„Geh zurück nach Afrika“: Ein Satz, der nicht mehr mit Rassismus verbunden werden will

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„Warum gehen sie nicht zurück“, twitterte US-Präsident Donald Trump vor wenigen Tagen in Richtung mehrerer Demokratinnen mit Migrationshintergrund im Kongress. Bei einer Wahlkampfveranstaltung skandierten Menschen im Publikum nun: „Schickt sie zurück!“ (Der stern berichtete.) Nur eine der vier indirekt angegriffenen Politikerinnen ist nicht in den Vereinigten Staaten geboren. 

Solche und ähnlich rassistische Sprüche sind nicht neu und womöglich musste sich jeder in den USA lebende Afroamerikaner schon einmal anhören: „Geh doch zurück in deine Heimat“ – „Go back to Africa“. Obwohl der Westen ihre Heimat ist.

Deswegen haben Eric Martin und Kent Johnson eine Kampagne ins Leben gerufen. Die beiden haben eine Firma, die auf Reiseangebote für Schwarze spezialisiert ist. Die Mission ihrer neuen Kampagne „‚Go Back to Africa“ lautet: Den Inhalt der Phrase neu besetzen und die Schönheit dieses Kontinents zeigen.

#GoBackToAfrica

Der 35-jährige Martin und der 37-jährige Johnson wollen den Satz „Go back to Africa“ in Zukunft mit positiven Assoziationen versehen. Dafür haben sie schwarze Reisende dazu aufgerufen, zu ihren Urlaubsbildern aus Afrika den Hashtag „GoBackToAfrica“ hinzuzufügen. Auf einer Webseite tummeln sich anschließend all die Schnappschüsse, die so richtig Lust auf Urlaub auf dem Kontinent machen.

Da gibt es Bilder aus Marokko: 

 
Und aus Südafrika:

Oder aus Simbabwe:

Wenn für einzelne Länder noch keine Bilder mit Hashtag gepostet wurden, wird auf der Website darauf hingewiesen: „Es gibt noch keine Bilder zu Mauretanien“, heißt es dann – verbunden mit der Aufforderung, Fotos zu posten. Denn alle 54 Länder des Kontinents sollen unter dem Hashtag vorkommen. 

„Dieser Kommentar ist nicht neu für schwarze Menschen“

Die Kampagne von „Black & Abroads“, der Reisefirma von Martin und Johnson, wurde im vergangenen Monat mit dem Cannes-Lions-Preis ausgezeichnet.

Johnson sagte „CNN“: „Als wir damit begonnen haben, den Leuten klarzumachen, wie oft diese Phrase benutzt wird, glaubten sie uns nicht so recht, also war es für die Glaubwürdigkeit der Kampagne irgendwie gut, als Präsident Trump im Wesentlichen sagte: ‚Geht dahin zurück, wo ihr hergekommen seid‘.“ Sein Geschäftspartner Martin bezeichnete die Aussage Trumps als „grundlos“ und „ignorant“. „Es ist eine gängige Redewendung für rassistische Trolle und Scheinheilige“, fügte er hinzu. Dieser Kommentar sei für schwarze Menschen nicht neu. Er werde von Menschen verwendet, um ihren Rassismus auszudrücken.

Diesem Satz die Negativität zu nehmen, ist das eine Ziel der Kampagne. Das andere: Martin hofft die Wahrnehmung von Afrika in der Welt mit #GoBackToAfrica zu verändern. Wer auch immer diese Phrase auf eine rassistische Art benutze, solle erst einmal wissen, dass Afrika ein Kontinent mit 54 unterschiedlichen Ländern, Geschmäckern und Kulturen sei. „Wir bringen den Satz an einen Ort, wo es Glück, Freude und Schönheit gibt“, fügt Martin hinzu. Damit es keine negativ konnotierte Verwendung des Satzes mehr geben wird. 

Quellen: CNN, weareblackandabroad.com, gobacktoafrica.com



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