Kostenreduzierung: Tesla macht trotz Umsatzrückgang überraschend Gewinn

Der US-Elektroautohersteller Tesla hat nach einem verlustreichen ersten Halbjahr im dritten Quartal 2019 wieder Gewinn gemacht. Demnach verbuchte das Unternehmen bei einem im Vergleich zum Vorquartal leicht gesunkenen Umsatz von 6,3 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von 143 Millionen US-Dollar. Im Jahresvergleich sank der Umsatz mit acht Prozent noch deutlich stärker.

Tesla hatte bereits Anfang Oktober bekanntgegeben, mit 97.000 Elektroautos so viele Fahrzeuge wie noch nie in einem Quartal ausgeliefert zu haben. „Wir konnten große Fortschritte bei der Kostenkontrolle erzielen“, sagte Tesla-Chef Elon Musk nach Angaben des Wall Street Journals in einem Gespräch mit Analysten am Mittwoch und fügte hinzu: „Unsere Betriebskosten sind jetzt die niedrigsten seit Beginn der Model-3-Produktion.“

Die operativen Kosten sanken im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 930 Millionen Dollar. Laut Finanzchef Zach Kirkhorn konnte Tesla die Kosten durch „Verbesserungen der Arbeitsstunden pro Fahrzeug“ sowie der Logistik-, Lager- und Lieferabläufe reduzieren.

In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres hatte Tesla noch hohe Verluste gemeldet. Nach 702 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2019 war der Verlust im zweiten Quartal auf 408 Millionen Dollar gesunken. Analysten hatten für das dritte Quartal ebenfalls noch Verluste erwartet. Der Aktienkurs sprang nach Bekanntgabe der Zahlen um 17 Prozent von rund 254 Dollar auf fast 300 Dollar.

Unklar ist nach US-Medienberichten hingegen, welche Rolle der Verkauf von Emissionsrechten bei dem Quartalsgewinn spielte. So hat der Autohersteller Fiat Chrysler (FCA) offenbar eine Vereinbarung getroffen, um seine Fahrzeugflotte mit Tesla zusammenzulegen. Das soll Tesla Einnahmen in Höhe von zwei Milliarden Dollar bringen. Details könnten aus dem sogenannten 10-Q-Dokument hervorgehen, das Tesla demnächst bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichen muss.

Tesla meldete darüber hinaus schnelle Fortschritte beim Aufbau seiner Gigafactory 3 im chinesischen Schanghai. Dort würden bereits Testautos gebaut. Der Bau der Fabrik sei um 65 Prozent pro Produktionseinheit günstiger gewesen als in den USA. Tesla rechnet damit, dass China der größte Markt für das Model 3 werden wird.

Die dort gesammelten Erfahrungen sollen nun auch beim Aufbau der Produktionslinien für das geplante Model Y in den USA genutzt werden. Dort sollen die Investitionskosten nur halb so hoch werden wie beim Model 3. Der Produktionsaufbau beim Model Y verlaufe schneller als geplant. Die ersten Exemplare des Crossover-SUV solle im Sommer 2020 hergestellt werden.

Auch in Europa will Tesla demnach das Model 3 und das Model Y produzieren. Die Auswahl des Produktionsstandortes befinde sich „in der Endphase“. Zuletzt gab es Gerüchte, dass Tesla an einem Standort in Niedersachsen interessiert sei. In den vergangenen Jahren hatte Tesla-Chef Elon Musk mehrfach Investitionen in einen europäischen Produktionsstandort angekündigt. Bislang gibt es nur im niederländischen Tilburg ein Montagewerk für das Model S und das Model X. Im Juni 2018 deutete Musk zudem an, dass Deutschland als Standort für eine Giga-Fabrik in Frage komme. Im März 2019 hieß es dann aber, dass offenbar doch keine Batteriefertigung in Deutschland geplant sei.

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