Lou Beyer spricht im Interview über ihren Vater Nino de Angelo



Nino de Angelos Tochter Louisa Beyer ist erfolgreiche Influencerin. 170.000 Follower hat sie auf Instagram. Die 30-Jährige hält ihren berühmten Vater aber ganz bewusst aus ihrer Karriere heraus.

Frau Beyer, Sie haben sich in den vergangenen Jahren eine große Instagram-Community aufgebaut, haben viele Fans auf der Plattform. Viele davon wissen sicher gar nicht, dass Nino de Angelo Ihr Vater ist.

Nee, genau. Das habe ich auch nie so groß kommuniziert. Meine Tätigkeit hat ja mit der meines Vaters kaum zu tun. Ich glaube, damit werden wir einige überraschen, wenn die Sendung ausgestrahlt wird.

Sie halten bewusst zurück, dass Sie einen berühmten Vater haben.

Das war mir wichtig, weil ich von klein auf nur kannte, immer „die Tochter von“ zu sein. Irgendwann wollte ich natürlich auch eine eigene Identität haben, einen Namen losgelöst von „Tochter von“.  

War das in Ihrer Schulzeit ein großes Thema?

Ja, schon. Aber tatsächlich eher von den Eltern meiner Mitschüler ausgehend. Da hieß es „Louisa de Angelo“, obwohl das ja gar nicht unser Familienname war, sondern nur der Künstlername meines Vaters. Ich wurde aber sowieso selten mit meinem Namen vorgestellt: „Das ist die Laura, das ist die Lisa und das ist die Tochter von Nino.“ Das ist natürlich nicht schlimm und das machen die meisten Leute bestimmt nicht bewusst, aber da merkt man auch als kleiner Mensch schon, irgendwas hat es doch mit diesem Namen auf sich.

Ihr Verhältnis zu Ihrem Vater ist aber gut?

Ja, das ist wirklich super! Wir hatten natürlich auch anstrengende Phasen in meiner Teenager-Zeit. Ich war echt ein schwieriger Teenager. Das tut mir auch sehr Leid für meine Eltern im Nachhinein. Aber je älter und auch erwachsener ich wurde, desto besser haben wir uns verstanden, inzwischen gibt es wirklich nichts worüber wir nicht super offen reden können.

Inwiefern waren Sie schwierig?

Ich war schon ein kleiner Frechdachs. Ich fand Schule und lernen super blöd, wollte lieber ausgehen und mit Freunden rumhängen, ich war ein bisschen rebellisch und wollte jede Grenze die meine Eltern gesetzt haben austesten. Mein Vater war aber in diesen Jahren an der Erziehung gar nicht so sehr beteiligt wie meine Mutter. Meine Eltern waren da schon getrennt und meine Mutter hatte mich als Quälgeist-Teenie quasi alleine an der Backe.

Sind Sie denn behütet aufgewachsen? Papa, Mama, Bruder, alle zusammen?

Ja, schon. Meine Eltern haben sich scheiden lassen als ich ungefähr zehn, elf war. Ich hatte das damals nicht so ganz mitbekommen, weil die beiden schon ein bisschen länger getrennt waren. Danach hat sich unser Familienleben natürlich schon ein bisschen geändert. Aber eben auch nicht so sehr. Mein Vater war ja immer viel unterwegs durch seinen Job und die Musik. Es war bei uns nie so, dass Papa abends um 18 Uhr beim Abendbrot in Köln ist. Wir waren viel gemeinsam, aber auch viel getrennt unterwegs. Aber auch nach der Scheidung hat Mama uns ein sehr behütetes Zuhause geboten und uns von allem ferngehalten, was noch nichts für uns war. Schlagzeilen zur Scheidung der beiden habe ich damals zum Beispiel gar nicht mitbekommen.

Und wie gehen Sie jetzt damit um, wenn Sie negative Schlagzeilen über Ihren Vater lesen?

Als ich älter wurde, habe ich die ein oder andere Schlagzeile natürlich mitbekommen. Das war am Anfang etwas seltsam. Der Vater, der in den Schlagzeilen steht, ist gar nicht der Vater, den ich von Zuhause kenne. Für uns ist er ja ein ganz normaler Papa mit allem Drum und Dran. Ich hab aber dadurch gelernt, ihn auf alles ganz offen anzusprechen. Meistens erfährt man dann auch, dass Schlagzeile und Wahrheit gar nicht mal so nah aneinander liegen. Grundsätzlich bin ich aber niemand, den das wahnsinnig runterzieht oder verletzt.

