Großer Sieg beim Berlin-Marathon: Kenenisa Bekele zeigt es allen Zweiflern – Sport


Vor dem Start des Rennens hatte sich Kenenisa Bekele bereits als Stadtführer ins Spiel gebracht. Seine jüngeren Landsleute hatten dem 37-jährigen Äthiopier zuletzt mit guten Zeiten über die Marathon-Distanz im Nacken gesessen und sich auch für das Rennen in Berlin etwas ausgerechnet. Bekele nahm das locker: „Für sie ist die Strecke in Berlin etwas Neues“, sagte die Lauflegende, die bereits 2016 in Berlin triumphiert hatte. „Vielleicht zeige ich ihnen am Sonntag den Weg.“

Und tatsächlich lief Bekele am Tag des Rennens auch von Anfang an vorneweg – für etwa 30 Kilometer. Dann sah es so aus, als wären die jüngeren Beine seiner Kollegen doch die schnelleren und Bekele musste abreißen lassen. Doch der „König der Läufer“ ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, schlug zurück und kassierte auf den letzten Kilometern vor Schluss die schwächer werdenden Landsleute Birhanu Legese und Sisay Lemma wieder ein.


Am Ende siegte er vor seinen beiden Kollegen in der exzellenten Zeit von 2:01:41 Stunden und verpasste einen neuen Weltrekord um die Winzigkeit von zwei Sekunden.

Racedirektor Mark Milde hatte vor dem Rennen bereits von „äthiopischen Meisterschaften“ gesprochen – und er sollte recht behalten: Vom Start weg bildete sich eine Spitzengruppe um Bekele, Legese, Lemma und Leul Gebrselassie, in die nur noch der Kenianer Jonathan Korir vordringen konnte.

Obwohl nach dem Weltrekord von Eliud Kipchoge aus dem Vorjahr niemand mehr von einer neuen Zeit auf diesem Niveau ausgehen wollte, legte die Gruppe gleich ein Höllentempo vor und bewegte sich auf eine Zeit in dieser Reichweite zu.

Als Bekele dann nach etwa 31 Kilometern abreißen lassen musste, schien es damit jedoch vorbei zu sein. Doch Bekele vertraute auf seine Stärke, ließ sich von der Konkurrenz nicht beeindrucken und startete einen gigantischen Schlussspurt. Als er zum Zielsprint auf die Straße des 17. Juni einbog, peitschte ihn das Publikum nach vorne, der Weltrekord wackelte beträchtlich – am Ende fehlte dem dominierenden Langstreckenläufer des Jahrtausends auf der Bahn und im Crosslauf nur ein Hauch, um sich auch noch über die Marathon-Distanz ein Denkmal zu setzen.

Beinahe enttäuscht lief er im Ziel aus – doch dem Publikum war das egal, es feierte eine legendäre Leistung eines legendären Läufers.

Bei den Frauen siegte Ashete Bekere – ebenfalls in einer tollen Zeit.


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