Ratgeber: Überall geht das Internet reibungslos, nur bei Ihnen nicht?

(Bild: Shutterstock/Andrey_Popov)

[ad_1]In der regen Diskussion um die Corona-induzierte Heimarbeit und mögliche Netzüberlastung geht teils unter, dass das Internet aus vielen Teilstücken besteht. Deshalb bedeutet es für die Heimnetze zunächst nicht viel, wenn sich etwa große Provider wie die Telekom entspannt zurücklehnen und mitteilen, dass die Netzkapazitäten ausreichen, um die erhöhte Nachfrage zu bedienen.

Man kann zwar daraus lesen, dass die großen Übertragungsstrecken den Verkehr weitgehend reibungslos durchstellen. Aber das konnten sie ja auch vorher schon, als der Großteil der Nutzer ihre Internet-Tätigkeiten in Unternehmen und Instituten erledigt haben. Und der in Frankfurt beheimatete weltgrößte Internet-Knoten DE-CIX hatte zwar mitgeteilt, dass der Datenverkehr durch Videokonferenzen binnen sieben Tagen um 50 Prozent gestiegen sei. Doch im Durchschnitt habe der Verkehr zuletzt um nur zehn Prozent zugelegt – offenbar knirschfrei, was die Weitverkehrstrecken betrifft.

Kritisch aus Nutzersicht sind die Teilstrecken, die zu den Weitverkehrsverbindungen hinführen sowie die Zugänge zu den Firmennetzen, wenn nun vermehrt VPN- oder Remote-Desktop-Verbindungen dorthin aufgebaut werden. An der Kapazität der Firmenanschlüsse können Sie aus Ihrer Heimnetz-Verbannung heraus nichts ändern. Da müssen Sie darauf hoffen, dass die Firmen-Administratoren dem Problem nachgehen und zum Beispiel schwachbrüstige VPN-Server aufspüren und aufrüsten. Und falls der Internet-Anschluss der Firma der Last nicht mehr gewachsen sein sollte, kann vielleicht ein improvisierter zweiter Zugang eine Backup-Leitung oder gar über Mobilfunk die Lastspitzen abfangen – Ihr Firmen-Admin wird das aber schon erwogen haben.

Umgekehrt können Sie aber durchaus jene Probleme lösen, die in Ihrem Heimnetz auftreten: Ruckelt es auf Ihrem Laptop, wenn Sie eine Videokonferenz führen wollen? Gibt es Sprachaussetzer bei Skype, FaceTime, Wire & Co? Da helfen die üblichen Faustregeln: Rücken Sie mit dem Laptop oder Tablet näher ran an die Basisstation (Router, Repeater oder Access-Point). Das verbessert das WLAN-Signal in der Regel so weit, dass Aussetzer nicht mehr auftreten. Prüfen Sie, ob außer Ihnen noch weitere Nutzer datenintesive Anwendungen betreiben.

Ist das der Fall, koordiniert man sich in Familie und WG und setzt YouTube-Streams während der Dauer von Videokonferenzen für ein Weilchen aus. Falls das gerade nicht geht, testen Sie, ob die Qualität besser wird, wenn Sie Ihren Laptop per Ethernet an den Router anschließen. Für manche Laptops muss man dafür in USB-Ethernet-Adapter investieren. Für rund 20 Euro bekommen Sie dann stabile Gigabit-Verbindungen zu Ihrem Router, während bei WLAN die Datenrate gerade bei hohen Distanzen zum Router nur wenige MBit/s betragen kann.

Außerdem können auch Nachbar-WLANs stören. Auch da hilft es, auf das gute alte Ethernet-Kabel umzusatteln. Falls das nicht geht: Prüfen Sie, ob Ihr Laptop im 2,4-GHz-WLAN eingebucht ist. 2,4-GHz-Signale verbessern zwar die Abdeckung in Ihrer Wohnung, aber zugleich ist auch die Störreichweite von Nachbar-Routern höher als die von 5-GHz-Signalen. Schalten Sie also wenn möglich auf 5 GHz hoch. Da ist die Störreichweite kürzer und das Angebot an WLAN-Kanälen größer, sodass Sie dem Nachbar-Funk besser aus dem Wege gehen können.

Wenn auch das nicht hilft, ist vielleicht Ihr Internet-Anschluss zu langsam. Damit ist die Strecke von Ihrem Router zur nächstgelegenen Vermittlung Ihres Providers gemeint. Bei DSL-Anschlüssen ist das der wenige hundert Meter entfernte DSLAM auf der anderen Seite der Telefonleitung. In günstigen Fällen ist da Abhilfe möglich, kostet aber Geld und Zeit: Die kostengünstigste Methode besteht darin, Ihren Provider zu fragen, ob er die Anschlussgeschwindigkeit hochstufen kann. Aber, Achtung: Für Videokonferenzen, Remote Desktop und umfangreiche Cloud-Synchronisierung ist vor allem die Senderichtung Ihres Anschlusses bedeutsam.

Es lohnt fast gar nicht, wenn Sie einen älteren ADSL2+-Anschluss verwenden und dann die Empfangsrichtung von zum Beispiel 6 auf 12 MBit/s hochstufen lassen. Denn bei ADSL kann die Senderichtung auf 1,1 MBit/s gedeckelt sein. Bessere Varianten senden mit immerhin maximal 2,4 MBit/s und moderne Router sind dafür schon ausgelegt (Annex-J-Spezifikation). 1 bis 2 MBit/s in Senderichtung genügt für eine Videokonferenz-Sitzung noch. Bei zwei oder mehr datenintensiven Anwendungen ist die Senderichtung aber schnell verstopft. Versuchen Sie dann, falls etwa eine Cloud-Synchronisierung läuft, diese solange zurückzustellen, bis die Videokonferenz oder die Remote-Desktop-Verbindung beendet ist.

