Fastenplan nach Buchinger zum Download: Was muss ich beim Buchinger-Heilfasten beachten?

Verzicht und Meditation sollen beim Fasten zu einem besseren Selbst- und Körpergefühl beitragen sowie Stress abbauen.  Foto: Toa Heftiba
Bald geht es los: Mit der Adventszeit führen uns Plätzchen, Glühwein und Lebkuchen wieder in Versuchung. Wenn Sie darüber nachdenken, sich vor der besinnlichen aber auch kalorienreichen Zeit noch einmal intensiv mit ihrem Körper zu beschäftigen, haben wir das richtige für Sie: das Buchinger Heilfasten. Hier finden Sie einen Zehn-Tage-Fastenplan nach Buchinger zum Herunterladen.

Buchinger-Fastenklinik in Überlingen am Bodensee

Wenn sich Menschen für eine festgelegte Zeit diesem Programm unterwerfen wollen, hält es Françoise Wilhelmi de Toledo allerdings nicht für angebracht, sich das als eine „Challenge“ vorzunehmen, die es durchzuhalten gilt. Die Ärztin, die mit ihrem Mann Raimund Wilhelmi die international frequentierte Fasten-Klinik in Überlingen am Bodensee führt, betont den ganzheitlichen Ansatz, den ihr Großschwiegervater Otto Buchinger verfolgte, als er die Methode entwickelte.

Für die Familien Wilhelmi ist die Art des freiwilligen Verzichts eine Kunst, die neben der körperlich-medizinischen Dimension auch eine spirituelle und mitmenschliche Erweiterung anstrebt (hier finden Sie unseren Fasten-Ratgeber mit vielen nützlichen Infos über die verschiedenen Formen des Fastens).

Ablauf beim Buchinger-Heilfasten ist auf zehn Tage verteilt

Im kurzen Umriss umfasst ein Ablauf auf zehn Tage verteilt (länger ist beim therapeutischen Fasten angestrebt, allerdings zwingend unter ärztlicher Aufsicht) einen Entlastungstag mit moderater Nahrungsaufnahme, fünf reine Fastentage, das Fastenbrechen sowie drei Aufbautage, in denen behutsam zum normalen Essen zurückgeführt wird. Ruhe und Bewegung gliedern den Tagesablauf, Stille und innere Einkehr bilden die spirituelle Ausrichtung.

Fasten für Körper, Seele und Geist

„Es geht dabei nicht nur um die Gewichtsreduktion. Unser Fastenprogramm bedeutet mehr als aufzuhören zu essen“, sagt Wilhelmi de Toledo. Sie versteht sich und ihre Mitarbeiter als Fastenpädagogen, die den Fastenprozess in Körper, Seele und Geist bewusst erleben lassen wollen. Auch wer nicht stationär fastet, solle sich verinnerlichen, dass es dabei nicht um Rekordleistung und ein kurzzeitiges Stimmungshoch gehe.

Im Dialog mit dem eigenen Körper

Die körperliche Dimension meine, so Wilhelmi de Toledo, im Dialog mit dem eigene Körper zu sein. Die mitmenschliche, in einer Gruppe zu sein oder die anderen in der engen privaten Umgebung in geeigneter Form mit einzubeziehen. Die spirituelle Dimension hat zum Ziel, ähnlich der Meditation, in einen Raum einzutreten, „in dem nicht die mentale Aktivität dominiert, sondern das Staunen, das Wahrnehmen, die Natur, wo eine gewisse Selbstreflexion einsetzt, die einen näher zu sich selbst bringt“.

Betreuung beim Fasten

Wie bereitet man sich also vor auf diese intensive Zeit, mit Familie etwa und mit Beruf? Françoise Wilhelmi de Toledo spricht mit einer leisen, fast zarten, aber bestimmten Stimme. Man kann sich vorstellen, wie energisch sie werden kann. Und so energisch betont sie mehrfach, dass sie spontanes Fasten ohne Fachbetreuung kritisch sieht und es für maximal vier bis fünf Tage gutheiße.

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Eine behutsame Abgewöhnung und Wiederaufnahme der Essgewohnheiten ist beim Fasten besonders wichtig.

Eine fachlich kundige Betreuung sollte zur Seite stehen, eine Gruppe, die gemeinsam fastet, ist bei Krisen besonders hilfreich. Und vor allem ungeübte Faster werden auch die Krise kennenlernen. Wer krank ist, Medikamente einnimmt, unter psychischen Störungen, vor allem Essstörungen leidet, darf kategorisch nicht fasten.

