Telekom Speedport Smart 3: Mesh-Router im Test

Die Geräte der Telekom sind wahrscheinlich die größten Konkurrenten zur den beliebten AVM-Produkten. Die meisten Kunden bekommen den Router mit ihren Verträgen. Eng wird es, wenn die WLAN-Reichweite nicht ausreicht, um die komplette Wohnung zu versorgen. Der Einfachheit halber greifen die meisten Kunden dann ebenfalls zu den Produkten der Telekom. Wir haben bereits die Speed Home WiFi-Geräte getestet, nun folgt der passende Router dazu.

Der Test zum Speedport Smart 3 erscheint im Rahmen unserer Themenwelt WLAN Mesh. Dort sind bereits mehrere Tests erschienen, etwa zum Amazon Eero (Testbericht), zum AVM Fritz Repeater 3000 (Testbericht), zum D-Link Covr 1102 (Testbericht) oder dem Ubiquiti Amplifi HD (Testbericht). Einen Vergleich der getesteten Geräte erschien im Artikel WLAN-Mesh-Systeme im Vergleich: Von AVM bis Zyxel. Wer einen besseren WLAN-Empfang im Garten sucht, dem empfehlen wir den Artikel Schnelleres WLAN im Garten: Outdoor-Repeater & Co.

Das verbaute VDSL-Modem passt zu den Tarifen der Telekom und ist entsprechend dafür vorbereitet. Es drängt sich ein Vergleich mit der AVM Fritzbox 7590 (Testbericht) auf, die ähnliche Eigenschaften hat, aber mehr kostet. Die WLAN-Übertragungsrate des Telekom Smart 3 schafft im Modus 11n bis 600 MBit/s und im Modus 11ac bis zu 1733 MBit/s. Laut Router-Software sind im 2,4 GHz-Band sogar 800 MBit/s möglich. Auch hier ist die AVM 7590 nominal exakt gleich schnell. Beide Router, AVM und Telekom, haben vier Gigabit-LAN-Anschlüsse, plus einen WAN-Anschluss für die Internet-Einspeisung aus einem externen Modem.

Der Telekom Speedport Smart 3 (Bild: Harald Karcher)
Der Telekom Speedport Smart 3 (Bild: Harald Karcher)

Selbst bei der Telefonie glänzen beide WLAN-Router mit einer eingebauten DECT-Funk-Basis: Beim Telekom Smart 3 für fünf Mobilteile, bei der AVM 7590 für sechs mobile DECT-Telefone (Vergleichstest). Dazu haben beide Router zwei a/b-Ports für analoge Festnetz-Telefone. Die AVM 7590 hat zudem noch einen internen ISDN-S₀-Bus für ISDN-Telefone oder ISDN-Telefonanlagen. Der Smart 3 hat das nicht. Der Telekom Router hat lediglich 1x USB 2.0, andere Geräte setzen hier bereits auf USB 3.0. Wer also eine NAS-Festplatte an den Router hängen will, dürfte sich über das schnellere USB 3.0 freuen. Ansonsten bringt eine echte NAS-Station per LAN-Kabel am Router fast immer eine bessere Leistung als per USB.

Der Telekom Smart 3 Router wurde im Herbst 2018 erstmals per Firmware-Update mit Mesh-Funktionen ausgestattet. Seitdem eignet er sich als Mesh-Basis für bis zu fünf Telekom Speed Home WiFi Mesh Repeater. Die Telekom Mesh Points kann man kaufen oder mieten: Kunden können ab dem WLAN Paket M bei der Einrichtung und WLAN Optimierung vom Telekom-Service direkt in der Wohnung helfen lassen, falls eine Beratung per Telefon nicht möglich ist, so eine Magenta-Website Ende Mai 2020. Ein derart systematischer und flächendeckender WLAN-Beratungsdienst ist uns von keinem anderen Mesh-Anbieter bekannt.

Der Telekom Speedport Smart 3 kann Smart-Home-Geräte über den ZigBee-Funk ansteuern. Die Telekom hat ein beachtliches Sortiment an ZigBee-kompatiblen Geräten (Themenwelt) wie Schaltsteckdosen, Überwachungskameras, LED-Lampen, Sensoren, Heizkörperregler. Die AVM 7590 hat kein ZigBee im Gerät und setzt lieber auf DECT-Funk. Mehr dazu im Ratgeber: Fritzbox als Smart-Home-Zentrale.

