Warum Tesla eine Bestellung über 85 Model 3 stornierte


Die Tesla-Flotte bei Nextmove – ein Model 3 ist nicht dabei. (Foto: Nextmove)

Tesla hat offenbar die Bestellung von 85 Model 3 im Wert von rund fünf Millionen Euro an den deutschen Elektroauto-Vermieter Nextmove gecancelt. Dessen Chef spricht von „Servicehölle“.

Von einer „Produktionshölle“ hatte Tesla-Chef Elon Musk im Oktober 2017 gesprochen, als es gröbere Probleme bei der Fertigung des Model 3 gab. Jetzt könnte der Elektroautobauer in der „Servicehölle“ angekommen sein. Das vermutet zumindest Stefan Moeller, Geschäftsführer von Deutschlands größter Elektroauto-Vermietung Nextmove. Denn von den 100 Ende 2018 bestellten Tesla Model 3 hat Nextmove nur 15 erhalten – in teils schlechtem Zustand. Die restlichen 85 Fahrzeuge der Lieferung hat Tesla storniert, wie elektroauto-news.net schreibt.

Model 3 mit Qualitätsmängeln ausgeliefert

Demnach hätten die im Frühjahr gelieferten 15 Model 3 zum Teil schwere Qualitäts- und Sicherheitsmängel gehabt. Nur jedes vierte Fahrzeug sei fehlerfrei geliefert worden. In einigen Fällen, so Nextmove, seien die E-Autos nicht einmal fahrtüchtig gewesen. Eine fehlerfreie Übergabe und termingerechte Reparatur habe Tesla nicht ermöglicht. Stattdessen habe der Elektroautohersteller Nextmove ein Ultimatum gesetzt. Innerhalb von 24 Stunden hätte Nextmove nach eigenen Angaben die 15 Model 3 annehmen müssen.

Nach Ablauf des Ultimatums seien die restlichen 85 Model 3 aus der Bestellung gleich ganz storniert worden. Weitere Versuche des E-Auto-Vermieters, Model 3 online zu bestellen, seien gescheitert. Tesla habe dem Unternehmen dabei Fahrzeuge als neu angeboten, die schon einmal auf eine Privatperson zugelassen gewesen seien. Das hätte unter anderem bedeutet, dass Nextmove keine Förderung bekommen und die Umsatzsteuer nicht als Vorsteuer beim Finanzamt hätte geltend machen können.

„Wir denken, dass Tesla sich im Service stark verbessern muss, wenn das Unternehmen im Massenmarkt bestehen möchte“, erklärt Moeller. Die gesamte Geschichte aus Nextmove-Sicht erzählt der Firmenchef in einem Youtube-Video. Tesla sieht das Ganze etwas anders. Gegenüber Bloomberg sagte ein Konzernsprecher, dass die Entscheidung Nextmoves, den Auftrag zu stornieren, nicht ausschließlich auf Qualitätsprobleme zurückzuführen sei – offenbar sind beide Parteien nicht einig, wer den Auftrag storniert hat. Tesla habe Nextmove zudem Mietwagen angeboten. Außerdem sei das Problem mit der Zulassung nur vorübergehend gewesen.

Model 3: Beschwerden über Service-Qualität bei Tesla

Nextmove dürfte mit seinem Appell an einen besseren Service für den deutschen Markt aber nicht allein dastehen. Auf Social-Media-Plattformen und in Online-Foren mehren sich Beschwerden von Verbrauchern in Deutschland, dass der Tesla-Service hierzulande nur schwer erreichbar sei. Auch unter dem Nextmove-Video gibt es eine Reihe von Bestätigung für die Aktion des Vermieters. Der Konzernsprecher sieht derweil keine gröberen Probleme beim Service-Thema in Deutschland. Tesla ist zudem derzeit dabei, die Zahl seiner Servicecenter in Deutschland auf 17 auszubauen.

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