Wallboxen im Test: Die beste Ladestation für Ihr Auto


Wallboxen im Test: Staatliche Förderung kommt: Welche Ladestation ist die beste für Ihr Elektroauto?

Was ist beim Kauf einer Heim-Ladestation für das Elektroauto zu beachten? Der ADAC hat zwölf Wallboxen mit Ladeleistungen von 3,7 bis 22 Kilowatt getestet. Und dabei verglichen, wie gut sie laden, wie sie zu handhaben sind und wie sicher sie sind.

Wer sich ein Elektroauto zulegt, braucht eine Ladestation für zu Hause – eine sogenannte Wallbox. Wallboxen sind meist beim Händler erhältlich, der das Elektroauto verkauft. Doch inzwischen gibt es auch viele Angebote auf dem freien Markt. Das Verkehrsministerium will private Ladestationen finanziell fördern, eine Milliarde Euro sollen dafür bereitgestellt werden. Welche Boxen sind ihr Geld wert?

Drei Wallbox-Modelle sind mangelhaft

Je nach Ladeleistung und Ausstattung kostet eine Wallbox beim Händler zwischen 500 und 2500 Euro. Einige Bausätze sind im ­Online-Handel sogar schon um die 300 Euro erhältlich. Hinzu kommen immer die Kosten für die Installation. Denn der ­Anschluss einer Wallbox ans Hausnetz ist absolut nichts für Hobbybastler und darf nach den gültigen Rechtsvorschriften nur von einer Elektrofachkraft ausgeführt werden. 

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Doch kann man den angebotenen Geräten vertrauen? Wir haben es ausprobiert und zwölf Modelle – mit Ladeleistungen von 3,7 kW bis 22 kW – einem Systemvergleich unterzogen. Getestet wurden die Zuverlässigkeit beim Laden, die Einfachheit der Bedienung sowie die Sicherheit.

Video: Das Tesla Model 3 im Test

 

Das Testergebnis legt große Unterschiede offen. Zwar erhielten immerhin sechs Boxen die Note „sehr gut“ oder „gut“ und sind damit uneingeschränkt empfehlenswert. Drei Boxen haben jedoch so große Schwächen, dass sie – gerade noch „ausreichend“ – als nicht empfehlenswert eingestuft werden müssen. Und drei Geräte sind für den Benutzer so gefährlich, dass sie mit „mangelhaft“ durchfallen. 

Testsieger wurde die 11-kW-Wallbox des deutschen Herstellers ABL, mit 865 Euro preislich im Mittelfeld (Note 1,0). Ebenfalls ein „sehr gut“ (Note 1,4) bekam die 22-kW-Box von Mennekes, die den Akku doppelt so schnell auflädt, aber auch doppelt so teuer ist.

Wallboxen mit 3,7 bis bis 4,6 kW

Im Video: Der Audi e-tron

 

Empfehlenswert: Universell einsetzbare Ladestationen

Weiterhin empfehlenswert sind die Boxen von Keba (Note 1,3) Innogy (Note 1,6), Wallbe (Note 1,7) und Schneider Electric (Note 1,8). Alle diese Ladestationen sind zuverlässig und lassen sich einfach bedienen. Allerdings haben die Innogy und die Schneider Electric – trotz ihrer recht hohen Preise – keinen Gleichstromfehlerschutz (FI B) verbaut, welcher dann zwingend in der Hausinstallation nachzurüsten ist. Die Kosten, allein für die Hardware, betragen hier zwischen 300 und 400 Euro. Und der Arbeitslohn für den Einbau kommt noch obendrauf. Das heißt, das Preis-Leistungs-Verhältnis dieser beiden Boxen ist längst nicht mehr so gut, wie es im Prospekt klingt.

 

Bei den Boxen von Keba und Wallbe muss lediglich der Wechselstromfehlerschutz (FI A) ergänzt werden. Das ist zumindest auf der Hardware-Seite deutlich günstiger, denn ein FI A-Schalter kostet nur zwischen 20 und 40 Euro, zuzüglich Installationsaufwand.

Warnung vor Billig-Wallboxen

Warnen muss man vor den beiden im Internet erhältlichen Billiggeräten von Annies-Carparts und Franz ­Röcker. Andreas Habermehl, Experte beim Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH), der die Tests des ADAC fachlich begleitete, erklärt, warum: „Diese Ladeboxen schalten bei einer Fehlermeldung des Autos überhaupt nicht ab. Das ist extrem gefährlich, weil es zum Brand oder zu Personenschäden führen kann.“ 

Weil das erste Elektroauto ja nicht un­bedingt das letzte sein muss, empfehlen wir grundsätzlich den Kauf einer Wallbox, die universell einsetzbar ist. Am ­besten eignet sich dafür eine 3-phasige 11-kW-Wallbox wie die vom Testsieger ABL. Mit ihr kann 1-phasig mit 3,7 kW (z. B. Nissan Leaf), 2-phasig mit 7,4 kW (z. B. VW e-Golf) oder auch 3-phasig mit 11 kW (z. B. Renault ZOE) geladen werden. Sie lädt selbst bei nur 3,7 kW Ladeleistung über Nacht rund 30 kWh in die Batterie. Das reicht für über 150 Kilometer – und das ist in den meisten Fällen mehr als die Strecke zur Arbeit.

Video: Nissan Leaf 2 im Praxistest

 

Das Prinzip einer Wallbox

Eine Wallbox verbindet ein Elektroauto mit dem Stromnetz. Dazu braucht sie:

  • eine standardisierte Steckverbindung
  • eine standardisierte Kommunikation mit dem Elektroauto
  • einen elektrischen Schalter

Für den sicheren Betrieb sind elektrische Schutzeinrichtungen zwingend erforderlich und auch ausdrücklich vorgeschrieben! 

Sind diese nicht in der Wallbox verbaut, müssen sie in der Hausinstallation, also außerhalb der Wallbox, vorgesehen werden. Das ist zulässig, verursacht aber zusätzliche Kosten.

Einfacher ist es, wenn die Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler bereits in der Wallbox verbaut sind (siehe Abbildung oben).

5 Tipps für den Kauf und die Installation

  • Die Installation ist nichts für Hobby-Elektriker, sondern die Aufgabe einer Elektrofachkraft
  • Wenn kein Gleichstromfehlerschutz verbaut ist, wird’s teuer
  • Ein fest angebrachtes Ladekabel erhöht den Komfort
  • Bei einer Störung sollte ein kompetenter Kundendienst verfügbar sein
  • Optimal ist eine 3-phasige 11-kW-Wallbox, mit der alle Elektroautos aufladbar sind

*Der Beitrag „Staatliche Förderung kommt: Welche Ladestation ist die beste für Ihr Elektroauto?“ stammt von ADAC. Es gibt keine redaktionelle Prüfung durch FOCUS Online. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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Text: Wolfgang Rudschies. Fachliche Beratung: ADAC Ressort Test und Technik. Fotos: ADAC/Uwe Rattay.



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