Wenn Sie in einem gut ausgebauten Gebiet leben, kann es lohnen, beim Provider eine Aufrüstung auf VDSL zu beauftragen. Besser noch ist VDSL mit Vectoring. Mit etwas Glück kann die Hochstufung in wenigen Tagen erfolgen. Allerdings können auch längere Wartezeiten lohnen, denn es ist ja noch offen, wie lange Heimarbeiten erforderlich sein werden. ADSL-Router eignen sich dafür aber nicht, sodass auf Sie etwas Mehrarbeit zukommt, um einen vom Provider gelieferten VDSL-Router einzurichten.

Ähnliches gilt für Nutzer von Kabel-Internet-Anschlüssen. Falls Ihr aktueller Kabelanschluss in Senderichtung zu langsam ist, können spezielle Tarifoptionen helfen. Vodafone bietet beispielsweise für die Tarife „Red Internet & Phone Cable“ in den Varianten 100, 200 und 400 die Upload Option 50. Für 3 Euro monatlich bekommt man Sendegeschwindigkeiten bis 50 MBit/s. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt 1 Monat.

Daneben wirbt Vodafone auch mit der Option von einem Privat- auf einen Business-Tarif umzusteigen, zum Beispiel auf „Red Internet & Phone Business“ oder „Red Internet“. Dabei bekommt man Upload-Geschwindigkeiten ab 12 MBit/s. Das klingt zunächst weniger attraktiv, aber Kunden mit Business-Tarifen werden bei Problemfällen erfahrungsgemäß bevorzugt behandelt.

Überall geht "das Internet" reibungslos, bloß bei Ihnen nicht?

Selbst wenn alle Geräte im Heimnetz einwandfrei funktionieren, kommt es leicht vor, dass Videokonferenzen durch Aussetzer gestört sind. Das liegt meist an einer zu langsamen Senderichtung des Internet-Anschlusses. Vodafone-Kunden können sie für geringes Entgelt beschleunigen.

Die schnelleren Kabelanschlüsse sind auch dann eine Überlegung wert, wenn eine DSL-Verbesserung nicht möglich ist. Bei Neuanschlüssen muss man aber sicherlich mit längeren Wartezeiten rechnen.

Falls alle Stricke reißen: Prüfen Sie, ob Sie bei Lastspitzen auf eine LTE-Mobilfunkverbindung ausweichen können. Viele Smartphones können ihren LTE-Internet-Zugang über WLAN oder USB an einen PC oder Laptop weiterreichen (sog. Tethering).

Kritisch ist da das gedeckelte Übertragungsvolumen. Nach Aufbrauchen des Inklusivvolumens kann man zwar in aller Regel noch weiteres Volumen nachbuchen, aber das geht schnell ins Geld: Für Videokonferenzen werden je nach Auflösung mindestens 128 KBit pro Sekunde pro Richtung übertragen. Üblich sind 1,2 MBit/s (HD-Auflösung mit 720 Pixeln, 15 Bildern pro Sekunde inklusive aller Protokoll-Header). In die Volumenberechnung geht natürlich die Empfangsrichtung ein, sodass man in einer Stunde schon rund 1 GByte an Volumen verbraucht hat.

Telekom-Kunden kommt da sehr gelegen, dass der Provider zurzeit pro Mobilfunkvertrag 10 GByte verschenkt; man kann das Volumen bis zum 31. März 2020 aufbrauchen. Das Angebot gilt für die Tarife Magenta Mobil, Magenta Mobil Young, FamilyCard, Data Comfort, Magenta Mobil Prepaid und auch für Kunden mit Combi Card sowie Prepaid-Karten mit Datenoption. Die Option wird über die Smartphone-App MeinMagenta aktiviert.

Die 10 GByte können schnell aufgebraucht sein, zumal wenn auch Kinder dem Schulunterricht per Video folgen sollen. Dann sind wiederum kostenpflichtige Nachbuchungen möglich. Falls sich das für Sie dennoch rechnet (zum Beispiel weil Ihre Firma die Kosten gegen Vorlage der Rechnung übernimmt), kann ein Mobilfunk-Router nützlich sein. Beispiele sind Draytek VigorLTE 200 oder Zyxel LTE3301-plus. Auch die Fritzbox 6890 LTE von AVM kommt in Frage; sie kann dank integriertem DSL-Modem, WLAN und Tk-Anlage einen herkömmlichen DSL-Router ersetzen und bei Leitungsausfall von DSL auf LTE wechseln und umgekehrt.

Falls Sie zu einem solchen Gerät greifen, kommt ein separater Vertrag mit mehr Inklusivvolumen in Frage. Einige Beispiele: 10 GByte Datenvolumen gibt es im Vodafone-Tarif CallYa Digital (rund 22 Euro monatlich, keine Anschlussgebühr). Telefónica bietet im Tarif o2 Free L Flex 60 GByte Volumen für 45 Euro im Monat. Und für 50 Euro monatlich bekommt man den o2-Tarif Unlimited Max mit unbeschränktem Übertragungsvolumen.[ad_2]

Source link