Skandinavien: Diese Corona-Regeln müssen Sie beim Urlaub beachten

Die Flaggen Dänemarks, Norwegens und Schwedens  ©Michael Dietrich/Picture Alliance

Die Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie für viele europäische Länder sind schon im Juni gefallen, etwa in Italien oder Spanien. Das Auswärtige Amt in Berlin hat Reisewarnungen für mehrere Länder in Europa aufgehoben. Zuletzt auch für Schweden, Finnland und Norwegen. Damit steht einem Skandinavien-Urlaub nichts mehr im Weg.

Doch wie sieht das Infektionsgeschehen in den Ländern aus? Was muss ich beachten, wenn ich einreise? Und welche Corona-Regeln gibt es vor Ort? Eine Übersicht.

Übersicht: Das gilt bei Reisen nach Skandinavien

Norwegen: Das Land ist weniger stark von der Pandemie betroffen. Es wurden gut 9000 Infektionen gemeldet, zuletzt kamen drei neue Fälle hinzu. Am stärksten betroffen war die Region Oslo. Rund 8100 Menschen gelten inzwischen als genesen.

Seit dem 15. Juli ist die Einreise aus Deutschland für alle Zwecke wieder erlaubt. Eine Quarantänepflicht gibt es nicht, ein negativer Corona-Test muss nicht vorgelegt werden. Es ist möglich, direkt aus Dänemark oder Finnland einzureisen, Einreisen aus Schweden nur in direktem Transit. Die Liste der Länder, aus denen die Einreise erlaubt ist, wird alle vierzehn Tage überarbeitet und kann hier eingesehen werden. So werden Portugal, Luxemburg und Kroatien als Risikogebiete eingestuft.

Deutschland hatte am Mittwoch die Reisewarnung für Norwegen aufgehoben. Die Warnung habe nur deshalb noch bestanden, weil Norwegen die Einreise deutscher Touristen nicht gestattet habe, sagte ein Außenamtssprecher.

Behörden empfehlen, sich an Hygienemaßnahmen und die Hust- und Niesetikette zu halten. Restaurants, Kneipen, Cafés und viele Geschäfte haben wieder geöffnet. Strände sind offen zugänglich, Museen haben ebenfalls wieder geöffnet. Es besteht keine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, Fluggesellschaften verlangen jedoch das Tragen von Masken auf Flügen. Es ist ein Mindestabstand von einem Meter zu anderen Menschen erforderlich. Kontaktloses Bezahlen wird empfohlen. Bei Veranstaltungen an öffentlichen Plätzen dürfen sich bis zu 200 Personen versammeln. Bei privaten Veranstaltungen gibt es eine Obergrenze von 20 Personen, zwischen Angehörigen verschiedener Haushalte muss der Mindestabstand eingehalten werden.

Die touristische Infrastruktur soll größtenteils zugänglich sein, teilweise wegen der Abstands- und Hygieneregeln aber mit stark reduzierten Kapazitäten. Es kann zu längeren Wartezeiten, Ausfällen oder anderen Einschränkungen kommen.

Finnland: Die epidemiologische Lage ist hier unter Kontrolle. Knapp 7300 Infektionen mit dem Coronavirus wurden insgesamt gemeldet, 6880 Betroffene sind laut Johns-Hopkins-Universität genesen. Im Zeitraum vom 6. bis zum 12. Juli wurden laut finnischen Behörden 20 neue Fälle gezählt.

Seit dem 13. Juli darf man aus Deutschland wieder ohne Beschränkungen nach Finnland reisen, Quarantänevorschriften wurden aufgehoben. Bei der Einreise über Schweden muss aber mit Kontrollen an der Grenze gerechnet werden, schreibt der finnische Grenzschutz. Ob ein Land als sicher für die Einreise eingestuft wird, hängt hier vom Infektionsgeschehen ab. Obergrenze sind acht Neuinfektionen pro 100.000 Personen innerhalb eines Zeitraums von 14 Tagen. Dieser Wert soll alle zwei Wochen von den finnischen Behörden kontrolliert werden. Das Auswärtige Amt in Berlin hat die wegen der Corona-Pandemie verhängte Reisewarnung für Finnland aufgehoben.

