„Maischberger“ – Merz zur Kanzlerfrage: „Wenn AKK mich anruft und fragt…“


TV-Kolumne „Maischberger“: Merz zur Kanzlerfrage: „Wenn Kramp-Karrenbauer mich anruft und mich fragt…“

Im neuen Format „maischberger.die woche“ werden in diesem TV-Sommer verschiedene Themen mit verschiedenen Gästen behandelt. Dieses Mal saß unter anderem Friedrich Merz auf dem „heißen Stuhl“. Er glaubt, dass die Große Koalition nicht den Jahreswechsel überlebt. Außerdem ging es um das den Mord an Walter Lübcke und den Klimawandel.

„Sie hatten jetzt zehn Jahre keinen Ärger. Warum tun sie sich das an?“, fragt Sandra Maischberger den in die Politik zurückgekehrten CDU-Mann Friedrich Merz. Dieser antwortet: „Es war eine schöne Zeit. Aber ich habe drei Kinder und vier Enkelkinder und ich möchte sagen können, dass ich ernsthaft alles versucht habe, die Fehler zu vermeiden.“ Das klingt nach Politikersprech. Dahinter steckt aber auch, dass er Angela Merkels Handeln in der Flüchtlingskrise, welches die Kanzlerin damals selbst als „alternativlos“ bezeichnete, nicht richtig fand. „Das ist nicht meine Auffassung“, stellt Merz klar. „In der Politik gibt es immer eine Alternative.“

Wenn AKK anruft…

Gleichwohl möchte Merz an diesem Abend keineswegs seinen Hut als Kanzlerkandidat gegen Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer in den Ring werfen. „Mehr als die Wahl des Parteivorsitzenden brauchen wir momentan nicht zu tun“, erklärt Merz. „Wenn Kramp-Karrenbauer mich anruft und mich fragt, ob ich es machen will, denke ich darüber nach. Aber sie hat mich noch nicht angerufen.“ Gleichwohl glaubt Merz, dass die Groko „den Jahreswechsel nicht überlebt.“

Keine Zusammenarbeit  mit der AfD

Für seine Partei wünscht sich Ex-CDU/CSU-Fraktionschef Merz für die zukünftigen Wahlen eine neue Strategie. „Wir müssen das Spektrum wieder breiter machen, um konservative Wähler, die uns verloren gegangen sind, wieder zurückzuholen“, findet Merz. „Wir müssen das Thema Heimat, Nation und Volkszugehörigkeit wieder ernst nehmen. Wenn die CDU das tut, wird sie wieder Zuwächse haben.“ Damit will er verhindern, was der SPD passiert ist. Die SPD sei aus seiner Sicht mittlerweile keine Volkspartei mehr. „Für die SPD ist diese Frage beantwortet. Das ist nicht gut.“ Zugleich müsse Deutschland aufpassen, dass es die Grenzen der Toleranz innerhalb einer toleranten Gesellschaft eingehalten werden. Dazu gehöre, dass er eine Zusammenarbeit mit der AfD in ihrer jetzigen Verfassung ausschließe.

Verrohung der Sprache

Für den Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke macht Merz auch eine Verrohung der Sprache verantwortlich, die vor allem in sozialen Netzwerken um sich greife. „Die politische Sprache in unserem Land verroht. Wir haben es mit einer fatalen Verrohung der Sprache und einer Verrohung der Umgangsformen zu tun. Als wir die Nationaldenkenden noch in der CDU hatten, haben wir sie ein bisschen domestiziert.“ Zugleich wehrt sich Merz gegen den Verdacht, dass er als Wirtschaftsfachmann keine unbeeinflusste Politik machen können. „Ich bin nie ein Lobbyist gewesen. Wir müssen aber über einen Aktienerwerb als Altersversorgung reden.“ In jedem Fall würde er sich aber als Juniorpartner in einer Regierung mit den Grünen „sehr unwohl fühlen.“

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Neues Format

Sandra Maischberger hat sich in diesem TV-Sommer das Format geändert. Im Mittelpunkt der Sommerstaffel „maischberger.die woche“ steht nicht mehr ein einziges Thema, sondern sollen alle wichtigten Themen der laufenden Woche aus Politik und Gesellschaft gesprochen werden. Aus diesem Grund variieren die Gesprächskonstellationen. Mal ist es ein Einzelgespräch, mal ein Duell, eine Kommentatoren-Runde oder eine Diskussion mit Zuschauern im Publikum. Damit das funktioniert, hat Maischberger drei Journalisten eingeladen: Hauptstadt-Journalistin Kristina Dunz („Rheinische Post“), den stellvertretenden „Bild“-Chefredakteur Nikolaus Blome und „Spiegel“-Journalist Markus Feldenkirchen.

Verlierer der Woche: Ex-Minister Dobrindt

Für Blome ist Ex-Verkehrsminister Alexander Dobrindt der Verlierer der Woche. „Er hat das mit der Maut versemmelt. All die investierten Millionen sind Asche!“ Feldenkirchen sieht das ähnlich: „Was für eine riesige Ressourcenverschwendung. Da wurde ein ganzes Ministerium mit diesem Wahnsinn lahmgelegt.“ Zuletzt geht es aber doch noch mal um den Mord an Walter Lübcke. „Die Behörden versuchen wieder, einen Einzeltäter daraus zu machen. Das haben sie schon bei der NSU versucht. Das hat mich nicht überzeugt.“ „Natürlich waren die Sicherheitsbehörden auf dem rechten Auge blind“, meint Feldenkirchen. „Es gibt hier ein Missverhältnis und auch eine Situation des Gleichsetzens mit linker Gewalt. Spätestens nach der NSU aber hätte das aufhören müssen.“

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soctv



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