Probefahrt mit Mercedes EQC: Ein SUV mit viel Wumms und wenig Bodenfreiheit

Teilen ist Kümmern!


Es soll schon Leute gegeben haben, denen ein Mercedes den Berg hinuntergerollt ist, weil sie beim Versuch, die Motorhaube zu öffnen, aus Unkenntnis die Fußfeststellbremse entriegelt haben. Dieses Malheur passierte uns auf einer Probefahrt mit dem Mercedes EQC zwar nicht. Aber anstatt einen Blick unter die Haube des neuen Elektroautos werfen zu können, gab es nur ein merkwürdiges Geräusch aus dem Fahrzeugheck. Auf einer mehrstündigen Testfahrt von Stuttgart aus über die Schwäbische Alb wollten wir herausfinden, was das Elektroauto für den „progressiven Luxus“, wie es im Werbesprech heißt, noch so an Überraschungen zu bieten hat.

Der vor fast einem Jahr in Stockholm präsentierte EQC 400 4Matic steht sei Juni bei den Händlern und dürfte nach einer Produktionsverzögerung im Laufe dieses Jahres tatsächlich lieferbar sein. Mit einem Bruttopreis von 71.281 Euro (Preisliste) ist der SUV anders als die Standardversion des Audi E-Tron oder Teslas Model X noch in der Förderliste des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle enthalten (PDF). Doch verstecken muss sich der EQC trotz des deutlichen Preisunterschiedes nicht.

Der EQC geht ziemlich ab

Was Leistung und Beschleunigung betrifft, hängt der EQC den etwas schwächer motorisierten E-Tron sogar ab. Zwar sind beide Elektro-SUVs vom Konzept her sehr ähnlich und verfügen über zwei Asynchronmotoren in Front und Heck, die je nach Anforderung das Fahrzeug mit einem „vollvariablen Allradantrieb“ beschleunigen. Doch während der E-Tron nur in einem kurzen Boost-Modus ein Drehmoment von 664 Newtonmetern (Nm) liefert, stehen dem EQC gleich 760 Nm zur Verfügung. Dieser Unterschied war auf der Testfahrt über die Schwäbische Alb deutlich zu spüren.

Der neue Mercedes EQC soll Ende 2019 an die ersten Kunden ausgeliefert werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)

Die Kombination aus engen Kurven und 300 Kilowatt Motorleistung sind nicht gerade magenfreundlich. Bisweilen drehten sogar die Hinterräder leicht durch, weil sie das Drehmoment nicht auf die Straße bringen können. Dabei verfügt der EQC selbstredend über eine für Elektroautos optimierte Antriebs-Schlupfregelung. Trotz der 2,5 Tonnen Leergewicht beschleunigt der EQC in 5,1 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde. Das ist zwar deutlich weniger als beim Tesla Model X oder Model S im sogenannten Ludicrous-Modus. Doch für den von außen eher behäbig und unauffällig wirkenden SUV ist das völlig ausreichend.

Sehr leiser Innnenraum

Stellenmarkt

  1. Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Darmstadt
  2. Fresenius Netcare GmbH, Bad Homburg

Ob man ein solches Drehmoment als Fahrer benötigt, ist ohnehin Geschmackssache. Der E-Tron beschleunigt kräftig und kontinuierlich, aber nicht übermäßig oder gar unangenehm. Beim EQC fühlt sich das bisweilen anders an. Von Vorteil ist das natürlich bei kurzen Sprints, beispielsweise bei Überholvorgängen auf der Landstraße.

Bemerkenswert dabei: Durch die doppelte Entkopplung der Motoren durch Gummilager gegenüber Hilfsrahmen und Karosserie ist es selbst bei 180 km/h auf der Autobahn extrem leise im Innenraum. Auch beim Laden ist kein Brummen zu hören. Serienmäßig ist der EQC bereits mit einem sogenannten akustischen Fahrzeugwarnsystem (AVAS) ausgestattet, das bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h andere Verkehrsteilnehmer vor dem leisen Stromer warnen soll. Solche Systeme sind EU-weit seit Juli 2019 in neuen Fahrzeugtypen vorgeschrieben. Anders als bei anderen Elektroautos lässt sich beim EQC das Warnsystem nicht über das Fahrzeugmenü deaktivieren.



Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.