Olympia-Qualifikation: DVV-Männer können für Halbfinale planen – Sorgen um Grozer

Die deutschen Volleyballer feiern den klaren 3:0-Sieg über Belgien. Foto: Andreas Gora/dpa  ©dpa-infocom GmbH

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Sorge um Georg Grozer! Nach dem praktisch perfekten Halbfinaleinzug der deutschen Volleyballer in der Olympia-Qualifikation ging der Star-Diagonalangreifer schweren Schrittes mit einer dick bandagierten rechten Wade in die Kabine.

Der 35-Jährige wollte selbst zum möglichen Ausmaß seiner Blessur nichts sagen. «Als er auf dem Boden saß, hat er gesagt, dass er einen Krampf hatte», beschrieb Kapitän Lukas Kampa die Szene, bei der die deutschen Volleyball-Fans den Atem anhielten.

Nach seinem Schmetterball im dritten Satz zum 16:15 fasste sich Grozer auf dem Boden liegend kurz an die rechte Wade. Der 35-Jährige konnte aber erstmal weiterspielen, ehe er beim 22:24 dann doch angeschlagen vom Feld ging.

Angeführt von Grozer gewannen die Deutschen auch ihr zweites Vorrundenspiel gegen Belgien deutlich mit 3:0 (25:18, 25:23, 26:24). Einen Tag nach dem Auftaktsieg gegen Tschechien zeigte die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani vor 2519 Zuschauern eine Leistungssteigerung und will im letzten Staffelduell am 7. Januar (20.10 Uhr/Sport1) gegen den EM-Zweiten Slowenien sogar den Gruppensieg holen. Im dritten Durchgang wehrte der EM-Zweite von 2017 sogar zwei Satzbälle gegen sich ab.

«Das ist ein wichtiger Schritt gewesen», sagte Christian Fromm nach der Partie bei Sport1: «Wir wollen gegen Slowenien zeigen, dass es unsere Halle ist. Wir haben mehr Siegeswille gezeigt und das Ding durchgezogen.» Moritz Reichert fügte an: «Morgen wird es wieder ein Fight gegen einen stärkeren Gegner. Es ist gut, dass wir das Selbstvertrauen von den zwei Spielen im Rücken haben.»

Deutschland liegt mit einer makellosen Bilanz von sechs Punkten und 6:0-Sätzen an der Tabellenspitze. Daran hatte erneut Grozer mit 20 Punkten ganz großen Anteil, der allerdings zwischenzeitlich an der rechten Wade behandelt werden musste. Der Russland-Legionär in Topform ist auch wichtig, denn nur der Turniersieger von Berlin sichert sich das letzte europäische Ticket für Tokio.

Der Auftakterfolg gegen Tschechien hatte den Deutschen die große Nervosität genommen. Nach dem 3:0 am Sonntag wollten sie im zweiten Vorrundenduell ein bisschen im Aufschlag, ein bisschen in der Annahme und ein bisschen im Angriff zulegen – das gelang auch. Die Mannschaft um Kapitän Lukas Kampa brauchte zwar eine Weile, um ihren Rhythmus zu finden. Dann kamen sie aber auf Touren. Als der für Anton Brehme in die Startformation gerückte Mittelblocker Marcus Böhme das 10:8 markierte, riss sogar der sonst so bedachte Nationaltrainer Andrea Giani die Arme hoch.

Die konzentrierten deutschen Volleyballer setzten sich anschließend sogar auf 19:13 ab. In der Block-Feldabwehr agierte der EM-Zweite von 2017 um einiges aufmerksamer als noch im Eröffnungsspiel, in der Offensive war er durchsetzungsstärker, und auch die Annahme erwies sich als weiter stabilisiert. Der erste von sechs Satzbällen war dann Chefsache: Mit einem erfolgreichen Block bescherte Georg Grozer seinem Team den ersten Durchgang.

«Jeder muss sich ein Stück weit wie ein Star fühlen», hatte Giani, selber bei fünf Olympischen Spielen als Athlet dabei, nach dem Auftakt über seine Spieler gesagt. Die Bühne Max-Schmeling-Halle sollen Grozer & Co. trotz des Drucks eben auch genießen. Der deutsche Star-Faktor kam im zweiten Abschnitt jedoch erst ein wenig später zum Tragen. Im Block kamen Gianis Männer gegen die Belgier zunächst gar nicht zurecht und gerieten mit 11:15 in Rückstand. Mit zwei Assen brachte Grozer sein Team wieder in die Partie, beim 20:19 ging Deutschland dann erstmals im Satz in Führung. Anschließend war wieder Grozer zur Stelle und machte auch den Gewinn des zweiten Durchgangs perfekt.

Im dritten Satz musste Gianis Mannschaft noch einmal richtig ackern – dann kam auch noch die Schrecksekunde mit Grozer. Weitere Untersuchungen sollen Aufschluss über die Art der Verletzung bei dem Routinier ergeben.

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