Genug der Theorie: Jetzt verbinden wir einen PC per LAN mit einer der vier gelben RJ45-Buchsen des Telekom Smart 3 Routers. Gleich nach dem Hochfahren des Routers öffnet sich dessen Dashboard automatisch in unserem Browser. So eine automatische Zwangsumleitung ist sehr bequem. Ansonsten hätten wir die IP-Adresse oder Web-Adresse des WLAN-Routers in den Browser eingetippt, etwa http://speedport.ip. Normalerweise will der Router sich gleich mit der Deutschen Telekom verbinden und eine weitgehend vollautomatische DSL-Router-Konfiguration durchziehen. Da der Tester jedoch keinen Telekom-Anschluss in der Testwohnung unterhält, war nach einer gewissen Hartnäckigkeit ein Zugang in das Experten-Menü des Routers auch ohne DSL-Vertrag möglich. Details in der folgenden Fotostrecke:

Oberste Pflicht vor jedem WLAN-Test ist ein Firmware-Update. Da der Router jedoch keinen Internet-Kontakt zur Telekom hatte, holten wir die jüngste Router-Software mit einem anderen Rechner auf der Telekom-Support-Seite ab, und spielten diese jüngste Firmware-Datei händisch in den Smart 3 Router ein. Dann verbanden wir unseren lokalen Datenlieferanten, eine 10-Gig-Synology DS1618+ NAS-Station, per LAN-Kabel mit dem Telekom Smart 3. Die Synology-NAS wurde vom Telekom-Router spontan als HarrySynoDS1618 erkannt und als blauer Link eingeblendet. Durch einen Mausklick darauf öffnete sich die Management-GUI der NAS-Station. Sehr schön, denn das kann auch nicht jeder WLAN-Router.

Als Verschlüsselung bietet der Smart 3 maximal WPA2, also noch kein WPA3. Unser erster Versuch, den voreingestellten WPA2-Schlüssel auf 1234 zu verkürzen, wurde nicht gestattet. Ein zweiter Versuch mit 12345678 ging dann okay. Der Smart 3 hat dabei aber mit roter Hinterlegung die geringe Schlüssel-Stärke angemahnt. Gut so!

Das Graphical User Interface (GUI) des Telekom Smart 3 wirkt durchwegs übersichtlich. Der dicke, graue Gliederungsbalken bleibt immer ganz oben eingeblendet, das aktuelle Kapitel wird kontrastreich in Magenta-Farbe hervorgehoben. Dadurch wird der User immer schön logisch durch die Vielfalt der Settings und Features geführt. An vielen Stellen kann sich der User hellblau hinterlegte Erklärungstexte einblenden lassen. Diese ersetzen schon fast ein kleines WLAN-Lehrbuch.

Im Prinzip lässt sich der Telekom Speedport Smart 3 auch mit Apps für iOS und Android Handys verwalten. Aber dazu sollte man einen Vertrag mit der Telekom haben, um alle Features nutzen zu können. Außerdem hat die Telekom-App an vielen Stellen die Screenshot-Funktion unseres Handys gesperrt. Daher können wir in der folgenden Fotostrecke nur die ersten paar Bildschirmaufnahmen zeigen.

Wir haben alle drei Telekom Speed Home WiFi Mesh Repeater zunächst per LAN-Kabel mit den drei gelben Buchsen LAN1, LAN2 und LAN3 am Rücken des Telekom Smart 3 Routers verbunden. Kurz darauf wurden die drei Mesh Points im Dashboard des Routers wie folgt angezeigt:

