Wann muss Urlaub genommen werden?

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Weihnachtliche Dekoration: Der Arbeitgeber muss dem Wunsch nach Urlaub an Weihnachten oder Silvester nicht entsprechen. (Quelle: Westend61/imago images)

Einige ruhige Tage mit der Familie, danach Skifahren in den Bergen oder ab ins Warme: Zwischen Weihnachten und Silvester wollen viele Arbeitnehmer freihaben. So einfach ist das häufig aber nicht.

Muss der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer Weihnachtsurlaub gewähren? Die Grundregel unabhängig von Weihnachten lautet erstmal: Arbeitnehmer haben Anspruch, in den von ihnen gewünschten Zeiträumen Urlaub zu nehmen. Lehnen Unternehmen dies ab, müssen sie dafür betriebliche Gründe angeben: Das heißt, der Arbeitgeber muss erklären, warum er den Urlaub nicht gewähren kann.

Überblick über die Arbeitstage und Feiertage zum Jahresende

  • 24. Dezember (Heiligabend): normaler Arbeitstag
  • 25. Dezember (1. Weihnachtsfeiertag): Feiertag
  • 26. Dezember (2. Weihnachtsfeiertag): Feiertag
  • 27. bis 30. Dezember: normaler Arbeitstag
  • 31. Dezember (Silvester): normaler Arbeitstag
  • 1. Januar (Neujahr): Feiertag

Wichtig: Handelt es sich um einen normalen Arbeitstag bei einer regulären 5-Tage-Woche und nicht um ein Wochenende, muss der Arbeitnehmer für einen freien Tag Urlaub einreichen. 

Weihnachten und Silvester: Halber oder ganzer Urlaubstag?

Kurz vor Jahresende kommt oftmals die Frage auf: Muss an Heiligabend und an Silvester gearbeitet werden? Ja. Heiligabend und Silvester sind Arbeitstage. Viele Unternehmen haben in Betriebsvereinbarungen oder in allgemeinen betrieblichen Regelungen festgelegt, dass Mitarbeiter an diesen Tagen nur einen halben Urlaubstag nehmen müssen, um den ganzen Tag frei zu haben.

Laut Bundesurlaubsgesetz § 5 Abs. 2 BUrlG ist die reine Erteilung von halben Urlaubstagen unzulässig. Das bedeutet, halbe Urlaubstage sind auf ganze Urlaubstage aufzurunden. Also: Aus einem halben Urlaubstag am 24. und 31. Dezember wird jeweils ein ganzer Urlaubstag.

Abgelehnter Urlaubswunsch: Arbeitgeber kann abwägen

Ist für die Aufrechterhaltung der Betriebsabläufe eine bestimmte Anzahl an Mitarbeitern erforderlich oder dient die Arbeit der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung oder der Grundversorgung, kann der Arbeitgeber oder Dienstherr einen bestimmten Urlaubswunsch ablehnen.

Dabei gilt es abzuwägen: So könnten zum Beispiel Arbeitnehmer mit schulpflichtigen Kindern Vorrang haben, wenn der Skiurlaub nur in der Ferienzeit möglich ist. Wer keine vergleichbaren familiären Verpflichtungen hat, muss eventuell zurückstehen und auch an den Feiertagen – wie Weihnachten und Silvester – zur Arbeit erscheinen.

Auch ein Ehe- oder Lebenspartner, der nur in diesem Zeitraum Urlaub bekommt, wäre ein starkes Argument. Ebenso kann ein Arbeitnehmer Urlaub bekommen, der im Vorjahr an den Feiertagen vor Ort war. Am Ende liegt es in der Entscheidungsbefugnis des Unternehmens, einen gerechten Ausgleich herzustellen.

Das letzte Mittel der Wahl: In festgefahrenen Situationen kann man versuchen, die Gewährung des Urlaubs per einstweiliger Verfügung vor einem Arbeitsgericht durchzusetzen.

Betriebsferien: Urlaub kann angeordnet werden

Wenn der Betrieb in der Zeit zwischen den Jahren keine Aufträge bearbeiten muss, kann er auch Betriebsferien anordnen. Dann müssen Arbeitnehmer Urlaubstage in dem Zeitraum nehmen. Doch umgekehrt ist es auch möglich, dass rund um Weihnachten eine Urlaubssperre verhängt wird. Das ist zum Beispiel in Hotels in Urlaubsregionen denkbar, in denen über Weihnachten und Neujahr Hochsaison ist.

Krank an den Feiertagen: Urlaub wird gutgeschrieben

Nicht wenige nehmen über Weihnachten und zum Jahresende noch ihren restlichen Urlaub. Erkranken Arbeitnehmer in dieser Zeit, gehen die Urlaubstage nicht verloren. Vorausgesetzt ist, dass die Beschäftigten sich unverzüglich bei ihrem Arbeitgeber melden – das gilt auch beim Urlaub im Ausland. Zudem müssen sie darauf achten, die Krankschreibung rechtzeitig bei ihrem Arbeitgeber einzureichen. Das kann je nach vertraglicher Regelung am ersten, zweiten oder auch dritten Tag der Fall sein. Die gutgeschriebenen Urlaubstage können Arbeitnehmer mit in das neue Jahr nehmen. Das gilt auch, wenn nach betrieblicher Regelung dies eigentlich nicht erlaubt ist.

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