.

  • Google-Play-Store
  • Google-Suche
  • Chrome-Browser
  • Google Drive
  • Gmail
  • Google Duo
  • Maps
  • Google-Play-Music
  • Google Photos
  • Google-Play-Movies
  • Youtube

Für die neue Android-Go-Edition sieht die App-Übersicht etwas anders aus:

  • Gboard (für Android Go angepasste Version)
  • Assistant Go
  • Chrome
  • Gallery Go
  • Gmail Go
  • Google Go
  • Maps Go
  • Play-Store
  • Youtube Go (falls im jeweiligen Land zugelassen, Youtube)

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