  • aaecec-speedhomewifi
  • 67caac-speedhomewifi
  • ae98f8-speedhomewifi

Beim Anklicken der obigen Namen landeten wir aus dem Dashboard des Routers direkt in den Dashboards der drei Mesh-Geräte. Dort sahen wir deren Original WLAN-Namen (SSIDs) und WLAN-Schlüssel. Zusammen mit dem Router funkten jetzt also vier verschiedene WLAN-Schlüssel durch die Luft. So unbequem sollten die Netzzugänge aber nicht bleiben. Wir wollten aus den drei Repeatern mitsamt Telekom Router ja ein homogenes Funknetz mit identischen WLAN-Zugangsdaten machen. Dazu drückten wir auf den runden WPS-Knopf hinten am ersten Telekom Repeater, danach auf den länglichen WPS-Taster an der Vorderseite des Telekom Routers. Nach kurzem Geblinke funkte der erste Repeater dann die gleichen Login-Daten wie der Router in die Luft, nämlich die von uns zuvor im Router hinterlegten Daten:

  • SSID1: Telekom Speedport 3 – 2G
  • SSID2: Telekom Speedport 3 – 5G
  • WLAN-Key: 12345678

Und ja, der Mesh Repeater hat sogar die Bänder-Trennung (2G und 5G) klaglos vom Router übernommen. Das gleiche Koppelungs-Prozedere haben wir mit den zwei weiteren Telekom Repeatern wiederholt. Danach wurde das komplette Mesh-Netz im Router angezeigt.


LAN-Backbone: Hier waren unsere drei Telekom Speed Home WiFi Mesh Repeater per LAN-Kabel mit einem Telekom Speedport Smart 3 Router gekoppelt. Per LAN-Kabel war das Mesh-Netz im Backbone fast immer schneller und stabiler verbunden als über WLAN. (Bild: Harald Karcher).

Jetzt das Gleiche, nur per WLAN: Dazu haben wir die drei LAN-Kabel zwischen dem Router und den drei Mesh-Repeatern wieder abgeklemmt. Dann haben wir die Mesh-Rundlinge auf drei verschiedene Zimmer im OG unserer Testwohnung verteilt. Nach dem erneuten Hochfahren waren alle vier WLAN-Geräte, also der Router und die drei Repeater, nur noch per WLAN miteinander gekoppelt. So haben wir in weniger als 15 Minuten ein homogenes Wifi-Mesh-Netz mit identischen SSID-Namen und WLAN-Keys in der ganzen Wohnung erstellt. Das heißt: in allen Räumen konnte sich ein WLAN-Handy oder WLAN-Laptop fortan mit identischen Zugangsdaten in den jeweils nächst besten Telekom-Funker einloggen. Laut Telekom lassen sich bis zu fünf Repeater vermeshen.

Wir treiben ja einigen Aufwand, um fremde Funkstrahler, Mikrowellenherde und weitere WLAN-Störer aus unserer WLAN-Testwohnung fernzuhalten. Durch eine möglichst störungsarme Testumgebung soll jedes neue WLAN-Testgerät die gleichen Chancen auf ein gutes Testergebnis bekommen. Neben den schwachen WLANs der Wohnungsnachbarn haben früher auch halb-öffentliche WLAN-Hotspots von Telekom und Vodafone in unsere Testwohnung hereingestrahlt. Die Hotspots von Vodafone sind auf wundersame Weise wieder verschwunden, jene von Telekom_FON sind leider geblieben. Sie stören bei unseren WLAN-Speed-Messungen fast immer, mal mehr, mal weniger. Wie können wir diesen Spuk abschalten? Es keimt eine kleine Hoffnung:

Unser Telekom Smart 3 Router klärt im Dashboard unter der Rubrik Internet -> WLAN TO GO (Hotspot) auf: „Stellen Sie über Ihren Speedport ein zweites WLAN als Hotspot zur Verfügung… Keine Beeinträchtigung der eigenen Surfgeschwindigkeit. Keine zusätzlichen Kosten. Jederzeit kündbar.“ Diese Router-Seite bietet auch einen Link: „zur Abmeldung“. Leider hat dieser Link nicht funktioniert, vielleicht, weil wir beim Test des Speedport Smart 3 gar keinen Telekom-Vertrag hatten.

Luftanalyse im 2,4 GHz Band: Drei Telekom Mesh Funker haben sich hier gerade mit identischen SSID-Netzwerk-Namen gemeldet. Doch woher kamen die beiden Telekom_FON-Hotspots in unserer Testwohnung? Und wie können wir diese wo genau abschalten? (Bild: Harald Karcher / mit Wifi Analyzer Software).

