In Flüchtlingslager geboren: Jetzt ist Aminata Touré Landtagsvizepräsidentin


+++ Gute Nachrichten +++: In einem Flüchtlingslager geboren: Jetzt ist Aminata Touré Landtagsvizepräsidentin

Aktualisiert am Freitag, 30.08.2019, 09:49

Verbrechen, Streit und Katastrophen: Die Nachrichtenwelt konzentriert sich naturgemäß stark auf negative Ereignisse. In diesem News-Ticker setzen wir ein Gegengewicht – mit großen und kleinen Geschichten über Glück, Gelingen und Entwicklungen, die Hoffnung machen.

Größte Hotelkette der Welt verbannt Plastikfläschchen

Freitag, 30. August, 09.48 Uhr: Marriott International, die größte Hotelkette der Welt, sagt Plastik den Kampf an. Die Geschäftsführung des US-Unternehmens kündigte an, Plastik-Fläschchen mit Duschgel, Shampoo oder Cremes aus den Hotels zu verbannen. Um weniger Abfall zu verursachen, ersetzt die Hotelkette sie bis 2020 durch große Plastikflaschen.

Ob in den unzähligen Marriott-, Sheraton- oder Ritz-Carlton-Hotels, die von der Kette geführt werden – in allen Zimmern lagen bisher mehrere Toilettenartikel aus Plastik bereit, Gäste konnten sie sogar als Andenken mitnehmen. Bei 7000 Hotels und rund 500.000 Zimmern weltweit kommt da einiges zusammen. Rund 1000 Marriott-Häuser in Nordamerika hätten Angaben des Unternehmens zufolge den Schritt schon getan und große Flaschen eingeführt.

Bisher produzierte die Hotelkette allein mit den Fläschchen rund 7,7 Millionen Kilogramm Plastik jährlich. Damit soll bald Schluss sein.

Sie wurde in einem Flüchtlingslager geboren: Jetzt ist Aminata Touré Landtagsvizepräsidentin

21.42 Uhr: Ob sie aufgeregt sei? „Ja, voll“, sagt Aminata Touré vor ihrer Wahl. Dann ist es vollbracht an diesem Mittwoch: Die 26 Jahre alte Grüne ist neue Vizepräsidentin des Landtags in Kiel. Erst seit zwei Jahren ist die gebürtige Neumünsteranerin, deren Familie aus dem westafrikanischen Mali stammt, Abgeordnete an der Förde.

In der kurzen Zeit hat sie sich besonders in der Flüchtlings- und Integrationspolitik einen Namen gemacht, tritt selbstbewusst und rhetorisch sicher im Parlament auf. „Sie ficht auch mal eine harte Klinge“, bescheinigte ihr vor Monaten SPD-Fraktionschef Ralf Stegner. Der Name Aminata bedeutet übrigens die Vertrauenswürdige, Frau des Friedens und der Harmonie.

Im Kieler Landtag ist Touré die erste schwarze Abgeordnete. Ihre Familie verfolgte die Wahl zur Vizepräsidentin auf der Tribüne. Sie sei stolz auf ihre Tochter, sagte ihre Mutter, die mit ihren drei weiteren Töchtern gekommen war.

Mit den Worten „ein schöner Tag heute“, wandte sich Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) an die Familie. Sie sei „voll erleichtert und voll froh“ über den Vertrauensbeweis, sagte Touré nach ihrer Wahl. Sie wolle in ihrer Sitzungsleitung klar sein und Debatten nicht vorschnell unterbrechen.

Im Visier auch überregionaler Medien ist die Politikwissenschaftlerin Touré schon seit längerem. Auch die Modezeitschrift „Vogue“ hat eine Story mit ihr gemacht. Sie sprach sogar schon in Berlin mit Barack Obama.

Touré war 1992 in Neumünster in einem Flüchtlingslager zur Welt gekommen, nach der Flucht ihrer Familie aus dem Chaos von Mali. Nach vielen Kettenduldungen bekam die Familie zwölf Jahre später die deutsche Staatsbürgerschaft.

Touré, die zu den Zukunftshoffnungen der Nord-Grünen zählt, hat sich nach eigenen Worten klar entschieden, weiter in Schleswig-Holstein Politik zu machen. In der nächsten Wahlperiode wolle sie mehr Verantwortung tragen, hatte sie schon vor Monaten erklärt. „Ich bleibe in Schleswig-Holstein“, bekräftigte sie nach ihrer Wahl.

