TV-Kolumne: „Traumreise ohne Wiederkehr“: Was Kreuzfahrtschiffe gefährlich macht


TV-Kolumne: „Traumreise ohne Wiederkehr“ : „Perfekter Ort für Mord“: Experte erklärt, was Kreuzfahrtschiffe gefährlich macht

Das Verschwinden von DSDS-Star Daniel Küblböck von Bord eines Kreuzfahrtschiffs hat im September für Entsetzen gesorgt. Am Donnerstagabend hat der Sender RTL Fällen wie diesen eine ganze Sendung gewidmet. In „Traumreise ohne Wiederkehr – warum Menschen spurlos von Kreuzfahrtschiffen verschwinden“ ging es rund eine Stunde lang um die Fakten, die Reedereien am liebsten verschweigen.

Und das aus gutem Grund, denn Touristen locken diese sicher nicht. So verschwinden laut Bestsellerautor Sebastian Fitzek bis zu 23 Menschen jährlich auf Kreuzfahrten. Besonders dabei: Ob dahinter ein Unfall, Suizid oder ein Verbrechen steckt, ist in rund einem Drittel der Fälle unklar.

„Perfekte Ort für einen Mord“

Das liegt auch daran, dass auf den Schiffen mangelnde Ermittlungsarbeit geleistet wird, befindet Experte Ross Klein, der zahlreiche Statistiken zu Gefahren auf Kreuzfahrschiffen ausgewertet hat. Das Problem sei, dass es auf den schwimmenden Städten keine „unabhängige Polizei“ gebe. Stattdessen läge die „Deutungshoheit“ bei den Reedereien, die laut der Sendungsmacher kein Interesse daran haben, dass etwa ungeklärtes Verschwinden von Passagieren für Aufsehen sorgt.

Soziologe Klein ist der Meinung, dass Kriminelle auf Kreuzfahrtschiffen daher leichtes Spiel haben: „Es ist der perfekte Ort für einen Mord“, sagt er. „Es gibt nur wenige Kameras an Bord und wenige Zeugen.“ Das mache beispielsweise die Wahrscheinlichkeit, dass ein Passagier überführt wird, der einen anderen nachts über Bord wirft, „äußerst gering“.

„An der Reling stand ihre Handtasche“

Was es bedeutet, wenn auf einem Schiff unter hunderten Menschen eine Person nachts verschwindet, musste Renate Schäfer aus Nordrhein-Westfalen erfahren. 2007 war ihre Schwester Irmi plötzlich bei einer Kreuzfahrt verschwunden.

Die Reise hatte sie zusammen mit ihrem Ehemann angetreten. Während der Kreuzfahrt trennte sich der jedoch von ihr. Nach einem gemeinsamen Essen legte er sich laut Schäfer dann ins Bett in die gemeinsame Kabine, Irmi wollte erst später folgen. Doch sie kam nie – und wurde nie wieder gesehen. „An der Reling standen ihre Handtasche und ihre Schuhe und die Brille und sie war nicht mehr da“, so Renate Schäfer.

„Wir haben null Informationen erhalten“

Was genau passierte, ist bis heute unklar. Das liegt auch daran, dass die Reederei Nachforschungen von Seiten der Familie abblockt. „Wir haben null Informationen erhalten“, so der Anwalt der Familie. „Sehr verzweifelt“ sei sie deswegen gewesen, sagt Renate Schäfer. Auf dem Friedhof hat ihre Familie mittlerweile ein Foto der verschwundenen Schwester auf dem Grabstein angebracht – damit sie nicht vergessen wird.

Doch in der Sendung bringt RTL auch Fakten zur Sprache, die erklären, wieso jährlich allein über zwei Millionen Deutsche auf Kreuzfahrt gehen. So betont beispielsweise Schiffbau-Ingenieur Stefan Krüger wie sicher die Schiffe seien. Die Taxifahrt zum Flughafen sei da gefährlicher sei als die Reise auf einem Kreuzfahrtschiff.

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