„Schrei nach Liebe“: Rechte Skandal-Band Frei.Wild covert linke Protestsongs


„Möchten einmal im Leben zu den Guten gehören“: „Schrei nach Liebe“: Rechte Skandal-Band Frei.Wild covert linke Protestsongs

Kritiker sehen die Band Frei.Wild als Teil der rechtsradikalen Szene. Als die Musiker 2016 den Echo verliehen bekamen, war der Aufschrei groß. Jetzt hat die umstrittene Band ein neues Album angekündigt – und covert darauf nur Lieder von Künstlern, die sich kritisch über Frei.Wild geäußert haben.

Die Band Frei.Wild politisch einzuordnen ist gar nicht so leicht. Ihre Texte kommen mit Heimatkitsch und patriotischen Tönen daher. Sie bedienen damit den rechten Rand, sagen Kritiker. Als sie 2013 für den Echo nominiert waren, drohten andere Musiker mit Boykott und Frei.Wild wurde wieder von der Nominiertenliste gestrichen – bekam den Echo 2016 dann aber doch noch, für Kritiker ein Skandal.

Dabei hatte die Band ein Jahr vor dem gewonnen Echo mit ganz anderen Worten von sich reden gemacht: Als ganz Deutschland über Flüchtlinge diskutierte, veröffentlichten die Rocker ein klares Statement gegen Fremdenhass, PEGIDA und die AfD – einigen Fans passte das jedoch gar nicht.

„Lieder mit Botschaft!“

Der Streit um die Band geht jetzt in eine neue Runde. Denn Frei.Wild hat ein neues Album angekündigt und legt damit eine Provokation vor. Denn auf dem Album befinden sich ausschließlich Cover von tendenziell linken Bands. Darunter der bekannte Song „Schrei nach Liebe“ von den Ärzten und „Zehn kleine Jägermeister“ von den Toten Hosen.

Auf Instagram hat Frei.Wild das Album angekündigt und schreibt dazu, dass es ein Album geworden sei, „auf dem wir ‚Unsere Lieblingslieder‘ präsentieren. Es sind Songs unserer musikalischen und menschlichen Vorbilder! Lieder mit Botschaft! Lieder für das Gute im Menschen von guten Menschen!“

Sie würden die Lieder lediglich nachsingen und nicht interpretieren, damit sie im Original erstrahlen könnten. Denn die Songs seien viel zu erhaben, um sie durch Eigeninterpretationen zu verwässern. Eine Lobeshymne, die wohl nur als ironische Provokation verstanden werden kann. Denn alle gecoverten Künstler zählen zu Kritikern der umstrittenen Band.

Burger: „Wir möchten einmal im Leben zu den Guten gehören“

Der „Bild“-Zeitung sagte der Sänger Philipp Burger: „Gute Lieder guter Bands, gecovert von einer ,verachtenswerten‘ und ,gefährlichen‘ Band wie uns – das gab es noch nie. Wir hätten es schon viel früher tun sollen. Wir möchten einmal im Leben zu den Guten gehören, das ist uns jetzt gelungen.“

Wie die gecoverten Bands wohl reagieren werden?

Klar ist: Sie werden daran verdienen. Denn sie bekommen die GEMA-Einnahmen. Das Geld für Projekte gegen Rechts zu spenden wäre wohl ein naheliegender Konter, doch den scheint Sänger Burger jedenfalls schon zu ahnen: „Wir sind uns sicher, dass sie das durch uns eingespielte Geld spenden und nicht auf den Kopf hauen“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

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pto



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