Kulturtipps für Corona-Zeiten: Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Samstag – Kultur

Emmanuel Pahud, Soloflötist der Berliner Philharmoniker, hat mit Orchesterkolleginnen und -kollegen das Programm

KLASSIK-TIPP

Neuigkeiten von der Digital Concert Hall der Berliner Philharmoniker, die nach wie vor per Gratis-Gutschein allen zugänglich ist: Ab sofort gibt es jeden Samstag um 19 Uhr die Berlin Phil Serie mit Kammermusik live und Archivaufnahmen von Orchesterwerken. Jeder Abend steht unter einem Thema und wird von Orchestermitgliedern zusammengestellt und präsentiert. Den Anfang machen der Soloflötist Emmanuel Pahud, Flöte, der Bratscher Amihai Grosz und die Harfenistin Marie-Pierre Langlamet. Unter dem Motto „Vive la France“ spielen sie Werke von Rameau, Debussy, Ibert und Ravel, gefolgt von einem Konzert unter Leitung von Claudio Abbado mit Debussys La Mer aus dem Jahr 2009. Wer heute Abend etwas Besseres vorhat: Der Stream wird am Sonntag um 13 Uhr wiederholt. Und für den kommenden Samstag stellt Konzertmeister Noah Bendix-Bagley ein Programm unter dem Motto „An American in Berlin“ zusammen, von Gershwin bis Bernstein.

FILM-TIPP

Das „Arsenal 3“ geht in die fünfte Woche. Eine schöne Herausforderung, schreiben die Arsenal-Macherinnen, aus den eigenen Verleihbeständen jede Woche ein neues Streaming-Programm zusammenzustellen. Vielleicht kuratieren ja gar nicht wir, schreiben sie auch, sondern „es sind die Filme selbst, die sich mal so und mal anders gruppieren und dabei Neues hervorbringen.“ Die zwölf Filme, die nun bis zum 1. Mai online gratis zugänglich sind, sind Porträts ungewöhnlicher Menschen, besondere Nahaufnahmen. Darunter Claudia von Alemanns Porträt der Fotografin Abisag Tüllmann, „Die Frau mit der Kamera“ (2015), Raina Stephans Rekonstruktion der Biografie einer der berühmtesten arabischen Schauspielerinnen, „The 3 Disappearances of Soad Hosni“ (2011) und „Mein Bruder. We’ll Meet again“ von Thomas Heise, der mit seinem aktuellen grandiosen Dokumentarepos „Heimat ist ein Raum aus Zeit“ für den Deutschen Filmpreis nominiert ist. Verleihung ist nächsten Freitag. In seinem einstündigen Film von 2005 besucht er seinen Bruder Andreas. Der ehemalige Koch lebt jetzt in Frankreich in den Bergen, er war sterbenskrank, nun hat er sich verliebt. Versuch eines Gesprächs über Andreas‘ Freund, der IM war – ein Film über das Unausgesprochene.

FOTO-TIPP

Unter dem Hashtag #AloneTogether überlässt die Fotogalerie C/O Berlin im Amerikahaus ihren Instagram-Account seit einigen Wochen wechselweise Künstlern. Seit dem gestrigen Freitag blättert die schwedische Fotokünstlerin Lina Scheynius durch ihre elfteilige Publikation „My Photo Books“. Die Bilder entstanden zwischen 1991 und 2018 und „bieten einen intimen Einblick in das Leben einer Frau des 21. Jahrhunderts, in ihren Alltag mit ihren Freunden und ihren Lieben“, heißt es in der Ankündigung. Scheynius hat sich mit intimen Stillleben einen Namen gemacht, Körperbildern, vermeintlichen Schnappschüssen von Sex und Berührung, Momenten des Voyeurismus. Oft entsteht bei ihren Bildern eine Nähe, deren Anblick fast schmerzt. Ganz schöne Herausforderung in Zeiten des Mindestabstands.

KUNST-TIPP

Gucken und klicken: Das Kunstforum der TU Darmstadt hat seine Ausstellung „RADAR II. Aktuelle Projekte aus Kunsthochschulen“ einfach ins Netz verlegt. Man spaziert durch das Foyer und den großen Ausstellungsraum, nähert sich mittels 3D-Technologie den dort gezeigten Werken, klickt den jeweiligen Button daneben an und schon erklären einem Studierende oder die Leiterin des Kunstforums, Julia Reichelt, die Arbeiten. Die Kamera gestattet Nahansichten von Materialien, gestalterischen Details, ungewöhnlichen Rahmen. Kunst zum Anfassen: Digital ist mehr Nähe erlaubt als sonst im Museum.

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