US-Verbündete aus Regierung und Militär per WhatsApp-Hack ausgespäht

WhatsApp untersucht die näheren Umstände der Hacks, die mit Hilfe der israelischen NSO Group durchgeführt sein sollen. Dabei soll sich herausstellen, dass eine große Zahl der Angegriffenen Regierungsmitarbeiter und Militärvertreter aus mit den USA verbündeten Ländern sind.

Die Affäre um die WhatsApp-Hacks, die mit Hilfe der israelischen Überwachungsfirma NSO durchgeführt worden sein sollen, bekommt eine diplomatische Dimension. Sah es zunächst so aus, als seien vor allem Journalisten und Menschenrechtsaktivisten betroffen, so zeigt sich exklusiven Informationen der Nachrichtenagentur Reuters zufolge ein etwas anderes Bild.

Richtete sich der Spähangriff hauptsächlich gegen US-Verbündete?

Danach soll ein „erheblicher Anteil“ der Betroffenen aus hochrangigen Regierungsmitarbeitern und Militärvertretern bestehen, die allesamt aus Ländern stammen, die als US-Verbündete gelten. Dabei ist, wie schon bislang, die Rede von 20 Ländern auf fünf Kontinenten und insgesamt rund 1.400 Betroffenen. Reuters Quellen nennen hier die Vereinigten Staaten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Mexiko, Pakistan und Indien. Reuters konnte indes nicht ermitteln, ob Regierungsmitarbeiter oder Militärvertreter in diesen Ländern tatsächlich betroffen waren.

Weiterhin unklar ist, wer für die Durchführung der Hacks verantwortlich ist. Die NSO Group hatte klargestellt, dass sie ihre Spyware-Lösungen ausschließlich an Regierungen verkaufe. Insofern sei sich das Unternehmen keines Fehlverhaltens bewusst; insbesondere sei man nicht direkt an den Angriffen beteiligt gewesen.

Facebook ist sicher, dass NSO hinter den Angriffen steckt

Facebook sieht das anders und hat Klage eingereicht. Laut WhatsApp-Chef Will Cathcart konnten die Angriffe zu NSO-Servern zurückverfolgt werden. Allerdings war es nicht gelungen, die eigentlichen NSO-Kunden ausfindig zu machen, die letztlich für die Auswahl der Ziele verantwortlich waren.

Derweil weist die indische Regierung die Verantwortung für das Ausspähen indischer Bürger weit von sich und verlangt von Whatsapp umfassende Erklärungen. In dem asiatischen Land war der Verdacht aufgekommen, dass die eigene Regierung womöglich hinter den Attacken auf etwa zwei Dutzend indische Journalisten, Anwälte und Menschenrechtsaktivisten stecken könnte.

Whatsapp hatte alle Betroffenen im Laufe dieser Woche darüber informiert, dass sie Gegenstand des Angriffs geworden waren. Es ist denkbar, dass sich weitere Betroffene direkt zu Wort melden werden. So würde das Ausmaß der Attacke mit der Zeit immer deutlicher.

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