Drive AGX Orin: Nvidias Automotive-Aquaman liefert 200 Teraops

Rendering eines Orin-SoC für Automotive (Bild: Nvidia)
Nvidia hat Drive AGX Orin vorgestellt, eine Automotive-Plattform basierend auf dem Orin genannten System-on-a-Chip. Sie wurde im Frühjahr 2018 erstmals erwähnt, seitdem seitens Nvidia aber nicht weiter thematisiert. Drive AGX Orin ist für autonome Fahrzeuge von Stufe 2 bis Stufe 5 ausgelegt.

Das Drive AGX Orin soll eine Rechenleistung von 200 Teraops (INT8) bei 65 Watt aufweisen, was knapp das Siebenfache des bisherigen Drive AGX Xavier bei 30 Watt ist. Drive AGX Orin und Drive AGX Xavier nutzen dabei jeweils einen Chip, beim ebenfalls aktuellen Drive AGX Pegasus setzt Nvidia hingegen auf zwei Xavier und zwei Turing-GPUs für 320 Teraops. Diese Plattform benötigt mit 460 Watt deutlich mehr Energie und eine aufwendige Kühlung.

Wie bei Nvidia üblich ist Orin eine Comicfigur, genauer ein Spitzname des DC-Superhelden Aquaman. Der bisherige Xavier wurde von Charles Xavier abgeleitet – besser bekannt als Professor X, dem Gründer der X-Men. Frühere Chips heißen Parker (Tegra X2), also Spiderman, und Erista (Tegra X1), was der Sohn von Wolverine ist. Den gab es als Logan (Tegra K2) ebenfalls schon bei Nvidia, gleiches gilt für Wayne (Tegra 4) alias Batman und Kal-El (Tegra 3) alias Superman.

Zurück zum Drive AGX Orin und dessen Orin-Chip: Dieser basiert auf zwölf CPU-Kernen, für die Nvidia auf ARMs Hercules-Design zurückgreift, den wohl bekanntesten griechischen Held. Sofern ARM die Namensgebung beibehält, dürften die Cores nächstes Jahr als Cortex-A78 vorgestellt werden. Verglichen mit dem aktuellen Cortex-A77 (Deimos) soll die Leistung pro Takt um grob zehn Prozent steigen. In bisherigen Tegra-Chips verwendete Nvidia noch selbst entwickelte CPU-Kerne wie Denver(2) und Carmel, zuletzt acht davon in Xavier.

Neben den Hercules-Cores integriert Nvidia eine eigene Grafikeinheit der nächsten Generation, ergo den Nachfolger der aktuellen Turing-Architektur. Hier ist weiterhin Ampere als Codename im Spiel, über die technischen Details ließ Nvidia nichts verlautbaren. Das System-on-a-Chip wird in einem 8-nm-Verfahren gefertigt und weist 17 Milliarden Transistoren auf, damit ist Orin deutlich aufwendiger als Xavier in 12 nm mit 9 Milliarden.

Partner sollen 2022 einen Zugriff auf Drive AGX Orin erhalten, wie schon bei den bisherigen Drive AGX sind unterschiedliche Plattformen mit einem oder mehreren Chips geplant. Passend dazu hat Nvidia seine Deep Neural Networks (DNNs) für die autonome Fahrzeugentwicklung für die Transportindustrie geöffnet. Die bekommt somit Zugang zu Daten wie KI-Trainingsmodellen, um die eigene Flotte damit zu verbessern.

Einige Hersteller wie Tesla setzen nicht mehr auf Nvidia-Hardware: Die US-Amerikaner entwickelten mit der FSD (Full Self Driving) eine eigene Plattform, die bereits in allen Tesla-Modellen steckt. Sie liefert 144 Teraops bei 72 Watt, intern besteht sie aus zwei parallel geschalteten Chips.

Nachtrag vom 18. Dezember 2019, 14:53 Uhr

Nvidia hat uns die einzelnen Abstufungen von Drive AGX Orin genannt: Die kleinste Single-Chip-Version mit 15 Watt schafft 36 TOPS, die mit 40 Watt kommt auf 100 TOPS. Zwei gekoppelte Orin mit zusammen 130 Watt erreichen 400 TOPS, das Modell mit doppeltem Orin und zwei Next-Gen-GPUs liefert 2.000 TOPS bei 750 Watt.

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