Eurojackpot geknackt: Finnische Kleinstadt hat auf einmal 50 neue Lotto-Millionäre

29. August 2019, 04.54 Uhr: Nach dem Gewinn des mit 90 Millionen Euro gefüllten Eurojackpots leben in einer finnischen Kleinstadt von nun an 50 Lotto-Millionäre. Sie hatten sich an einem in einem Supermarkt ausgelegten Tippschein in ihrer Gemeinde Siilinjärvi beteiligt, wo es zur Feier über den Preis am Freitag Kaffee und Kuchen für alle geben soll. Die Zeitung „Iltalehti“ rechnete vor, mit dem Jackpot der Tippgemeinschaft könnten auf einen Schlag die gesamten Schulden der Gemeinde abbezahlt werden. Die Summe entspricht demnach dem Betrag, der in der 20 000-Einwohner-Stadt jährlich an Steuern gezahlt wird.

„Dieser Gewinn ist an eine gute Gruppe gegangen“, sagte der Verkäufer in dem Markt, Jyrki Huttunen, gegenüber „Iltalehti“. Bei der Tippgemeinschaft handele es sich um „50 glückliche Leute“. Alle von ihnen erhalten nun jeweils rund 1,8 Millionen Euro.

Zum zweiten Mal in diesem Jahr war der Jackpot in der europäischen Lotterie auf seine Höchstsumme von 90 Millionen Euro angewachsen, weil er seit sieben Wochen in Folge nicht geknackt worden war. Dank der Gewinnzahlen 15-18-19-41-42 und den beiden Eurozahlen 4 und 6 – die passenderweise in der finnischen Hauptstadt Helsinki gezogen wurden – ging er am Freitag schließlich an die Tippgemeinschaft in Siilinjärvi. Die Kleinstadt liegt rund 400 Kilometer nordöstlich von Helsinki im finnischen Nirgendwo.

Es handelt sich um den 16. Eurojackpot der höchsten Kategorie, der nach Finnland geht. Einen solch hohen Eurojackpot-Gewinn, der durch Gewinne in unteren Kategorien noch um knapp zwei Millionen Euro gesteigert wurde, hat in dem skandinavischen Land aber noch nie gegeben. Die Chance auf den Hauptgewinn im Eurojackpot liegt bei 1 zu 95 Millionen.

„Symbol für Versöhnung“: Alte Kirchturmuhr aus DDR-Todesstreifen schlägt wieder

15.28 Uhr: 58 Jahre lang stand die Turmuhr der alten Versöhnungskirche am Mauerstreifen an der Bernauer Straße in der Mitte Berlins still. Zuvor wurde sie jedoch zu einem Symbol des Widerstands gegen die Teilung Deutschlands. Jörg Hildebrandt, der die Zeiger der Uhr aus Protest gegen den Bau der Mauer damals auf „Fünf vor Zwölf“ stellte, erlebte am Mittwoch, wie die alte Turmuhr wieder zu ticken begann.

Ihren neuen Platz hat die restaurierte Uhr im Foyer der Diakonie in Berlin gefunden. Hier soll sie als „besonderes Symbol für Versöhnung und Hoffnung“ zu sehen sein, wie es bei der Enthüllung hieß. Dass das Uhrwerk ausgerechnet am 28. August 2019 wieder zu schlagen begonnen hat, ist dabei kein Zufall: Vor 125 Jahren wurde die Versöhnungskirche errichtet. Für Hildebrandt ein besonderer Tag, auch weil er das große mechanische Pendel „seiner“ alten Turmuhr anstoßen durfte – genau um „Fünf vor Zwölf“.

Seine Aktion damals sei „Notwehr“ gewesen, sagt Hildebrandt rückblickend. Ein Zeichen dafür, die Menschen, die vom DDR-Regime aus ihren Häusern geworfen wurden, nicht zu vergessen. „Es war Empörung, Wut und Zorn, die mich dazu getrieben haben, die Uhr auf ‚Fünf vor Zwölf‘ zu stellen. Als Sechsjähriger musste ich bereits eine Flucht erleben, und im August 1961 wurde ich in der Bernauer Straße eingemauert und meiner Freiheit beraubt“, erklärt der heute 80-Jährige. „Ich war hilflos und wollte wenigstens Spuren hinterlassen.“

Als Sohn des Pfarrers kannte er die Uhr nur zu gut, verdiente sein Taschengeld damit, dass alle Ziffernblätter der vier verschiedenen Himmelsrichtungen immer die korrekte Zeit anzeigten. „Das war meinem Vater als altem Preußen fast wichtiger als eine gelungene Sonntagspredigt“, erinnert sich Hildebrandt. Seine Aktion blieb nicht lange unbemerkt: Die Zeiger, die der Mauer zugewandt waren, wurden bald auf 12 Uhrumgestellt. „Aber es gibt ein Foto, das beweist, dass eines der Ziffernblätter noch 1980 auf ‚Fünf vor Zwölf‘ stand“, sagt er stolz.