Auch nach dem Abziehen der Stromversorgung am Telekom-Router Smart 3 waren immer noch einige Telekom_FON-Hotspots in der Luft unserer Testwohnung aktiv, von denen keiner genau weiß, wem sie gehören oder wie man sie abschalten kann. Wir müssen also annehmen, dass sie die folgenden Messversuche nicht ganz behinderungsfrei sind.

Nach diesen Vorbereitungen haben wir zwei Wifi-6-WLAN-Endgeräte mit dem Wifi-5-Router der Telekom verbunden. Ein Samsung Galaxy Note 10+-Smartphone mit 1-Stream-Wifi-6 is 1200 MBit/s sowie ein Asus Zenbook Flip 15 mit 2-Stream-Wifi-6 bis 2400 MBit/s. Spannend ist natürlich, wie der 11ac-Telekom-Router mit diesen jungen 11ax-WLAN-Geräten umgehen kann. Der Telekom Smart 3 funkt bei 5 GHz nämlich 4-Stream-4-Antennen-Wifi-5 alias 11ac-Wave-2 und passt so gesehen nicht mehr optimal zu Wifi-6-Endgeräten, die mehr Effizienz aus weniger WLAN-Antennen herausholen können. Einen Wifi-6-Router hatte die Deutsche Telekom bis Pfingsten 2020 nicht im Sortiment.

Die Umwandlung des Telekom Routers in einen Access Point hat ebenfalls funktioniert. Danach konnten wir eine Wifi-6-fähige AVM Fritzbox 6660 Cable (Testbericht) konfliktfrei mit einer gelben LAN-Buchse des Smart 3 verbinden und deren DOCSIS-3.1-Gigabit-Modem für den VDSL-Router Smart 3 quer-nutzen. Weitere Netzwerk-Funktionen des Telekom Smart 3 zeigen wir in der obigen Fotostrecke. Um die Mesh-Funktionen zu testen, nutzen wir zwei Telekom Speed Home Wifi (Testbericht). Für diesen Test haben wir dann drei Telekom Speed Home WiFi Mesh Repeater mit einem Speedport Smart 3 Router von der Telekom gekoppelt: Zuerst als WLAN Access Points mittels LAN-Kabel, danach als WLAN Mesh-Funker via drei WLAN.

Natürlich haben wir die vier Telekom-Mesh-Geräte, wie schon Dutzende anderer Mesh-Sets zuvor, in unserer immer gleichen Testwohnung aufgebaut. Die Gigabyte-großen Messdateien wollten wir, wie schon oft, aus einer 10-Gig-NAS Synology DS1618+ zuspielen. Einen Zugriff aufs Internet bekommen die Geräte aus dem Kabelanschluss über die Fritzbox.

Der Telekom Speedport Smart 3 Mesh Router (links oben im DG) wird von den zwei Geräten rechts oben mit Speed und Internet gefüttert. Diese Leistung soll er, auch mittels drei Telekom Speed Home WiFi Mesh Repeatern, in die restliche Wohnung weiter strahlen. Mit Wifi-6-Laptop und Wifi-6-Handy wandern wir dann die 5 Messpunkte ab (Bild: Harald Karcher).

An dieser Stelle kommt normalerweise die wichtigste Messung des ganzen Testberichtes: Der Maximal-Durchsatz. Dazu wandern wir mit einem zeitgemäßen 2×2-Stream-Wifi-Laptop über zwei Etagen messend durch 5 Räume und zeigen dann die Messkurven in einem Diagramm. Jahrelang war unser mobiles Messgerät hierfür ein 2×2-Wifi-5-11ac-Wave-2-Laptop mit 2×433 = 866 MBit/s brutto. Inzwischen verwenden wir ein aktuelleres Notebook, ein Asus ZenBook Flip 15 vom Frühling 2020. Das funkt schon 2-Stream-11ax-Wifi-6, also maximal 2x 1200 = 2400 MBit/s ab Werk, aus einem fest verbauten Intel Wi-Fi 6 AX201 WLAN-Bluetooth-Wireless-Modul ab Werk. Moderner ging es per Mai 2020 kaum. So ein 11ax-Laptop kann aus einem sehr guten Wifi-6-11ax-Router, etwa dem Asus GT-AX11000 (Testbericht), brutto 2400 MBit/s und netto weit über 1000 MBit/s herauskitzeln. An einem normalen Wifi-5-11ac-WLAN-Router muss so ein Wifi-6-11ax-Laptop halt auf 2×433 = 866 MBit/s brutto zurückschalten. Netto könnte er dann Peaks von etwas mehr als 600 MBit/s aus einem guten 11-ac-Router herausholen.

