Madeira: 29 deutsche Touristen sterben bei schwerem Busunglück


Der Osterurlaub unter südlicher Sonne ist für fast 30 Menschen auf Madeira tödlich geendet. Ein Bus, mit dem die Urlauber auf der portugiesischen Ferieninsel unterwegs waren, stürzte am frühen Mittwochabend eine Böschung hinunter auf ein Haus. Mindestens 28 Menschen überlebten dies nicht, wie der zuständige Bürgermeister Filipe Sousa dem portugiesischen Sender RTP3 bestätigte. Am späten Abend sagte der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa, dass es sich bei allen Todesopfern um Deutsche handelt. Zuvor hatten bereits das Auswärtige Amt sowie die deutsche Botschaft in Lissabon bestätigt, dass es deutsche Opfer gegeben habe. Die Zahl der Toten erhöhte sich am späten Abend auf 29. Eines der Opfer erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

„Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Lissabon stehen mit den örtlichen Behörden in Kontakt“, versicherte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (DPA). „Entsetzliche Nachrichten erreichen uns aus Madeira“, twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Auswärtige Amt richtete eine Hotline ein, unter der sich Angehörige und Freunde der von dem Unglück Betroffenen informieren können. Im Laufe des Abends änderte sich aus technischen Gründen die Nummer. Sie lautet nun: 030-5000 3000.

Unter der Nummer ist der Krisenstab zu erreichen, der in Berlin eingerichtet wurde. Nach Angaben des Krisenreaktionszentrums bemüht sich die Botschaft in Lissabon darum, in Zusammenarbeit mit den portugiesischen Behörden die Identität der Opfer zu klären. Zudem versuche man, den Verletzten beizustehen.

Madeira: Fahrer verliert Kontrolle in Kurve

Die Nachrichtenagentur Lusa berichtete von insgesamt 51 Passagieren an Bord. 22 von ihnen seien unterschiedlich schwer verletzt worden und entweder vor Ort behandelt oder in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Funchal gebracht worden, mindestens eine Person starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen. Der Vertreter der autonomen Region Madeira, Ireneu Cabral Barreto, sprach den Berichten zufolge den Familien und dem deutschen Botschafter als erster sein Beileid aus. „Ich drücke in diesem tragischen Moment den Schmerz und die Solidarität aller Portugiesen aus“, sagte auch Staatschef Rebelo de Sousa am späten Abend dem portugiesischen Sender RTP. Ihm sei gesagt worden, dass alle Opfer Deutsche seien. Portugals Ministerpräsident António Costa kondolierte via Twitter Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

„Mein Gott, ich bin sprachlos“, reagierte Bürgermeister Sousa auf die Tragödie. Der Fahrer des Busses hatte offenbar in einer Kurve die Kontrolle über den Wagen verloren, der daraufhin einen Abhang hinunter in ein Wohnviertel stürzte. Auf Bildern war zu sehen, wie der weiße Reisebus völlig zerstört auf der Seite und teilweise auf einem roten Ziegeldach lag. Der Busfahrer und der Reiseleiter – beides Portugiesen – hätten verletzt überlebt, so der Bürgermeister. 

Lage des Unglücksortes

Lage des Unglücksortes an der Südküste von Madeira: Rechts die Gemeinde Canico, in der sich der Unfall ereignete. Links die Inselhauptstadt Funchal mit dem Botanischen Garten und dem Cristiano-Ronaldo-Museum („CR7-Museum“).

Unglücksort in Gemeinde an der Südküste

Das Unglück ereignete sich dem örtlichen Zivilschutz zufolge gegen 18.30 Uhr in dem östlich von Funchal gelegenen Ort Santa Cruz, der zur Gemeinde Caniço zählt. Zwei Dutzend Rettungswagen waren im Einsatz, die Polizei riegelte den Unglücksort an der Südküste der bei deutschen Touristen besonders beliebten Ferieninsel weiträumig ab. Auf Videos war zu sehen, wie Helfer Verletzte stützten und in Sicherheit brachten. Im Hintergrund waren Sirenen von Ambulanzen zu hören.

Staatspräsident Rebelo de Sousa wollte zunächst noch am Abend nach Madeira reisen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Die Flugzeit zwischen Lissabon und Madeira beträgt gut anderthalb Stunden. Jedoch würden die Militärflugzeuge möglicherweise gebraucht, um Verletzte auf das Festland zu bringen, hieß es. Sousa habe die Reise deshalb zunächst wieder abgesagt, wie Medien berichteten. „Dies ist ein Moment des Schmerzes, aber auch der Solidarität“, sagte der Präsident dem Nachrichtensender SIC Noticias. 

Eine Video der portugiesischen Zeitung „Diario de Notícias“ zeigt das Geschehen an der Unfallstelle:





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