So etwas darf man auch nicht zu sehr an sich heranlassen.

Denke ich auch. Ich bin ja eher stolz auf meine Eltern. Auf das, was sie erreicht haben und wofür sie eigentlich bekannt sind.

Jetzt sind Sie selbst verheiratet und schon ziemlich lange mit ihrem Mann, dem DJ David Puentez, zusammen.

Meine Mutter hatte in Köln ein total schönes Restaurant, in dem ich während meines Studiums gekellnert habe. Ben (sein bürgerlicher Name; Anm. der Redaktion) war dort Stammgast und so haben wir uns kennengelernt.

Und dann sind Sie ganz schnell zusammengezogen?

Ganz, ganz schnell! Ich bin nach meinem Studium herumgereist und hatte meine Wohnung sechs Monate untervermietet. Als ich aber spontan doch früher wieder zurück in Köln war, bin ich erstmal bei meiner Mum auf der Couch untergekommen. Es war eher eine Schnapsidee, als Ben nach ein paar Wochen sagte, ich soll einfach bei ihm wohnen. Er meinte, wenn es nicht klappt, dann kann ich immer noch zurück in meine alte Wohnung, sobald die Untermiete endet. Aber es hat sogar sehr gut geklappt, seitdem leben wir zusammen und sind inzwischen sogar fünf Jahre verheiratet.

Was haben Sie studiert? Jetzt arbeiten Sie ja als Influencerin, richtig?

Genau. Ich habe Produktdesign studiert und einige Jahre selbstständig in dem Beruf gearbeitet. Das mache ich projektbezogen nach wie vor sehr gerne. Aktuell ist es aber tatsächlich so, dass sich die Themen Social Media, Influencer Marketing und Blog bei mir so spannend und positiv entwickeln, dass ich momentan fast ausschließlich dem nachgehe. Ich versuche aber beides miteinander zu verbinden und den Fokus auf Designkonzepte nicht ganz zu verlieren. Die haben an einigen Stellen doch mehr Tiefgang. (lacht)

Solange Sie aber als Influencerin arbeiten können, können Sie das ja noch ausschöpfen.

Auf jeden Fall. Es ist schön, so viele Leute durch diesen Job kennenzulernen und alle Themen zu behandeln, die einem so durch den Kopf gehen. Man knüpft unendlich viele Kontakte und kommt viel rum. Man schaut auch hinter die Kulissen verschiedener Unternehmen, das ist super spannend, auch wenn das leider oft der Part des Jobs ist, den man von außen nie sieht. Dennoch bleibt es ein sehr neues und ungewisses Berufsfeld.

Da ist ja gut, dass Sie noch ein zweites Standbein haben.

Das ist mir auch wichtig. Klar, der Blog ist meine eigene Website. Aber es ist schon so, dass der Instagram-Kanal die meiste Aufmerksamkeit bekommt. Und das ist eben nicht meine eigene Seite. Da kann ich mich nicht hundertprozentig drauf verlassen oder abhängig von machen.

Unterstützt Sie Ihr Mann bei Ihrem Job als Influencerin?

Unsere Jobs gehen schon Hand in Hand. Er ist ein großer Teil meiner Geschichten, die täglich auf Instagram passieren und durch seinen Job als DJ sind wir oft gemeinsam unterwegs und verbinden alles was ansteht miteinander.

Warum haben Sie sich entschieden bei „7 Töchter“ dabei zu sein?

Ich muss gestehen, dass ich erst zwei Mal abgesagt habe, als ich angefragt wurde. Ich bleibe natürlich immer Papas Tochter, aber aus dem Titel „Tochter“ fühle ich mich dennoch inzwischen rausgewachsen und fand das Format auf den ersten Blick nicht passend. Als mir die Redakteurin das Konzept aber genauer erklärt hatte, fand ich es wirklich total gut und ich kann im Nachhinein sagen: Es ist ein richtig schönes Format. Sehr persönlich, sehr offen, sehr ehrlich und authentisch und mit ein paar Tränen. Es ist eine große Überraschung!

„7 Töchter“ ist seit dem 9. Juli immer dienstags um 20.15 Uhr auf Vox zu sehen. Neben Louisa Beyer erzählen Lilith Becker, Lili Paul-Roncalli, Cheyenne Ochsenknecht, Caroline Bosbach, Laura Karasek und Elena Carrière von ihrem Leben als Promi-Töchter.



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