Plugin-Hybride: BMW setzt Anreize für höhere Stromerquote

In den E-Drive-Zonen wird der Elektroantrieb automatisch aktiviert. (Bild: BMW)

[ad_1]Der Autokonzern BMW will die Nutzer von Plugin-Hybriden zu einer möglichst häufigen Nutzung des Elektroantriebs bewegen. Dazu entwickelte der Münchner Hersteller den digitalen Dienst E-Drive Zone, der einen automatischen Wechsel in den elektrischen Fahrmodus aktivieren kann, wenn das Auto sich in bestimmten städtischen Gebieten befindet. Zudem sollten elektrisch gefahrene Kilometer im Laufe dieses Jahres mit einem Punktesystem belohnt werden, teilte das Unternehmen mit.

Hintergrund der beiden Konzepte ist die Tatsache, dass viele Nutzer von Plugin-Hybriden das Elektroauto kaum oder gar nicht nutzen. Vor allem als Firmenwagen sind Hybride inzwischen beliebt, weil sie ebenso wie vollelektrische Autos steuerlich gefördert werden. Zudem gibt es inzwischen einen Umweltbonus von bis zu 4.500 Euro bei der Anschaffung von Plugin-Hybriden. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Ladekabel überhaupt ausgepackt wird.

Pilotprojekt in Rotterdam

Ist letzteres nicht der Fall, nützt auch die E-Drive Zone wenig. Denn die Funktion ist nur so lange aktiv, „wie es der Ladezustand der Hochvoltbatterie zulässt“. In einem mehrmonatigen Pilotprojekt in Rotterdam will BMW allerdings festgestellt haben, dass die beteiligten Fahrer „rund 90 Prozent aller Strecken innerhalb der Rotterdamer E-Drive Zone rein elektrisch zurückgelegt hatten“. Bei dem Pilotprojekt mussten die Fahrer sogar noch manuell den elektrischen Fahrmodus aktivieren. Sie wurden lediglich per App über die Einfahrt in die spezielle Innenstadtzone hingewiesen.

Der serienmäßig bei diversen Plugin-Hybriden integrierte Dienst nutze zur Erkennung ausgewiesener Gebiete die Geo-Fencing-Technik über GPS. Bei aktiviertem Service werde jede verfügbare Zone auf der Navigationskarte im Control Display grafisch hervorgehoben. Dort erscheine zudem ein Hinweis auf das automatische Umschalten in den Modus. Bei leerem Akku werde automatisch der Verbrennungsmotor gestartet.

Verfügbar ist der Dienst laut BMW in sämtlichen Plugin-Hybriden der Modelle 745e, X5 xDrive45e und 330e. Weitere folgten. Berücksichtigt würden rund 80 Städte in Europa, darunter alle 58 Städte und Regionen in Deutschland mit Umweltzonen. Der für den Dienst entwickelte technologische Ansatz wäre auch für Plugin-Hybrid-Modelle anderer Marken vorstellbar, schreibt BMW. Ebenso bestehe grundsätzlich die Option, für jedes urbane Ballungsgebiet eine E-Drive-Zone zu definieren. „Städte erhielten bei Interesse so eine vergleichsweise einfache Möglichkeit, Elektromobilität weiter zu fördern und die urbane Lebensqualität zu steigern.“

Kostenfreies Laden als Prämie

Jeder Kilometer, der in einer E-Drive-Zone gefahren werde, zähle beim „Loyalitätsprogramm“ BMW Points doppelt. „Bei einem entsprechenden Punktestand können Teilnehmer die Punkte gegen attraktive Prämien eintauschen, wie zum Beispiel kostenfreie Ladestrom-Kontingente von BMW Charging“, teilte das Unternehmen mit.

Inwieweit die beiden Programme die Umweltbilanz von Plugin-Hybriden deutlich verbessern, ist allerdings unklar. So verfügen die BMW-Modelle nur über geringe elektrische Reichweiten, wie aus einer Antwort der Bundesregierung (PDF) auf eine Kleine Anfrage der Grünen hervorgeht. Zudem wirft der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) den Herstellern „unrealistisch niedrige Papierwerte für Verbrauch und CO2-Ausstoß“ vor. Diese vermittelten den Kunden „ein trügerisches Bild, das in den meisten Fällen nicht viel mit der Realität zu tun haben wird“. Nach Ansicht der Grünen sollte es für Hybride mit Mini-Reichweiten kein E-Kennzeichen und damit auch keine Privilegien im Stadtverkehr geben.

Das Programm BMW Points entspricht allerdings einer Forderung der Bundesregierung, die sich ebenfalls in der Antwort auf die Anfrage der Grünen findet. Um zu erreichen, dass die Hybride möglichst viel elektrisch gefahren werden, sollten „die Nutzer einen Vorteil durch das elektrische Fahren haben“, schreibt die Regierung.[ad_2]

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