Hochwertige Halbchancen (Tageszeitung junge Welt)


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Air Jordan war nichts dagegen: Nürnberger Flugübungen

Das Zweitligaduell der renommierten Fahrstuhlmannschaften 1. FC Nürnberg und FC St. Pauli hat am Sonntag mit einem 1:1-Unentschieden geendet. Aus der Anfangsphase des Spiels gibt es nur wenig zu berichten. Ich hatte auf dem Weg zur S-Bahn den halben Joint geraucht, der vom Frühstück übriggeblieben war, und auf meinem Platz in der Gegengerade angekommen, hatte ich angefangen, die acht Ecken des Stadionrunds zu zählen und war bei fünf eingeschlafen.

In der 22. Minute weckte mich der doppelte Torschrei der Pauli-Anhänger. Der Treffer von Viktor Györkeres war erst im zweiten Versuch von Schiedsrichter Lasse Koslowski gegeben worden. Direkt nach Wiederanstoß drängte eine Nürnberger Stadttaube in die Hamburger Spielhälfte, wurde von Gästeverteidiger Daniel Buballa abgeblockt, hob ab und ließ sich hinter der Seitenauslinie nieder. Die Clubberer erspielten sich jetzt hochwertige Halbchancen, bis sie von Schiedsrichter Koslowski mit einem Pausenpfiff unterbrochen wurden.

Mit 0:1 gingen die Spieler in die Kabinen und ich nach unten, um für drei im Weckla anzustehen. Kein Bier, ich hatte Mama versprochen, mich nicht zu betrinken. Beim Einsenfen fiel eine der Bratwürste in den Abseitseimer, ich wechselte einen Klecks Mayonnaise ein. Ich kam gerade noch rechtzeitig zu meinem Sitzplatz zurück, um den Ausgleichstreffer von Club-Kapitän Hanno Behrens in der 52. Minute zu verpassen. Die Anzeigentafel zeigte einen astreinen Hammer in Robin Himmelmanns Tor.

Danach ein bisschen hin und her, Höhepunkt der zweiten Spielhälfte war die Mitteilung des Stadionsprechers, dass 32.117 Zuschauer im Stadion sind. Eigentlich hatte der FCN mehr vom Spiel, er nutzte aber seine Chancen nicht konsequent genug. Genau so fasst es übrigens auch der Kicker zusammen, das habe ich nachgeprüft. In der Nachspielzeit kollidierte noch Club-Keeper Christian Mathenia mit Pauli-Joker Borys Tashchy. Beide blieben so lange liegen, bis Koslowski abpfiff. So blieb es bei Nürnbergs elftem 1:1-Unentschieden im neunten Spiel.

Auf dem Weg vom Max-Morlock-Stadion rechts an der Reichsparteitagsgeländenführertribüne vorbei zur SS-Bahn moserten die Nürnberger Fans zufrieden über den gefestigten Stammplatz im Niemandsland der Tabelle. »Däi kenna frou sai, dass däi überhabtsd an Bunkt gmacht hahm«, meint mein 1,40 Meter großer und runder Nebenmann. Bassd scho.



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