Tatsächlich hat sich unser modernster Wifi-6-Laptop aber nur sehr sporadisch für ein paar Augenblicke mit zwei 11ac-Strömen von 2x 433 = 866 MBit/s am Telekom Speedport Smart 3 verbunden. Bei den meisten Versuchen kam aber nur ein einziger 11ac-Strom von 433 MBit/s brutto zustande. Netto lag dieser Strom im besten Falle bei kurzer Distanz im gleichen Raume dann knapp über 300 MBit/s. Das wollen wir hier aber nicht als offizielles Messergebnis stehen lassen, weil völlig klar ist, dass ein guter 4×4-11ac-Wave-2-Router (wie etwa der Telekom Smart 3) brutto 4×433=1733 MBit/s und netto knapp unter 1000 MBit/schaffen müsste.

Stattdessen verweisen wir ausnahmsweise auf Durchsatzmessungen in anderen Computermedien, die dem Speedport Smart 3 tatsächlich Netto-Raten oberhalb von 900 MBit/s ohne jede Einschränkung bescheinigen. Vielleicht hatten diese Kollegen auch durchwegs keine störenden Telekom_FON-Hotspots in der Luft ihrer Testkammern.

Viel erfreulicher war unsere Messung mit dem 11ax-Handy: Unser Samsung Galaxy Note10+ (Testbericht) funkt seit Frühling 2019 schon 1-Stream-Wifi-6 bis 1200 MBit/s brutto. Die folgende Grafik zeigt eine Messung durch fünf Räume über zwei Etagen hinweg. Dabei war das Handy vorsätzlich nur bei 2,4 GHz mit dem Telekom Speedport Smart 3 verbunden. Falls die verwendete AVM Fritz App WLAN unter Android halbwegs richtig misst, würde der Telekom Smart 3 zum Beispiel auch ein VDSL-50-Internet per 2,4 GHz recht brauchbar bis ins hinterste Zimmer unserer Testwohnung funken.

2,4 GHz. Nur ein Telekom Router aktiv: Das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ wurde hier über fünf Räume und zwei Etagen hinweg nur per 2,4 GHz vom Telekom Speedport Smart 3 Mesh Funker versorgt (Bild: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN Software).

Beim nächsten Handyrundgang waren alle vier Telekom Mesh Funker eingeschaltet, also der Mesh Router und die drei Mesh Repeater. Wie man im folgenden Screenshot sieht, hat das Handy nur drei von vier Funkern überhaupt benutzt. Es hat erst im dritten Zimmer vom Router auf einen Mesh-Repeater umgeschaltet. Erst im fünften Zimmer hat es auf den dritten Mesh Repeater gewechselt, und dies auch erst in den letzten 12 Sekunden unserer insgesamt Fünf-minütigen Wanderung. Just diese letzten Sekunden offenbaren aber: Das Handy braucht knapp 50 Sekunden, bis es im hintersten Zimmer merkt, dass hier ein dritter Mesh-Funker so ungestört funkt, dass es da 70 bis 80 MBit/s herausholen kann. Wäre das Handy dagegen immer noch mit dem weit entfernten Telekom Mesh Master im DG verbunden, dann könnte es jetzt nur noch 50 bis 60 MBit/s aus dem entfernten Master heraus kitzeln.

Wie man aus der obigen Grafik sieht, würde ein einziger Telekom Speedport Smart 3 Router für unsere Testwohnung auch schon fürs Gröbste reichen. Ein Mesh-System mit vier Funkern ist in unserer Testwohnung dagegen schon fast der Overkill, vor allem im 2,4 GHz Band.


