So investieren Sie mit einem Fonds-Sparplan

Fonds-Sparen: Mit einem Fonds-Sparplan können Sie langfristig Geld profitabel anlegen. (Quelle: eggeeggjiew/Getty Images)

Mit einem Fonds-Sparplan legen Sie regelmäßig eine kleine Summe in einen Investmendfonds an. Doch wie funktioniert das? Wie teuer ist ein solcher Sparplan? Und wo liegt der Unterschied zu einem ETF-Sparplan? Ein Überblick für Börseneinsteiger.

Regelmäßig einen kleinen Betrag anlegen und nach einigen Jahren ein ordentliches Vermögen aufgebaut haben: Das klingt verlockend. Doch wie soll das gelingen? Ganz einfach: Nicht mit einem Sparbuch – sondern mit einem Fonds-Sparplan.

Der Vorteil: Für diese Form der Geldanlage benötigen Sie keinen großen Einmalbetrag, sondern zwacken einfach jeden Monat etwas Geld, zum Beispiel 25 oder 50 Euro, ab und legen es in einen Investmentfonds an. Das sind praktisch Geldkörbe, die das Kapital vieler Anleger in Wertpapiere, Rohstoffe oder Immobilien investieren.

Wenn der Wert der Anlageobjekte steigt, profitieren Sie davon. Langfristig können Sie so ohne großen Aufwand und ohne hohes Risiko ein sattes Vermögen ansparen.

Was ist überhaupt ein Fonds-Sparplan?

Statt auf einen Schlag einen größeren Betrag an der Börse zu investieren, legen Sie mit einem Fonds-Sparplan über einen längeren Zeitraum regelmäßig kleinere Summen Geld an, für die Sie Anteile ausgewählter Fonds kaufen. Bei manchen Direktbanken oder Online-Brokern im Internet können Sie bereits einen Betrag von nur 25 Euro pro Monat in einen Fonds-Sparplan einzahlen, häufig liegt die Mindestrate jedoch bei 50 Euro im Monat.

Fonds können Sie sich als Körbe vorstellen, in denen Geld von Anlegern liegt. Dieses Geld wird in Wertpapiere wie Aktien, Rohstoffe wie Gold oder Immobilien investiert: So gibt es Aktien-, Immobilien-, oder Rohstofffonds.

Anders als bei einem Sparplan in Aktien investieren Sie beim klassischen Fondssparen in viele verschiedene Anlageobjekte und streuen so Ihr Risiko breit. Bei den meisten Fonds entscheidet ein Fondsmanager, in welche Anlageobjekte er investiert.

Bei sogenannten Indexfonds oder ETFs ist das nicht der Fall. Diese bilden per Computeralgorithmus einen Index nach, zumeist einen Aktienindex wie den Dax. Diese Indexfonds sind deshalb – auch im Falle eines Sparplans – günstiger als andere Fonds.

Ein weiterer Vorteil eines Fonds-Sparplans: Sie müssen sich keine Gedanken über den richtigen Startzeitpunkt machen. Da Sie nicht einmalig einen großen Betrag, sondern regelmäßig viele kleine Summen investieren, ist es nicht einmal schlimm, wenn Sie bei fallenden Kursen einsteigen. In diesem Fall bekommen Sie mehr Fondsanteile für Ihr Geld – steigen die Kurse später wieder, schöpfen Sie mögliche Gewinne ab.

Grundsätzlich gilt: Legen Sie nur Geld an, das Sie die nächsten 15 oder 20 Jahre nicht benötigen. Denn Kurse können kurzfristig ins Negative rutschen. Gerade ein Investment in Rohöl beispielsweise ist sehr schwankungsanfällig. Wenn Sie Ihre Anteile an einem Tiefpunkt verkaufen müssen, haben Sie womöglich Verluste gemacht.

Welche Kosten sind mit einem Fonds-Sparplan verbunden?

