Hallstatt in Österreich: 800 Einwohner und 1 Million Touristen



Ein tiefblauer Bergsee und malerische Häuser – Hallstatt in Österreich ist der Inbegriff einer Postkartenidylle. Doch das Dörfchen hat ein Problem. Die rund 800 Einwohner sehen sich jedes Jahr mit einer Million Touristen konfrontiert. Viele davon sind chinesische Reisegruppen. In der Hochsaison gibt es schätzungsweise 7000 Besucher pro Tag. Die Hallstätter beschweren sich über Müll, Lärm und unerlaubte Drohnenflüge. Doch das soll sich jetzt ändern. Der Gemeinderat arbeitet mit Hochdruck an einer Lösung. Eine mögliche Option: eine zeitliche Zufahrtbeschränkung für Reisebusse. Auch höhere Parkgebühren für Busse werden diskutiert. Doch der Reiseboom bringt dem Dorf nicht nur Probleme.

„Wir sind ein kleiner Ort, der vor einigen Jahren noch verschuldet war und Gefahr lief, eingemeindet zu werden. Jetzt haben wir einen Haushalt von 4,4 Millionen Euro mit rund 160.000 Euro Überschuss.“ – Bürgermeister Alexander Scheutz gegenüber dem Spiegel

Kurioser Fakt: 150.000 Euro dieses Überschusses erwirtschaftet die Gemeinde allein mit öffentlichen Toiletten. Doch warum ist Hallstatt in Fernost eigentlich so beliebt? Ein Grund für die Bekanntheit ist ein Nachbau des Dorfes in der chinesischen Provinz Guangdong. Das spiegelverkehrte Duplikat für 900 Millionen US-Dollar wird 2012 eröffnet. Auch das fernöstliche TV-Programm trägt zur Beliebtheit des Ortes bei. Die koreanische Seifenoper „Spring Waltz“ wird in Hallstatt und Wien gedreht. Ein weiterer Grund: Auf diversen Webseiten wird Hallstatt als eine der schönsten Kleinstädte Europas gehandelt. Offenbar wird Hallstatt auch in Zukunft ein kleiner Ort mit großer Beliebtheit bleiben.



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