2,4 GHz. Alle 4 Telekom Funker: Das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ wurde hier über fünf Räume und zwei Etagen hinweg nur per 2,4 GHz von allen 4 Telekom Mesh Funkern versorgt (Bild: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN Software).

Bei der nächsten Messung war das Wifi-6-Handy nur im 5 GHz Band mit dem Speedport Smart 3 Router verbunden. Der Abfall beim Durchsatz bei zunehmender Entfernung wirkt im 5 GHz Band (rein optisch) natürlich viel drastischer als im ohnehin viel langsameren 2,4 GHz Band. Aber nach hinten raus schlägt sich der 5 GHz Funk (trotz vermeintlich geringer Reichweite) allemal gut genug, um ebenfalls ein VDSL-50-Internet bis in das fünfte Zimmer zu tragen. Will man dagegen VDSL mit 100 oder sogar 250 MBit/s in der ganzen Testwohnung verlustfrei verbreiten, dann stellt sich die Frage nach einem geeigneten Repeater oder Mesh System.


5 GHz. Nur ein Telekom Router aktiv: Das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ wurde hier über fünf Räume und zwei Etagen hinweg nur per 5 GHz vom Telekom Speedport Smart 3 Mesh Router versorgt (Bild: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN Software).

Beim nächsten Handy-Rundgang waren wieder alle vier Telekom-Mesh-Funker eingeschaltet, also der Router samt den drei Repeatern. Wie man im folgenden Screenshot sieht, hat das Handy auch im 5 GHz Band, genau wie zuvor schon im 2,4 GHz Band, wieder nur drei von vier Funkern überhaupt benutzt. Es hat jetzt aber schon im zweiten Zimmer (und nicht erst im dritten) vom Router auf einen Repeater umgesattelt. Und auch schon im vierten Zimmer (anstatt erst im fünften) auf einen weiteren Mesh Repeater umgeschaltet. Im 5 GHz Band geht alles etwas schneller als im 2,4 GHz Band.

Außerdem kamen im dritten, vierten und fünften Zimmer durchwegs 180 bis 240 MBit/s aus den Mesh Repeatern. Im 2,4 GHz Band kamen nur 20 bis 80 MBit/s. Im 5 GHz Band wäre ein Mesh-System mit vier Funk-Basen also nicht mehr so ganz der reine Overkill, sondern eine echte Verbesserung, sofern der hohe Speed in allen Zimmern benötigt wird, etwa um VDSL 100 oder gar VDSL 250 überall nahezu verlustfrei zu verteilen.


5 GHz. Alle 4 Telekom Funker: Das Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ wurde hier über fünf Räume und zwei Etagen hinweg nur per 5 GHz von allen Telekom Mesh Funkern versorgt (Bild: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!App WLAN Software).

Falls möglich, sollte man die WLAN-Mesh-Repeater lieber über LAN-Kabel mit dem Mesh-Master koppeln. Kabel erlaubt stabilere und schnellere Durchsatzraten. Außerdem stören Ethernet-Kabel kaum oder gar nicht die Netzwerke der Umgebung. Im Zweifel kann man die Backbone-Techniken auch mischen: Sprich einige Mesh-Repeater per LAN-Kabel, weitere per WLAN-Funk an den Master koppeln. Mehr dazu in unserem kommenden Testbericht zum Telekom Speedport Pro.

Kabel-technisch war der Telekom Mesh Router bei der Messung des Stromverbrauches über einen gelben 1-Gigabit-LAN-Port mit dem 10-Gigabit-Port eines Synology DS1618+ 10-Gigabit-NAS-Servers verbunden. Ein DSL-Modem hing nicht am Router, hat also keinen Strom gezogen. Funk-technisch war der Smart 3 mit dem Wifi-6-Laptop Asus ZenBook Flip15 und mit dem Wifi-6-Handy Samsung Galaxy Note10+ verbunden.

In diesem Setup hat der Telekom Smart 3 Minimum 9,65 Watt Strom im Standby benötigt. Beim aktiven Herunterladen mehrerer 1-GB-Datenpakete vom Synology-NAS-Server via WLAN auf den 11ax-Laptop hat er maximal 15,87 Watt aus unserer 230-Volt-Dose gezogen.


