Warentest prüft E-Scooter – bis auf zwei Modelle fallen alle durch

E-Scooter sind nicht leicht zu beherrschen. Wer so fahren will, muss lange üben (Symbolbild).  ©StefaNikolicGetty Images

Das war wohl nichts: Sieben klappbare E-Scooter wurden von Warentest überprüft und fünf waren mangelhaft. Ein teures Modell schnitt mit „Gut“ ab, ein Schnäppchen kam immerhin auf die Note „Befriedigend“. Alle anderen Modelle fielen mit Sicherheitsproblemen oder wegen Schadstoffen durch – darunter auch Geräte zum Preis von über tausend Euro.

E-Scooter sind seit dem letzten Sommer in Deutschland erlaubt. Die Diskussion drehte sich meist um die Leihgeräte, aber es gibt auch Geräte zum Kauf – mit der notwendigen Straßenzulassung. Weil der E-Scooter auch ohne Muskeleinsatz fährt, wird er anders als ein E-Bike behandelt. Man benötigt wie beim Moped eine extra Versicherung und ein Kennzeichen.

Kauf auf Dauer billiger

Ein Kaufroller kann sich durchaus lohnen, denn die Leihgeräte sind bei täglichem Gebrauch sehr teuer. Vor allem für diejenigen, die zwar eine gute Nahverkehrsanbindung haben, aber ein gutes Stück zum Bahnhof oder zur Haltestelle zurücklegen müssen, kann sich ein E-Scooter für die „letzte Meile“ lohnen. Denn er kann anders als ein Fahrrad zu jeder Zeit in Bus und Bahn mitgenommen werden.

Der Einsatzzweck muss beim Kauf bedacht werden. Der Pendler sollte ein leichtes, nicht zu großes und vor allem zusammenklappbares Modell wählen, dass er es zwischendurch tragen kann. Wer einen Scooter als Kurzstreckenfahrzeug ohne Zwischenstation in Bus und Bahn benutzt, ist mit einem größeren und komfortableren Scooter besser bedient.

Im Test waren ausschließlich klappbare Scooter. Sie kosten zwischen 350 und 1170 Euro, fahren wie vorgeschrieben bis zu 20 km/h und wiegen zwischen 11 und 17 Kilogramm.

Muss man das Gerät tragen?

Zwei Geräte gingen bei den Belastungstests zu Bruch. Bei dreien wurden die Bremsen bemängelt. Fahren ließ sich mit den Scootern ganz gut, solange der Boden perfekt war. Bei Unebenheiten machen sich die Mini-Räder bemerkbar. Je kleiner, umso stärker reagieren sie auf Schlaglöcher. „Insgesamt wirken die getesteten Klapp-Modelle etwas weniger robust als E-Scooter zum Mieten“, so Nico Langenbeck von Warentest. Wer seinen Roller nicht tragen und transportieren muss, kann sich nach einem Leihscooter umsehen, einige Firmen bieten ihre Modelle auch Privatkunden an.

Die Akkus der Testkandidaten besitzen eine Kapazität von 187 bis 461 Wattstunden. Meist lassen sie sich nicht zum Aufladen entnehmen. Die von den Warentestern ermittelte Reichweite liegt immer unter den angegebenen Werten. Was auch nicht verwundert, denn hier wurde mit satten 100 Kilogramm Belastung und Spitzengeschwindigkeit gemessen. Die meisten Geräte schafften über 15 Kilometer, einige sogar über 30. Im Vergleich zu einem E-Bike ist das wenig, beim Scooter arbeiten die Beine eben nicht mit. Anderseits ist der Scooter nur für kurze Entfernungen gedacht. Mehr als 5 Kilometer in einem Stück machen damit keinen Spaß. Aber angesichts der kurzen Reichweite müssen die Geräte regelmäßig aufgeladen werden.

Nur zwei Geräte sind brauchbar

Da alle anderen durchgefallen sind, können die Tester nur zwei Scooter empfehlen. Testsieger wurde Walberg The-Urban #BRLN V3 für 950 Euro mit der Note „Gut“. Zum ihm heißt es: „Fährt sich angenehm, auch bei Ausweichmanövern und auf holpriger Strecke – dank guter Federung und wohl dosierbarer Bremsen.“ Das Gerät wirkt robust und hat ein breites Trittbrett mit rutschfestem Belag. Der IO Hawk Sparrow-Legal kommt auf die Note „Befriedigend“. Für ihn spricht sein Preis von nur 350 Euro. „Robuster Scooter mit breitem, rutschfestem Trittbrett. Schnitt beim Fahrverhalten und Fahrkomfort mittelmäßig ab,“ so das Urteil. Beim ihm gibt es Probleme mit der Fußbremse, und die Lenkerhöhe lässt sich nicht an die Körpergröße anpassen.

„The-Urban“ wiegt 15 Kilogramm, der Sparrow-Legal 13,5 Kilogramm. Man sollte also nicht glauben, dass es beladen mit der Aktentasche ein Vergnügen ist, so ein Gerät die Treppe rauf und runter zu tragen. In der Praxis lernt man allerdings schnell, den Scooter wie einen Rollkoffer hinter sich her zu ziehen.

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