In alten Polizeiberichten sei die Rede von einer groben Provokation gewesen, erzählt der Rentner lachend. Ihm sei verboten worden, den Turm jemals wieder zu betreten – gehalten habe er sich daran aber nicht: Schließlich hatte er jahrelang mit seiner Familie auf dem Gelände gelebt und wusste, wie er die Wachen meiden konnte.

Die evangelische Versöhnungskirche, die einst das wuchtige Uhrwerk beherbergte, steht schon seit 34 Jahren nicht mehr. Das Gotteshaus, das nach der Grenzschließung am 13. August 1961 für die Gemeindemitglieder aus dem westlichen Teil Berlins nicht mehr zugänglich war, durfte zehn Tage später auch von den Kirchgängern im Osten nicht mehr betreten werden – das Gotteshaus stand nun im Todesstreifen.

24 Jahre lang nutzten Grenzsoldaten den Kirchturm als Wachposten. In der Sakristei lebten Wachhunde in Zwingern, den Altarbildern wurden die Köpfe abgeschlagen. 1985 wurde die Versöhnungskirche schließlich gesprengt, die Turmuhr zuvor jedoch ausgebaut und eingelagert. An der Stelle der alten Versöhnungskirche steht heute die Kapelle der Versöhnung, die um die Jahrtausendwende errichtet wurde.

Dass der alte Zeitmesser jemals wieder arbeiten würde, hätte Hildebrandt, einer der Mitbegründer des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg (ORB), nicht für möglich gehalten. „Nach der Kirchensprengung 1985 habe ich gar keinen Gedanken mehr daran verschwendet, es schien mir unmöglich“, gibt er zu. „Dass die Uhr nun doch wieder tickt, empfinde ich als großes Glück.“

Und daran hat nicht nur ein Meisterbetrieb nahe Berlin seinen Anteil, sondern auch der heutige Pfarrer der Versöhnungsgemeinde, Thomas Jeutner. Auf seine Initiative hin suchte die Gemeinde unter dem Motto „Gönn dir eine Minute“ nach Spendern, die symbolisch eine oder mehrere von 720 zu vergebenden Minuten (von 0 bis 12 Uhr) erwerben und der alten Turmuhr damit ein zweites Leben schenken wollten. Rund 35.000 Euro kamen bisher zusammen.

Auch Hildebrandt hat gespendet und sich – wie könnte es anders sein – die Minuten von 11.55 Uhr bis 12 Uhr gesichert. Die ersten drei Minuten sind seinen zwei Töchtern und seinem Sohn gewidmet, die letzten beiden seiner verstorbenen Frau und sich selbst.

„Dropkick Murphys“ überraschen dreijährigen Krebspatient mit Privatkonzert

Mittwoch, 28. August, 08.35 Uhr: Die Folk-Punk-Band Dropkick Murphys hat einen krebskranken Dreijährigen mit einem Privatkonzert direkt vor dessen Haus überrascht. Die Musiker statteten dem kleinen Quinn aus Weymouth im US-Bundesstaat Massachusetts einen Überraschungsbesuch ab. Nach einer Gehirn-OP, zahlreichen Chemotherapie-Sitzungen und Stammzellen-Transplantationen kuriert sich der Dreijährige derzeit zuhause  aus. Wegen der Ansteckgefahr darf Quinn das Haus nicht verlassen. Immer wieder bekommt der Kleine daher Besuch von als Superhelden verkleideten Menschen, berühmten Sportlern, Freunden oder Familienangehörigen.

Doch zwei Männer übertrumpften alle: Die „Dropkick Murphys“-Bandmitglieder Ken Casey und Tim Brennan standen eines Tages direkt vor Quinns Haus und performten einige ihrer besten Lieder wie „The Wild Rover“ oder „I’m Shipping Up To Boston“. Aufnahmen von dem rührenden Privatkonzert veröffentlichte die Band später auf ihrem Instagram-Account. „Quinn hat eine wundervolle Familie und wir binden sie in unsere Gedanken und Gebete ein“, kommentierten sie die Bilder.

„Wir können gar nicht dankbar genug sein, vor allem heute, dafür, dass Ken Casey und Tim Brennan sich Zeit genommen haben um Quinn zu besuchen.“, schrieb die Familie des Dreijährigen später auf Facebook. Für den kleinen Quinn gab’s neben der musikalischen Unterhaltung auch noch einen Kuschel-Hai, der den Dreijährigen von nun an immer an den speziellen Besuch erinnern wird.

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