Statt aufs eigene Auto verzichten Nutzer auf Bus und Bahn


Carsharing lohnt sich fast nur in Berlin. (Foto: dpa)

Carsharing erfreut sich steigender Beliebtheit. Aber die Hoffnung, dass Mietautos das private Auto ersetzen, geht offenbar nicht in Erfüllung. Bedroht ist laut einer Studie eher der ÖPNV.

Eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney räumt mit dem Mythos Carsharing auf. Die Mietautos erfreuen sich zwar steigender Beliebtheit. Das private Auto wird aber durch das Angebot der Mietauto-Flotten noch nicht ersetzt. Das eigene Auto, so die Studienautoren, werde immer noch mit einem Gefühl der persönlichen Freiheit verbunden. Es werde daher schwer werden, die Durchdringungsrate der Carsharing-Angebote zu steigern.

Carsharing: Statt aufs eigene Auto verzichten Nutzer auf Bus und Bahn

Statt auf das eigene Auto verzichten Carsharing-Nutzer eher auf Bus und Bahn, wie eine Befragung am Beispiel Deutschland zeigt. Mit steigender Carsharing-Nutzung sinkt die Bereitschaft, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen, deutlich. Dagegen steigt die Nutzung von eigenem Auto oder Motorrad bei Viel-Carsharern eher noch an. Der Hype sei aktuell nicht gerechtfertigt, konstatiert die am Freitag veröffentlichte Studie.

Das auch von der Politik verfolgte Ziel, durch Carsharing den nachhaltigen Verkehr in den Städten zu stärken, werde verfehlt. Die Zahl der neuen Autozulassungen sei in Hamburg oder Berlin, wo die jetzige Share-Now-Gruppe seit acht Jahren aktiv ist, nicht signifikant gesunken, wie es bei heise.de heißt. Den Experten zufolge seien in Deutschland zudem nur wenige Städte groß genug, um Carsharing profitabel betreiben zu können, darunter Berlin und schon mit Abstrichen Hamburg, München oder Köln.

Weltweit ist die Zahl der Mitglieder von Carsharing-Diensten zwischen 2013 und 2018 von drei auf 27 Millionen gestiegen. Die Zahl der Auto, die von den Betreibern eingesetzt werden, kletterte im selben Zeitraum von 71.000 auf 268.000, wie A.T. Kearney berechnet hat. Das Ausbleiben der Verkehrswende hat aber einige Städte schon zur Abkehr vom Carsharing-Support gebracht. Laut Süddeutscher Zeitung gehört dazu etwa Stockholm, wo Drivenow seinen Dienst nach drei Jahren wegen hoher Park- und Staugebühren wieder einstellen musste.

Mehr zum Thema:



Source link

Reply