Regierung verlangt grundlegendes Reformkonzept bis März | ZEIT ONLINE


Die Bundesregierung erwartet angesichts der anhaltenden Probleme bei der Deutschen Bahn eine grundlegende Reform des Staatsunternehmens. „Wir sind besorgt darüber, wie der DB-Vorstand das System Bahn fährt. Mit der Leistung kann man nicht zufrieden sein“, sagte der Beauftragte der Bundesregierung für den Schienenverkehr, Enak Ferlemann, der Welt am Sonntag.

„Die Bahn braucht eine Neustrukturierung. Wir erwarten, dass der Vorstand der Bundesregierung bis März ein entsprechendes Konzept vorlegt“, sagte Ferlemann, der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium ist. Erste Ergebnisse wolle man bereits bei einem Termin im Januar hören. Es gehe vor allem darum, die Führungsstrukturen zu straffen und die Unternehmensteile zu ordnen oder zu verschmelzen.

Ferlemann kritisierte, dass die einzelnen Gesellschaften des Konzerns gegeneinander arbeiten würden. Die Vorstände und Aufsichtsräte der Vorstände der einzelnen Konzernteile würden „aneinander vorbei und zum Teil auch gegen die Interessen der anderen DB-Gesellschaften entscheiden“, sagte Ferlemann. Unter dem Dach der Holding sind derzeit mehrere Unternehmen gesammelt, zum Beispiel DB Regio, DB Fernverkehr und DB Cargo.  

Die Managementebene unterhalb des Vorstands blockiere effiziente Führungsstrukturen. „Beschlüsse des Vorstands bleiben dort hängen und dringen nicht zu den Mitarbeitern durch, die sie umsetzen sollen. Und Kritik und Anregungen der Belegschaft schaffen es durch die Lehmschicht des mittleren Managements nicht bis an die Konzernspitze“, sagte Ferlemann.

Eine halbe Milliarde Euro für Berater

Der erste Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, sagte der Zeitung, in den einzelnen Unternehmensteilen müsse „das Denken in Kästchen und Vorgärten aufhören“. Die Strukturen des Unternehmens müssten sich ändern.

Die Bild am Sonntag berichtet unterdessen, dass die Deutsche Bahn zwischen 2015 bis 2018 rund eine halbe Milliarde Euro für externe Berater ausgegeben hat. Ein Bahn-Sprecher kündigte gegenüber der Zeitung an, die Ausgaben zu senken: „Der Konzernvorstand hat für das kommende Jahr eine starke Reduzierung von Beratungskosten beschlossen, die einen Budgetdeckel von 100 Millionen Euro vorsieht.“



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