Bei einem Sparplan fallen verschiedene Kosten an. Auf folgende Punkte sollten Sie achten:

  • Depotkosten: Da Sie zunächst ein Depot eröffnen müssen, bevor Sie einen Fonds-Sparplan anlegen können, sollten Sie diese Gebühren im Blick behalten. Bei vielen Onlineanbietern und Direktbanken fallen für ein Depot keine Kosten an. Bei herkömmlichen Banken und Sparkassen kann ein Depot mehr als 20 Euro im Jahr kosten.
  • Ausgabeaufschlag: Das ist der Betrag, den eine Fondsgesellschaft dafür bekommt, dass sie Ihnen einen Fondsanteil vermittelt. Diese Kosten entstehen jedes Mal, wenn eine Direktbank einen bestimmten Kauf für Sie ausführt. Der Ausgabeaufschlag kann bis zu sechs Prozent betragen, häufig gewähren Online-Broker darauf jedoch einen Rabatt. Darauf sollten Sie unbedingt achten, denn ein hoher Ausgabeaufschlag kann Ihre Rendite auf Dauer beträchtlich mindern (siehe unten). Bei ETFs entfällt übrigens meist der Ausgabeaufschlag, hier fallen jedoch Ordergebühren an, die meist aber deutlich geringer als der Ausgabeaufschlag sind.
  • Verwaltungsgebühren: Das sind die Kosten, die eine Fondsgesellschaft dafür erhebt, dass sie einen Fonds anbietet. Diese Kosten werden häufig in der Gesamtkostenquote („Total Expense Ratio“, kurz „TER“) zusammengefasst. Die Kosten der Fonds können sich erheblich unterscheiden. ETFs sind hier am günstigsten, denn es muss kein Fondsmanager bezahlt werden, der das Vermögen verwaltet.

Wie sehr unterschiedliche Kosten Ihren Gewinn aus einem Investment schmälern können, zeigt folgendes Beispiel, in dem wir eine Sparrate von 50 Euro, eine jährliche Rendite von sechs Prozent und eine Laufzeit von 15 Jahren annehmen:

Ausgabeaufschlag TER Gewinn Gesamtbetrag
2,5 Prozent 0,5 Prozent 4.476,23 13.476,23
4,5 Prozent 0,5 Prozent 4.218,31 13.218,31
6 Prozent 0,9 Prozent 3.597,77 12.597,77

Sollte ich mithilfe eines Fonds- oder lieber eines ETF-Sparplans investieren?

Das hängt von Ihren Vorlieben ab. Als Börseneinsteiger empfiehlt es sich, mithilfe eines ETF-Sparplans zu investieren statt mit einem Sparplan mit Fonds. Das hat mehrere Gründe:

  • Kosten: Dadurch, dass bei ETFs Computer einen Aktienindex nachbilden, sind sie günstiger als herkömmliche Aktien- oder Mischfonds. Denn es muss kein Manager bezahlt werden, der die Zusammensetzung des Fonds überwacht. Bei ETFs ist deshalb die Gesamtkostenquote (TER), die alle wichtigen Kosten umfasst, deutlich geringer als bei herkömmlichen Fonds. Das gilt auch für Sparpläne in ETFs.
  • Erträge: ETFs erzielen bei breiter Streuung langfristig eine mindestens genauso hohe Rendite wie klassische aktiv gesteuerte Aktienfonds. Das liegt daran, dass es selbst Experten nur selten gelingt, exakte Prognosen über künftige Marktentwicklungen zu machen – um so bessere Renditen zu erwirtschaften als der gesamte Markt, den ein ETF abbildet.
  • Transparenz: Ein weiterer Vorteil von ETF-Sparplänen ist die größere Transparenz von ETFs im Vergleich zu herkömmlichen Misch- oder Aktienfonds. Da ein ETF einen bestimmten Aktienindex nachbildet, wissen Sie als Anleger zu jedem Zeitpunkt, welche Unternehmensanteile der Fonds enthält. Aktiv gemanagte Fonds sind häufig weniger transparent. So erfahren Sie als Anleger oft nur mit einer zeitlichen Verzögerung oder an einem bestimmten Stichtag, aus welchen Aktien sich der Fonds gerade zusammensetzt.

Wie vergleiche ich Fonds-Sparpläne miteinander?

Im Internet finden Sie verschiedene Vergleichsportale, auf denen Sie die Konditionen der Sparpläne miteinander vergleichen können. Für den Vergleich entscheidend sind mehrere Faktoren:

  • Kosten: Nicht nur die Depotkosten, sondern auch Verwaltungsgebühren und Ausgabeaufschlag sind wichtig (siehe oben). Bei einem Vergleich sollten Sie darauf unbedingt achten – und auf mögliche Rabatte, die gewährt werden.
  • Auswahl: Die unterschiedlichen Direktbanken haben eine unterschiedliche Angebotsvielfalt. So gibt es nicht bei jeder Direktbank jeden möglichen Fonds-Typen.
  • Rendite: Mit dem jeweiligen Fonds-Typ, auf den ein Sparplan abgeschlossen werden soll, variieren auch die Erträge, genannt Renditen. So liegt sie bei Aktienfonds in der Regel bei etwa sechs Prozent, bei Rentenfonds, also Fonds, die in Anleihen investieren, bei etwa drei Prozent.