Der 11ac-Wifi-5-Mesh-Router Telekom Speedport Smart 3 hat im Standby knapp 9,7 Watt und bei mäßiger Funklast knapp 15,9 Watt Strom benötigt (Bild: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!DECT 200 Software).

Ein Mesh-verkoppelter Telekom Speed Home WiFi Repeater hat knapp 5,8 Watt im Standby und maximal 8,3 beim Internet-Surfen mit einem Samsung Galaxy Note10+ Smartphone benötigt.


Strombedarf des Telekom Speed Home WiFi Mesh Funkers: Knapp 5,8 Watt im Standby. Maximal 8,3 Watt beim Internet-Surfen mit einem Samsung Galaxy Note10+ Handy (Bild: Harald Karcher / mit AVM FRITZ!DECT 200 Software).

Zählt man den Strombedarf von 1x Router und 3x Mesh-Repeater zusammen, dann hat das komplette Mesh-Gespann circa 27 Watt im Standby und 41 Watt bei mäßiger Last verbraucht. Auch dies ein Grund, nicht mehr WLAN-Material zu installieren, als wirklich benötigt wird.

Der weiße Telekom Speedport Smart 3 kam im Juni 2018 auf den Markt. Ende Mai 2020 hat er 159,99 Euro bei der Telekom gekostet. Anderswo oft weniger, meist um 110 bis 120 Euro.

Der Telekom Speedport Smart 3 Router macht in seinem weißen, eleganten Kunststoffgehäuse einen wertigen Eindruck. Die drei länglichen Taster an der Front sind groß genug, um sie fast blind zu treffen. Der Druckpunkt spendiert schönes Feedback. Die Beschriftung ist gut leserlich. Die Netzwerk-Anschlüsse hinten sind farblich schön gegeneinander abgehoben und sehr übersichtlich. Die Bedienerführung in der Router-Software ist logisch durchdacht und leicht zu verstehen. Beim Hochfahren des Routers springt der Webbrowser automatisch durch einen Forced Redirect auf die Startseite des Router-Servers. Bequemer geht es kaum.

Beim USB-Port geizt der Telekom Smart 3 mit 1x USB-2.0. Die AVM Fritzbox 7590, der wohl schärfste Konkurrent, bietet 2x USB-3.0. Einen internen ISBN-Bus hat der Telekom-Funker nicht, die AVM 7590 schon. Dafür bietet der Telekom Smart 3 aber Optionen für die SmartHome-Vernetzung mit ZigBee, was eine AVM 7590 nicht vorsieht. Getestet haben wir den ZigBee-Funk am Smart 3 aber noch nicht.

Die WLAN-Leistung des Telekom Speedport Smart 3 Routers will offenbar nicht jeden Speed-Rekord knacken, wirkt für WLAN-Verhältnisse aber relativ stabil und ausgeglichen. Die Reichweite ist in beiden Bändern bei 2,4 und bei 5 GHz auch ohne Repeater schon so brauchbar, dass man in einer Funk-technisch unkomplizierten Wohnung bis circa 100 qm bei mäßigen Ansprüchen auch ohne zusätzliches Mesh-System auskommen sollte.

Die eingebaute Telekom_FON-Hotspot-Funktion hat sich im Test nicht lokal verwalten lassen. Allerdings haben wir den Telekom Speedport Smart 3 Router ganz ohne Telekom-Vertrag und ohne Telekom-DSL-Anschluss getestet. Dadurch konnten wir die vollen Funktionen eines zum Teil ferngesteuerten WLAN-Routers nicht voll erleben und auch nicht voll beurteilen.

Die lokale Koppelung mit zusätzlichen WLAN-Mesh-Geräten der Telekom hat im Test dagegen gut und leicht geklappt. Gerade im 5 GHz Band hat das Mesh System den Speed auch recht ordentlich in die hinteren Zimmer unserer Testwohnung getragen. Je nach Telekom-Vertrag ist beim Telekom Speed Home WiFi auch eine telefonische oder sogar Vor-Ort-WLAN-und-Mesh-Beratung durch einen Telekom-Techniker enthalten. Insgesamt hat uns der Telekom Speedport Smart 3 in fast allen Belangen voll überzeugt.

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