Geschäfte haben in Finnland geöffnet, allerdings unter Hygiene- und Abstandsmaßnahmen. Hotels haben geöffnet, Strände sind für Besucher zugänglich, ebenso Museen. Die Gastronomie hat ebenfalls geöffnet, allerdings mit verringertem Platzangebot für Gäste und Abstandsregeln. Pauschale beziehungsweise organisierte Busreisen im Land sind hingegen verboten. Es gibt keine Maskenpflicht, es wird aber empfohlen sie zu tragen, wenn ein Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann. Der Mindestabstand beträgt ein bis zwei Meter. In Finnland dürfen sich maximal 50 Personen versammeln.

Island: Der Inselstaat im Atlantik ist wenig von der Pandemie betroffen. Laut Johns-Hopkins-Universität wurden hier mehr als 1900 Infektionen registriert, es gab zehn Todesfälle. 1885 Menschen gelten als genesen.

Seit dem 16. Juli dürfen Deutsche ohne Quarantäne und ohne Covid-19-Test nach Island einreisen, wenn man sich 14 Tage vor Abreise nach Island nicht in einem Hochrisikogebiet aufgehalten hat. Reisende müssen vor der Abreise nach Island ein Registrierungsformular ausfüllen, in das Kontaktdaten, Flug- und Aufenthaltsdaten sowie Informationen zum Gesundheitszustand und zu Voraufenthalten eingetragen werden müssen.

In Island gilt keine Maskenpflicht. Es wird jedoch angeraten, in öffentlichen Bereichen einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen zu halten. Gaststätten und touristische Einrichtungen sind grundsätzlich geöffnet, es kann jedoch zu kürzeren Öffnungszeiten oder kurzfristigen Schließungen kommen. Versammlungen sind derzeit auf 500 Personen beschränkt.

Dänemark: Die Infektionslage in Deutschlands Nachbarland ist unter Kontrolle. Seit Beginn der Pandemie wurden in Dänemark insgesamt 13.092 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet, 12.182 Personen gelten als genesen. Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen zurückgegangen und bewegt sich im ein- bis zweistelligen Bereich. In den letzten 24 Stunden sind 31 neue Fälle hinzugekommen.

Trotz des entspannten Infektionsgeschehens sind die Regeln zur Einreise vergleichsweise strikt. Derzeit dürfen nur Menschen aus Ländern, die epidemiologisch als sicher eingestuft werden, in das skandinavische Land einreisen. Zu diesen Ländern gehören Deutschland, Österreich und die Schweiz. Portugal, Luxemburg und große Teile Schwedens gehören nicht dazu.

Wer in Dänemark Urlaub machen will, muss mindestens sechs Übernachtungen nachweisen. Das gilt für Ferienhäuser, Hotels und Campingplätze. Wird in Privatunterkünften übernachtet, muss dies von den Gastgebern bestätigt werden. Die Übernachtungen dürfen dabei an verschiedenen Orten sein. Eine Quarantänepflicht gibt es nicht.

Wer nicht für touristische Zwecke nach Dänemark reist, muss bei der Grenzkontrolle einen Grund vorweisen und diesen auch belegen. So darf man aus beruflichen Gründen einreisen, wenn man eine Bestätigung des Arbeitgebers hat, etwa in Form eines Arbeitsvertrages oder einer Einladung.

Auch für private Zwecke muss eine Bestätigung oder ein Nachweis vorgelegt werden. Es ist zwar erlaubt, nach Dänemark zu fahren, um seine Familie oder (Ehe-)Partner zu besuchen. „Liebesbeziehungen“ müssen nach Angaben der dänischen Polizei seit mindestens drei Monate laufen und es muss auch persönliche Begegnungen gegeben haben. Beziehungen, die ausschließlich schriftlich oder telefonisch liefen, werden nicht anerkannt. Ein Formular dazu kann bei der Polizei heruntergeladen werden.

Bei Ehepartnern muss eine Heiratsurkunde vorgelegt werden, bei familiären Beziehungen eine Tauf- oder Geburtsurkunde. Man sollte auch eine Kopie der Krankenversicherungsbescheinigung der in Dänemark lebenden Person mitbringen. Auch bei weiteren Angelegenheiten, etwa Gerichtsverfahren, Geburt des Kindes oder Beerdigung, ist ein Nachweis nötig. Mehr dazu können Sie hier bei der dänischen Polizei lesen (Englisch).