Kann ich auch einen Fonds-Sparplan für mein Kind abschließen?

Ja, das können Sie – und es lohnt sich auch. Grundsätzlich gilt hier: Je früher Sie mit dem Ansparen beginnen, desto besser. Grund dafür ist der Zinseszins-Effekt: Je früher Sie Geld anlegen, desto größer sind über die Jahre Ihre möglichen Gewinne.

Viele Direktbanken bieten deshalb extra Depots samt Fonds-Sparplänen für Kinder an. Diese sind häufig sogar günstiger als herkömmliche Depots. Meist können Sie hier auch schon bei zehn Euro im Monat anfangen, zu investieren.

Dieses Depot können Sie bereits ab Geburt Ihres Kindes eröffnen. Das Besondere: Zwar gehört das Depot offiziell Ihrem Kind, Sie tragen jedoch dafür Verantwortung. Oft ist es auch nicht möglich, in hochspekulative Geschäfte wie Hedgefonds zu investieren, die für Sie als Privatanleger ohnehin nicht geeignet sind. Außerdem dürfen Sie das in einem Junior-Depot angelegte Geld nicht für eigene Zwecke abziehen.

Das Kind kann sich das Geld, sobald es volljährig ist, auszahlen lassen – oder die Anteile in ein herkömmliches Depot übertragen. Es ist in der Regel aber nicht möglich, einen Fonds-Sparplan zu übertragen.

Ein Punkt, den Sie dabei beachten sollten: Wenn Ihr Kind durch die Auszahlung der Erträge eines Fonds-Sparplans bei Volljährigkeit ein zu hohes Vermögen hat, kann es sein, dass es kein Bafög für ein Studium bekommt. Der Freibetrag für das angerechnete Vermögen liegt derzeit bei 7.500 Euro im Jahr.

Wie viel Geld kann ich mit einem Fonds-Sparplan bekommen?

Wie viel Geld Sie am Ende eines Fonds-Sparplans haben, lässt sich nicht pauschal beantworten. So hängt es von den Kosten, dem Fonds-Typ oder der Laufzeit ab, wie viel Vermögen Sie aufgebaut haben.

Sie können im Internet überprüfen, wie hoch Ihr Vermögen nach einer bestimmten Zeit ungefähr sein wird. Nutzen Sie dafür einen „Fonds-Sparplan-Rechner“ oder einfach einen „Zins-Rechner“. Doch Vorsicht: Die jährlich angenommene Rendite, die Sie dort eingeben, bleibt in der Realität nicht gleich, sondern schwankt. Das sollten Sie berücksichtigen.

Was bringt mir ein VL-Fonds-Sparplan?

Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL, bekommen Sie von Ihrem Arbeitgeber, um langfristig Vermögen aufzubauen: Mit Sparplänen, also auch mit einem Fonds-Sparplan. Ob und wie viel VL Sie erhalten, ist im Tarif- oder Arbeitsvertrag genau geregelt. Maximal sind das jedoch 40 Euro im Monat.

Da das Geld dafür gedacht ist, es anzulegen, erhalten Sie zusätzlich eine staatliche Förderung. Das gilt auch für die Anlage in einen Fonds-Sparplan, für den Sie sich entscheiden können.

Die staatliche Förderung hängt von Ihrem Einkommen ab. So dürfen Sie beim Fondssparen als Single nur ein maximal zu versteuerndes Einkommen von 20.000 Euro haben, als Ehepaar maximal 40.000 Euro.

Die Förderung beläuft sich auf 20 Prozent des eingezahlten Betrags – maximal jedoch eine Summe von 80 Euro im Jahr. Diesen Betrag würden Sie erreichen, wenn Sie als Single 400 Euro im Jahr anlegen oder als Ehepaar 800 Euro.

Den Vertrag über einen VL-Sparplan schließen Sie als Arbeitnehmer ab und legen ihn Ihrem Arbeitgeber vor, der dann die festgelegte Summe investiert. Es gibt eine Sperrfrist, ehe der VL-Fonds-Sparplan entweder erneuert oder ausgezahlt wird. Diese beträgt in der Regel sieben Jahre.

Source link

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.