Tui Airways: Familie muss bei Flug auf dem Fußboden des Fliegers kauern


Bitteres Ende einer Urlaubsreise: Als die Taylors von der spanischen Mittelmeerinsel Menorca zurück nach Birmingham fliegen wollten, verlief am Airport in Mahon zunächst alles nach Plan. „Wir hatten sichergestellt, dass wir drei Stunden vor Abflug am Flughafen waren, um Sitzplätze nebeneinander zu bekommen“, erzählte Paula Taylor kürzlich der BBC. Beim Check-in hatten sie Bordkarten für die Plätze D, E und F in der Reihe 41 erhalten.

Doch als sie an Bord der Maschine kamen, mussten sie feststellen, dass es keine Reihe 41 gab. Was tun? Die Flugbegleiter improvisierten, und das Flugabenteuer nahm seinen Lauf: Nachdem alle Passagiere an Bord waren, wies die Crew der 10-jährigen Tochter den einzigen noch freien Sitzplatz zu. Ihre Eltern Paula und Ian Taylor mussten dagegen mit den so genannten „jump seats“ Vorlieb nehmen – Plätze der Crew, die sich in unmittelbarer Nähe der Bordküche befinden.

Nach dem Erreichen der Reiseflughöhe kam es bald zu einem Problem. Für den zweieinhalbstündigen Flug sollte der Kabinenservice beginnen. Dazu benötigt die Crew den gesamten Platz im Galley-Bereich. Denn hinter den Notsitzen befinden sich die Trolleys für den Snacks, Getränke und Duty-free-Waren.

Daher mussten die Taylor-Eltern aufstehen und sich sonst wo hinsetzen: auf dem Fußboden, wie Fotografien belegen. Später gesellte sich ihre Tochter dazu, weil sie nicht alleine bleiben wollte.

30-Pfund-Angebot als „Dankeschön“

Auf dem Flugzeugboden sei es „hart, alles andere als komfortabel und dreckig“ gewesen – eine Erfahrung, die „ich nie wieder machen möchte“, erinnern sich später die Taylors. Der Kopilot soll sich allerdings bei der Familie für „ihre Zusammenarbeit und ihr Verständnis“ ausdrücklich bedankt haben. Er sagte, „dass wir sonst die zugewiesene Startzeit verpasst hätten.“

Nach der Rückkehr hatte sich die Familien zunächst an Tui Airways gewandt, der Fluglinie Fotos von ihrem Menorca-Flug geschickt und um eine Stellungnahme beten. Nach ihren Angaben soll ihnen die Tui als Dankeschön für die unglücklichen Umstände 30 Britische Pfund angeboten haben.

Erst als die Taylors mit dem Vorfall durch die BBC Fernseh-Show „Rip-Off Britain“, eine Verbrauchersendung über Abzocke in Großbritannien, auf sich aufmerksam machten, erklärte sich die Airline bereit, ihnen die Flugtickets in Höhe von 1300 Britischen Pfund zu erstatten.

Nach Angaben der Civil Aviation Authority dürfen Passagiere unter bestimmten Umständen auf den „jump seats“ vorübergehend Platz nehmen, ihnen müssen aber während der gesamten Flugzeit Sitzplätze zugewiesen sein. Es ist nicht auszudenken, was im Falle von Turbulenzen mit den auf dem Fußboden Sitzenden und nicht angeschnallten Taylors passiert wäre.

Die britische Tui Airways, die ebenso wie die deutsche Tui Fly zur Ferienfliegergruppe Tui Aviation gehört, hat sich inzwischen entschuldigt. „Es tut uns für die Art und Weise Leid, wie die Situation behandelt wurde. Wir werden den Vorfall untersuchen“, wird ein Pressesprecher in der Zeitung „The Telegraph“ zitiert. Als Grund führt er einen „Flugzeugwechsel in letzter Minute“ an. Die neue Maschine – vermutlich eine Boeing 737 mit nur 189 Sitzplätze statt eine Boeing 757 mit 233 Sitzplätzen – hatte eine andere Sitzplatzkonfiguration – und damit keine Reihe 41.

Quellen: www.bbc.co.uk/programmes und www.telegraph.co.uk

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