Hyalomma-Zecke in Deutschland: Super-Zecke eingetroffen! SO gefährlich sind die Blutsauger


Die Zecken Gemeiner Holzbock (l, Ixodes ricinus) und Hyalomma marginatum liegen in der undatierten Aufnahme zum Größenvergleich nebeneinander.
Bild: Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr

Funde mehrerer tropischer Zecken in Deutschland beunruhigen Forscher. In Niedersachsen und Hessen registrierten Wissenschaftler bereits Ende 2018 insgesamt sieben Exemplare der Gattung Hyalomma, der Super-Zecke, wie die Mitarbeiter der Universität Hohenheim und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mitteilten.

Super-Zecke in Deutschland: Hyalomma-Zecke auf dem Vormarsch

Die Tiere sind nicht nur wesentlich größer als der hiesige Gemeine Holzbock, sie können auch Erreger anderer Krankheiten übertragen. In einem Tier fanden die Forscher Rickettsia-Bakterien, die das Zecken-Fleckfieber auslösen. Es führt beimMenschen zu Hautveränderungen und Fieber.

Hyalomma-Zecke breitet sich durch derzeitige Witterung in Deutschland aus

Die an trockene Hitze gewöhnten Zecken, die sonst in Afrika, Asien und Südeuropa leben, fühlten sich bei der derzeitigen Witterung in Deutschland sehr wohl, betonen die Wissenschaftler. „Wir gehen davon aus, dass wir mit immer mehr tropischen Zeckenarten in Deutschland rechnen müssen, die sich durch gute Wetterbedingungen hier ansiedeln können“, sagte die Parasitologin Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart. Zuvor habe man erst zweimal einzelne Hyalomma-Zecken in Deutschland entdeckt, in den Jahren 2015 und 2017.

Super-Zecke überträgt tropische Krankheiten wie das Krim-Kongo-Fieber

Die in diesem Jahr an Pferden und Schafen gefundenen Zecken gehören zu den Arten Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes. Sie können Erreger diverser Krankheiten übertragen, darunter den viralen Verursacher des Krim-Kongo-Fiebers. Dabei handelt es sich um eine in vielen Fällen tödliche Viruserkrankung. Die Hyalomma-Zecken gelangen nach Vermutung der Experten über Vögel nach Deutschland.

Robert-Koch-Institut: 5 weitere Regionen FSME-Risikogebiete

Die Gefahr von Zecken in Deutschland ist in diesem Jahr so groß wie nie zuvor. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat fünf weitere Regionen zuFSME-Risikogebieten erklärt. Darunter ist mit dem Land­kreis Ems­land auch erst­mals Nieder­sachsen betroffen. Die anderen vier neuen FSME-Risiko­gebiete – ein Kreis in Sachsen und drei Kreise in Bayern – grenzen an be­stehen­de Risiko­gebiete.

Zecken-Alarm!FSME-Risikogebiete in Deutschland 2019

Die meisten FSME-Risikogebiete in Deutschland liegen inBayern, Baden-Württem­berg, Süd­hessen, Süd­ost­thüringen und Sachsen. Je ein Risikogebiet gibt es laut RKI außerdem inMittel­hessen, im Saar­land und in Rhein­land-Pfalz.

Wie Sie sich vor Borreliose, FSME und Co. schützen, lesen Sie hier!

fka/kum/news.de/dpa



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