TV-Kolumne „Kölner Treff“: Als es um Mutter geht, bekommt TV-Koch feuchte Augen


Der Mann, der „Männer“ gesungen hat, sollte eigentlich ein Mädchen werden und Friederike heißen. Ist das eine Information, die der Mensch über Herbert Grönemeyer bekommen muss? Es ist Freitagabend, und wir klettern weiter auf der Skala unnötigen Wissens.

Schauspielerin Margarita Broich hat zwei Söhne. Geboren sind sie im Abstand von acht Jahren. Und wie heißen die beiden? Der eine heißt Hans. Der andere heißt Franz. „Wie die Brüste von Heidi Klum!“, so jubelt man beim „Kölner Treff“ an diesem Abend im WDR. Es ist Familien-Special der Talkshow, und da gibt es kaum etwas, was privat bleiben wird.

Das Kind auf dem Autodach? Kannste vergessen

Bleiben wir für den Moment noch bei Margarita Bloich, der „Tatort“- und Theater-Schauspielerin. Sie plaudert über den Traum, den sie trotz des Altersabstandes beider Söhne immer wieder und bei beiden hatte.

Sie träumt, dass sie ihre Kinder in der Baby-Schale auf dem Autodach abstellt. Dass sie das Kind vergisst. Dass sie losfährt. Mag sein, dass der eine oder andere Analytiker an dieser Stelle hellwach wird. Für den unprofessionellen Zuschauer fällt diese Geschichte eher in die Kategorie „unnötiges Wissen“.

Hungern Robert Habecks Söhne?

Das geht 90 Minuten so weiter. Eine Nummern-Revue des praktizierten Familienlebens. Was interessiert am Grünen-Star Robert Habeck? Wir erfahren dieses: Er hat vier Söhne. Die essen alles. Wie das? „Die haben Hunger.“

Nehmen wir Karneval-Star Bernd Stelter. Er wollte viele Kinder. Er hat nur zwei. Wie das? „Wir haben gemerkt, dass auch zwei viele sein können.“ Nehmen wir Jürgen Drews. Als Jugendlicher hat sich der Ballermann-Star mit Marihuana zugeballert – und das unter Aufsicht seines Vaters. Wie das? Der Papa war Arzt und hat die Wirkung persönlich beaufsichtigt, damit nichts passiert.

Und dann? Die Gute-Nacht-Geschichte für den Freitagabend

In der ganz großen WDR-„Kölner Treff“-90-Minuten-Familiengeschichten-Show gibt’s kaum etwas Privates, das privat bleiben wird. Natürlich fließen auch die Tränen. Fernsehkoch und Moderator Horst Lichter erzählt mit feuchten Augen, wie nahe es ihm ging, als die Mutter ihn ermahnt hat, doch nicht immer der Clown zu sein. Im Krankenhauszimmer hat er die krebskranke Mutter über Monate in Richtung Tod begleitet.

Tränen fließen auch, als Schauspielerin Jessica Schwarz über den Tod ihres Vater spricht. Und auch Margot Hellwig hat feuchte Augen, als sie von ihrer 2010 verstorbenen Volksmusik-Mutter erzählt. Und dann gibt es die Schlafzimmergeschichte gleich hinterher: Ihr Mann toleriert das Bild der Mutter neben dem Ehebett. Wenn das keine Gute-Nacht-Geschichte für den Freitagabend ist.



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