Influencer: Neues Gesetz soll Werbe-Grenzen klren


Instagram-Werbebotschafter im Internet sollen mehr Rechtssicherheit bekommen. Die geplanten neuen Regeln der Bundesregierung betreffen sogenannte Influencer, die in sozialen Netzwerken Videos und Fotos verffentlichen. Die Frage, wann eine solche Verffentlichung zum Beispiel bei Instagram als Werbung zu kennzeichnen ist, soll mithilfe eines Gesetzes eindeutiger als bisher beantwortet werden, wie der Staatssekretr im Justizministerium, Gerd Billen, sagte.

Influencer-Gesetz: Keine Angst vor Abmahnungen

Dass Beitrge, die bezahlt werden, als Werbung gekennzeichnet werden mssen, ist eine Selbstverstndlichkeit und muss auch in Zukunft erfolgen, erluterte Billen. Aber wenn Dinge gepostet werden, fr die es keine Gegenleistung gibt, knnen wir Rechtssicherheit schaffen, indem nicht alles und jedes schon aus Angst vor einer Abmahnung als Werbung gekennzeichnet wird.

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Influencer-Gesetz: Reaktion auf Hummels-Prozess

Das Justizministerium reagiert damit auf ein Urteil, das Ende April 2019 Aufsehen erregt hatte: Die Instagram-Berhmtheit Cathy Hummels hatte einen Schleichwerbungsprozess vor dem Landgericht Mnchen siegreich berstanden. Die zustndige Kammer wies die Zivilklage des fr Abmahnungen bekannten Verbands Sozialer Wettbewerb am 29. April 2019 ab. Informierte Internetnutzer wssten, dass Hummels mit ihrem Instagram-Profil kommerzielle Interessen verfolge, sagte die Vorsitzende Richterin Monika Rhein. Insofern handele es sich auch nicht um unlautere Werbung. Hummels hat auf Instagram mittlerweile 485.000 Follower. Allein aus dieser hohen Zahl geht nach Einschtzung der Kammer hervor, dass die Ehefrau von Fuballprofi Mats Hummels (FC Bayern Mnchen) auf ihrer Seite keine rein privaten Interessen verfolgt. Eine solche Zahl von Freunden schafft kein Mensch, sagte Rhein.

Was bedeutet das Hummels-Urteil fr Influencer?

Das Urteil bedeutet keine Klrung der Rechtslage, ob sogenannte Influencer berhaupt noch Dinge anpreisen drfen, ohne das als Reklame zu kennzeichnen. Die Entscheidung ist nicht rechtskrftig, auerdem hat der in Berlin ansssige Verein mehrere Influencerinnen abgemahnt. Eine parallele Klage gegen die Fitness-Bloggerin Pamela Reif vor dem Landgericht Karlsruhe hat der Verband gewonnen. Eine obergerichtliche Entscheidung gibt es noch nicht.

Cathy Hummels: Die Vorwrfe

Im Mnchner Fall warf der Verband Cathy Hummels unlautere Werbung in mehreren Fllen vor, weil sie auf ihrer Instagram-Seite (@catherineyyy) Internet-Links zu Herstellern gesetzt hatte, ohne das als Reklame zu kennzeichnen. Hummels wehrte sich dagegen mit dem Argument, dass sie fr die abgemahnten Beitrge kein Geld erhalten hatte. Echte Werbung hingegen kennzeichnet die ehemalige Moderatorin mit dem Hinweis Bezahlte Partnerschaft.

Was ist ein Influencer?

Influencer ist eine eine Person, die mit ihrem Ansehen und ihrer Reichweite fleiig Produktwerbung auf den Social-Media-Seiten betreibt. Dabei verdienen Meinungsmacher wie Bibi und Dagi Bee nicht gerade schlecht. Laut Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) liegt die Wahrnehmung von Produkten bei Facebook und YouTube bei 52 und 37 Prozent sie bilden damit die zwei wichtigsten Kanle. Es folgen WhatsApp (22 Prozent), Instagram (15 Prozent) und Google Plus (15 Prozent). Wo Werbung ist, entsteht der Wille zum Kauf. Das schlgt sich in den Zahlen nieder: Jeder sechste deutsche Online-User im Alter von 14 bis 29 Jahren kaufte bereits Produkte, die ein Influencer bewarb. Marco Zingler, Vize-Prsident des BVDW: Die Zahlen zeigen eindeutig, dass Influencer-Marketing verkaufsfrdernd wirkt. (Mit Material der dpa.)



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