Zeit und Ruhe

In die Begriffe Zeit und Ruhe verknappt die Medizinerin zwar die besten Bedingungen, um zu fasten. Im Alltag schafft das aber für zehn Tage einen ganzen Kosmos ab. Zum Verzicht auf Nahrung kommt vor allem Verzicht auf Verpflichtungen dazu. „Die Freude am Fasten entsteht auch in der Freude an der Freiheit, den Tag zu gestalten. Zwänge und Stress verschwinden, wenn man Zeit hat und sich um sich selbst kümmern darf.“ Am Besten in der Distanz zum Alltag könne das Fasten seine volle Wirkung entfalten.

Selbstverständlich zum Verzichtsluxus zählt die Stille, die Abkehr von der Dauerkommunikation. „Das ständige Blabla erschöpft unser Gegenüber und uns selbst. Zu sich zu kommen setzt voraus, dass man Raum für Innerlichkeit schafft. Fasten meint die Präsenz: Ich lebe den Moment, in dem ich mich befinde, mit allen Sinnen. Ich kann staunen, Kleinigkeiten wahrnehmen und mich daran erfreuen.

Besonders das dauernde Messaging stört die Fastenentspannung“, sagt Wilhelmi de Toledo – das echte Fastengefühl, das zum „Reset“ führt: zu einem metabolischen Reset, dem Reset der Rhythmen, von Tag und Nacht, von Ruhe und Bewegung, von Stille und Kommunikation. „Nicht, dass man den ganzen Tag schweigen und sich besinnen müsste. Wer aber auf der rein körperlichen Ebene bleibt, verpasst die tiefbeglückenden Erlebnisse die Fasten bescheren kann.“

Zum Fastenplan gehört auch Bewegung

Auf Bewegung und dem Kontakt zur Natur liegt ein Schwerpunkt der Buchinger-Methode – in Ergänzung zum Konzept der Ruhe, das vor allem in einer langen „horizontalen“ Mittagspause ihre Betonung findet. „Viele unerfahrene Menschen haben bei dem Gedanken an Fasten Angst vor Hunger und dem Verlust des Essensgenusses.

Genussfähigkeit soll durch Fasten gesteigert werden

Bei allem Tun und Nicht-tun stellt sie die Qualität und Sinneswahrnehmung in den Vordergrund, zumal bei der Reduktion, die das Buchinger-Wilhelmi-Konzept an Nahrung vorsieht. „Das wenige, was man zu sich nimmt, sollte erstklassig sein. Frisch gepresste Säfte sind wunderbar, zudem wenn sie zu hundert Prozent biozertifiziert sind. So werden die wenigen gustativen Freuden besonders intensiv. Ein Geheimnis des Fastens besteht ja gerade darin, dass die Genussfähigkeit gesteigert wird – ganz spürbar in der Zeit, in der man sich progressiv wiederernährt.“

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Beim Fasten ist weniger mehr – was nicht zuletzt die Genussfähigkeit steigern soll.

Die wichtigen Aufbautage

Als genauso wichtig wie die Achtsamkeit während der Fastentage gewichtet Wilhelmi de Toledo die Aufbautage – und auch die Rückkehr in den Alltag. „Nach einem Fasten ist es normal, ein bis vier Tage bis zum ersten Stuhlgang zu warten. In dieser Regenerationsphase, ist es ganz wichtig, dass man den gleichen Rhythmus hält wie an den Fastentagen. Sich Zeit nehmen für Pausen und die Wanderungen, dann die Mahlzeiten mit viel Ruhe und Maß langsam genießen.

Rückkehr zum „schönen Hunger“

Der Verdauungstrakt muss erst wachgerüttelt werden – so hat man die große Chance, die fundamentale Empfindungen von Hunger und Sättigung im Körper zu regenerieren.“ Wilhelmi de Toledo spricht von der Rückkehr zum „schönen Hunger“ in der Zeit nach dem Fasten und auch von der Wiederentdeckung des Sättigungsgefühls. Ein schöner Hunger ist ganz klar abgetrennt von anorektischem Hungern. Er deutet die Bereitschaft des Körpers für die Aufnahme von Nahrung in Abgrenzung von einer Außensteuerung, etwa durch Uhrzeit oder Höflichkeit.

„Das Gefühl des schönen Hungers ist eines der wichtigsten Signale für die Gesundheit eines Menschen. Nicht essen beim kleinen Hunger, wie uns die Werbung immer suggeriert, sondern warten ist im Trend und wird heute Intervallfasten genannt.“

Positive gesundheitliche Auswirkungen des Fastens

Die wissenschaftlich belegten positiven gesundheitlichen Auswirkungen des Fastens, also die metabolische Verbesserung, die Verbesserung der Blutwerte und der Immunität setzen auch hier schon im Ansatz an, so die Expertin. Also zurück – zum schönen Hunger.

 

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