Python schreibt Geschichte: Platz 2 im Programmiersprachen-Ranking

(Bild: Sashkin/Shutterstock.com)
RedMonk hat das Ranking der beliebtesten Programmiersprachen im ersten Quartal 2020 veröffentlicht. Python sticht mit Platz 2 hervor, und die Top Ten sind stark in Bewegung geraten: Gleich vier Sprachen haben sich im Vergleich zu den Vorjahreswerten in den Rängen auf- oder herabbewegt. Das ist ungewöhnlich: Das Ranking beruht auf aggregierten Daten, wodurch die oberen Ränge lange stabil blieben.

RedMonk nutzt zur Ermittlung der populärsten Programmiersprachen GitHub und StackOverflow als Quelle: Seit 2010 bildet das RedMonk-Ranking halbjährlich die Korrelation ab zwischen dem Einsatz der auf GitHub verwendeten Programmiersprachen und dem laufenden Diskurs über sie auf StackOverflow. Indizes wie TIOBE hingegen werten die Häufigkeit von Anfragen zu Programmiersprachen in Suchmaschinen aus. Das RedMonk-Ranking gilt als zuverlässiger Indikator zur Prognose zukünftiger Trends von Progammiersprachen in der Software-Entwicklung.

Python saß vier Jahre lang auf Platz 4, vor drei Jahren erklomm es dann Platz 3 und hielt dort die Stellung – bis zum Erscheinen der aktuellen Rangliste. Seit Beginn des RedMonk-Rankings vor gut zehn Jahren dominierten Java und JavaScript das Bild und hatten abwechselnd die ersten beiden Plätze inne. Zum ersten Mal in der Geschichte von RedMonk ist nun mit Python einer anderen Sprache der Durchbruch auf Platz 2 gelungen, auch wenn es sich den Platz mit Java teilt. Ob es sich hierbei um ein kurzes Aufflackern oder um einen dauerhaften Bruch der Dominanz von Java und JavaScript handelt, muss sich noch weisen. Python floriert derzeit aus mehreren Gründen: Es ist gut verfügbar, einfach in der Anwendung und ist die vorherrschende Programmiersprache für Machine-Learning-Anwendungen.

Auffällig ist der parallel dazu stattfindende Aufstieg der Programmiersprache R, die sich gleich um zwei Ränge verbessert hat und nun auf Platz 13 rangiert, gleichauf mit Scala. R wird wie Python intensiv in den Bereichen Datenanalyse und Machine Learning eingesetzt. Zu Beginn der RedMonk-Rankings belegte R noch Platz 17. Der konstante Aufstieg der Sprache R, die eingangs als Nischenwerkzeug für Statistiker im akademischen Bereich galt, ist eine Überraschung. Bislang hatte sich R etwa bei Rang 15 eingependelt und scheinbar sein Potenzial schon ausgeschöpft. Der Sprung nach oben um zwei Plätze flankiert nun womöglich eine längerfristige Trendwende. Bemerkenswert ist, dass der Aufstieg von R nicht zulasten von Python läuft, obwohl beide Sprachen im selben Feld zum Einsatz kommen.

TypeScript ist mit JavaScript kompatibel und führt unter anderem dank statischer Typisierung zu sichererem Code. Das JavaScript-Superset ist bereits letztes Jahr in die Top 10 aufgestiegen und konnte sich dort nicht nur halten, sondern um einen Rang auf Platz 9 verbessern. Das ist mit Ausnahme von Swift das erste Mal in fünf Jahren, dass eine neue Sprache die Top Ten betritt und sich darin hält. Was bei Swift ein Aufflackern war, könnte bei TypeScript der Beginn einer langfristigeren Etablierung sein: Der Aufwärtstrend vom Vorjahr wird im aktuellen Ranking bestätigt. Es bleibt spannend, ob und wie weit TypeScript in künftigen Rankings noch aufsteigen wird.

1. JavaScript 11. Swift
2. Python 12. Objective-C
2. Java 13. Scala
4. PHP 13. R
5. C# 15. Go
6. C++ 15. Shell
7. Ruby 17. PowerShell
7. CSS 18. Perl
9. TypeScript 19. Kotlin
9. C 20. Haskell

Kotlin machte im Vorjahr einen Riesensprung über acht Ränge auf Platz 20. Seither haben ebenfalls JVM-basierte Kollegen wie Groovy (+1 auf Platz 23) und Scala (statisch auf Platz 13) wieder an Boden gewonnen. Kotlin wächst weiterhin und steigt im aktuellen Ranking auf Platz 19.

Dart legte kräftig zu und belegt nun Platz 24. Zum Vergleich: Vor anderthalb Jahren war Dart zum ersten Mal im RedMonk-Ranking vertreten, damals auf Rang 33. Hier ist offen, wie weit Darts Höhenflug noch reicht. Die Regel, dass Frameworks die Akzeptanz von Programmiersprachen vorantreiben, scheint hier zu greifen: Der rasche Anstieg der Popularität von Dart dürfte dem Einsatz im Flutter-Framework geschuldet sein, das wie die Programmiersprache von Google stammt.

Anhänger von Rust dürften enttäuscht sein: Die Programmiersprache tritt bei Platz 21 auf der Stelle. Auch Go ist zuletzt auf Platz 15 stagniert. Nach einem zunächst rasanten Aufstieg hat sich das Tempo bei Go etwas gedrosselt: Seit 2015 bewegt sich seine Popularität im RedMonk-Ranking konstant zwischen Rang 14, 15 und 16. Das scheint momentan die Schallmauer zu sein, die Go vorerst nicht durchbricht. Ähnlich wie R übertrifft es die Erwartungen in spezialisierten Communitys, anders als R unterläuft es sie aber im Bereich größerer Reichweite.

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