Eine Ausnahme gibt es für die Bewohner von Schleswig-Holstein: Menschen mit Wohnsitz in dem Bundesland dürfen ohne einen wichtigen Grund nach Dänemark einreisen. Der Wohnsitz muss nachgewiesen werden, etwa mit dem Personalausweis oder Pass.

Bei der Einreise auf die zu Dänemark gehörenden Färöer-Inseln erfolgt ein Covid-19-Test. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen Reisende sich umgehend in häusliche Quarantäne begeben. Bei der Einreise nach Grönland wird ein negativer Testnachweis für Covid-19 benötigt. Reisende werden verpflichtet, sich sofort in häusliche Quarantäne zu begeben. Nach fünf Tagen erfolgt ein neuer Test.

Dänemark hat die meisten seiner Corona-Restriktionen gelockert. Viele Geschäfte und Restaurants haben wieder geöffnet, wenn auch unter Auflagen. Gruppen von mehr als zehn Personen sind in Gaststätten nicht erlaubt. Museen und Zoos haben wieder geöffnet. Eine Maskenpflicht gibt es in Dänemark nicht, mit Ausnahme der Flughäfen. Hier werden zugelassene medizinische Gesichtsmasken verlangt. Es muss ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden. Mehr als 100 Menschen dürfen sich nicht in der Öffentlichkeit versammeln. Schwimmbäder und Badeländer haben wieder geöffnet. Hygienemaßnahmen sollten eingehalten werden.

Schweden: Schweden galt lange als „Sorgenkind“ der nordischen Länder. Hier waren die Infektionszahlen im Vergleich zu den Nachbarländern sehr hoch. 76.877 Corona-Fälle wurden hier registriert, knapp 5600 Menschen starben an den Folgen von Covid-19 in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land. Doch die Zahlen der nationalen Gesundheitsbehörde zeigen, dass die Neuinfektionen zurückgehen. Am Donnerstag wurden 115 neue Corona-Infektionen gemeldet, an den beiden Tagen davor waren es jeweils mehr als 400. Die Zahl der neuen Todesfälle pro Tag ist seit mehr als einer Woche im einstelligen Bereich; am Mittwoch wurde nur ein neuer Todesfall registriert. Auch die Zahl der neuen Intensivpatienten ist zurückgegangen. Es wird aber vermehrt getestet. Infektionsschwerpunkte liegen in den Regionen Gävleborg und Jönköping.

Nach dem Rückgang dieser Zahlen hat das Auswärtige Amt am Dienstag die Reisewarnung für das Land aufgehoben. Schweden war der letzte EU-Staat, für den noch eine deutsche Reisewarnung galt. Staatsangehörige der EU, der Schweiz, ihre Familienangehörigen und Inhaber von EU-Aufenthaltsgenehmigungen unterlägen keinen Einreisebeschränkungen. Alle Grenzübergänge seien geöffnet.

In Schweden gibt es keine Reisebeschränkungen oder Ausgangssperren. Symptomfreie Personen dürfen sich frei im Land bewegen. Es wird aber dazu angehalten, unnötige Reisen im Land zu vermeiden.

Versammlungen bis zu 50 Personen sind erlaubt, was auch für Sportveranstaltungen gilt. Hotel- und Campinggewerbe sowie Berghütten sind laut Auswärtigem Amt unter Einschränkungen offen. Restaurants haben ebenfalls geöffnet, allerdings müssen die Gäste Abstand halten und Speisen und Getränke dürfen nur am Tisch serviert und verzehrt werden. Die Strände sind frei zugänglich. Viele Freizeitparks und Museen haben geschlossen.

Maskenpflicht gibt es in Schweden nicht, allerdings wird dringend geraten, die Abstands- und Hygieneregeln zu beachten. Menschenansammlungen und der öffentliche Nahverkehr in Stoßzeiten sollen gemieden und Kontakte weitestgehend reduziert werden. Bei Krankheitssymptomen wird geraten, zu Hause zu bleiben. Es gilt ein generelles Besuchsverbot für Altenheime, Treffen mit Abstand außer Haus sind aber möglich.

Quellen: Auswärtiges Amt zu Dänemark, Norwegen, Schweden, Island und Finnland, Europäische Union, Johns-Hopkins-Universität, Nachrichtenagenturen DPA und AFP

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