Smartphone-Geschichte: Evolution des Handys – COMPUTER BILD


Ein typischer Smartphone-Nutzer in Deutschland sieht im Schnitt 88 Mal tglich aufs Handy. Das ist zumindest das Ergebnis der Studie des Bonner Wissenschaftler Alexander Markowetz. 35 Mal berprft der Anwender nur, ob eine Mitteilung eingetroffen ist oder will wissen, wie spt es ist. Immerhin 53 Mal am Tag entsperrt der Nutzer das Gert, um eine Nachricht zu schreiben, ein Foto aufzunehmen, eine App zu starten oder im Web zu surfen. Das Smartphone ist aus unseren Hosentaschen einfach nicht mehr wegzudenken.

1996: Nokia Communicator mit Fax-Funktion

Dieser Massentrend war zu Beginn der Smartphone-ra vor 23 Jahren noch nicht in Sicht. Alles begann im Jahr 1996 ber zehn Jahre vor dem ersten iPhone. Auf der CeBIT in Hannover kndigte der finnische Mobilfunkkonzern Nokia den Nokia 9000 Communicator als Bro im Westentaschenformat an, der am 15. August 1996 in die Lden kam. Killer-Funktion damals: Das Gert konnte unter anderem Faxe senden und empfangen. Auerdem brachte der rund 400 Gramm schwere Communicator, der 2.700 D-Mark kostete, auch einen elektronischen Kalender, ein digitales Adressbuch, eine Notizanwendung und einen Taschenrechner mit.

Das iPhone lutete 2007 als erstes Smartphone ein neues Zeitalter ein. Denkste! Nokia war mit dem Communicator eher dran. Ein Rckblick.

Nokia Communicator im Last Look: Erstes Smartphone wird 20!

IBM Simon: Nur ein smartes Handy ohne Browser

Manche Experten sehen im Simon Personal Communicator das erste Smartphone der Welt, der bereits ab August 1994 von IBM in den USA verkauft wurde. Doch im Gegensatz zum Communicator von Nokia war mit dem klobigen Simon von IBM ein Surfen im Internet nicht mglich. Und whrend IBM sich bald wieder vom Markt zurckzog, legte Nokia immer weiter nach: 1999 brachten die Finnen mit dem Nokia 7110 das erste WAP-Handy auf den Markt, mit dem man fr mobile Verbindungen formatierte Web-Seiten aufrufen konnte. Zusammen mit Samsung begrndete Nokia dann 2004 mit seinen Gerten die dritte Mobilfunkgeneration UMTS in Deutschland.

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iPhone: Apple revolutioniert den Markt

Es blieb aber Apple-Chef Steve Jobs berlassen, dem Smartphone-Markt den entscheidenden Impuls zu geben. In einer inzwischen legendren Prsentation zum Auftakt der Messe MacWorld am 9. Januar 2007 versprach er dem Publikum gleich drei Gerte: einen Musikplayer mit Touch-Bedienung, ein revolutionres Telefon und einen grundlegend neu konzipierten Internet-Kommunikator. Jobs wiederholte die drei Begriffe so oft, bis es alle im Saal begriffen hatten und laut johlten: Alle drei Funktionen steckten in einem Gehuse: Das iPhone betrat die Bhne und sollte den Markt grundlegend umkrempeln.

Die besten iPhones

Branchen-Beben nach dem iPhone-Launch

Die damaligen Mobilfunkpioniere Nokia, Motorola und Blackberry wurden von der iPhone-Ankndigung kalt erwischt und hatten selbst Jahre spter noch groe Schwierigkeiten, eine angemessene Antwort zu geben. Nur Google mit seinem damaligen Chef Eric Schmidt war gut vorbereitet. Schmidt sa seit 2006 auch im Verwaltungsrat von Apple und hatte wohl mitbekommen, in welche Richtung sich der Zukunftstrend im Mobilfunk bewegen wird. Schon im Sommer 2005 hatte Google das Start-up Android bernommen, um eine Steuerungssoftware fr Kameras zu entwickeln. Doch nach der iPhone-Premiere wurde das Projekt neu ausgerichtet und im November 2007 die Open Handset Alliance mit mehreren Hardware-Herstellern als Gegenspieler zu Apple positioniert. Im Oktober 2008 kam mit dem HTC Dream das erste Android-Smartphone auf den Markt. Apple-Chef Jobs tobte, weil die Android-Oberflche dem iPhone so sehr hnelte. Es gelang Apple allerdings nicht, das Google-System vor Gericht auf bereiter Front stoppen zu lassen. Jobs‘ Nachfolger Tim Cook beendete schlielich den thermo-nuklearen Patentkrieg.

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Google und Samsung als Taktgeber

Neben Google kann sich Samsung als Gewinner des danach einsetzenden Android-Booms fhlen. Im ersten Quartal 2012 lsten die Sdkoreaner Nokia als weltgrten Mobilfunkhersteller ab. Diese Spitzenposition hatte Nokia seit 1998 innegehalten. Der Abstieg der Finnen beschleunigte sich ab 2011, weil die Nokia-Entwickler nicht in der Lage waren, ihr Symbian-System zu einer attraktiven Alternative zu Apples iOS oder Android von Google zu erneuern. Der damalige Nokia-Chef Stephen Elop beschwor im Februar 2011 seine Mitarbeiter: Wenn man auf einer brennenden l-Plattform steht, hat man zwei Mglichkeiten: Entweder zu bleiben und zu verbrennen, oder ins kalte Wasser zu springen.

Die besten Samsung-Handys

Fr Nokia ging es bergab

Nokia wagte den Sprung ins Wasser und wurde vom Rettungsboot Microsoft mit seinem Windows-System aufgenommen. Doch konnte das Manver die Nokia-Smartphone-Sparte nicht vor dem Untergang bewahren. Dieser Geschftsbereich von Nokia sowie die Patente der Finnen landeten im April 2014 fr 5,4 Milliarden Euro bei dem US-Konzern. Nach einer Serie von schlechten Quartalsergebnissen wurde die Sparte vom neuen Microsoft-Chef Satya Nadella aber auch schon wieder abgewickelt.

Familienchronik: Samsungs Galaxy-S-Klasse in der bersicht

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Smartphone-Boom: Zenit schon berschritten?

Inzwischen fragen sich etliche Beobachter, ob der Boom der Smartphones nicht seinen Hhepunkt berschritten hat. Die jngsten Absatzzahlen lagen nur noch marginal ber den Vorjahreswerten. Und da die Preise immer weiter fallen, verzeichnete die Branche erstmals seit langer Zeit einen Umsatzrckgang. Apple-Chef Tim Cook zumindest glaubt aber nicht an diese These. Das Smartphone sei inzwischen fr das Leben der Menschen essenziell, sagte er bei der Telefonkonferenz zu den jngsten Quartalsergebnissen. Knstliche Intelligenz werde diesen Trend noch verstrken und das Geschft positiv beeinflussen. (Mit Material der dpa.)



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