Was machen wir heute? Streaming-Vorschläge für den Montag

Cover des Katalogs zur Ausstellung

Kunst-Tipp

Vor exakt 500 Jahren, am 6. April 1520, starb Raffael mit nur 37 Jahren in Rom. Die Staatlichen Museen Berlin (SMB) zeigen schon seit Jahresbeginn in der Gemäldegalerie und im Kupferstichkabinett ihre Schätze des großen Malers der Hochrenaissance. Und auch diese Ausstellungen sind natürlich aktuell nicht zugänglich. Aus Anlass des Todestages ist es heute möglich, wenigstens den Katalog von „Raffael in Berlin“ kostenlos runterzuladen. Am Sonntag hat der Link noch nicht funktioniert, hoffen wir, dass er am Montag freigeschaltet ist. Und wenn nicht, kann man sich mit einem Beitrag von Dagmar Korbmacher, Direktorin des Kupferstichkabinetts, trösten. Auf dem SMB-eigenen Blog erklärt sie die anhaltenden Faszination, die Raffael bis heute auf uns ausübt.

Klassik-Tipp 1

Auch das Deutsche Symphonie-Orchester hat sein Streamingangebot ausgeweitet. Heute um 16 Uhr startet auf der Webseite die achttteilige Serie „Monumente der Klassik“ mit Mozart letzter Symphonie Nr. 41, der „Jupiter“-Symphony. Ehrendirigent Kent Nagano steht nicht nur am Pult, sondern erläutert auch das Werk. In den nächsten drei Wochen wechselt der Spielplan immer montags und mittwochs, die Videos sind für jeweils 48 Stunden online, immer dirigiert von Kent Nagano. Auf Mozart folgt Beethovens „Eroica“, Händels „Messias“, Schumanns „Rheinische“ Symphonie, Brahms‘ Vierte, Wagners „Parsifal“ (Baden-Baden 2005), Bruckners Achte und die „Alpensymphonie“ von Richard Strauss.

Theater-Tipp

Die Corona-Krise hat so manchen Dauerbrenner aus den Nachrichten verdrängt. Brexit? Flüchtlinge? Erderwärmung? War da was? Der NSU war, gemessen an der Schwere seiner Taten, eigentlich nie so richtig drin. Wie gut, dass sich wenigstens das Theater mit der mörderischen Gruppe auseinandersetzt. Heute ab 18 Uhr steht auf dem „Kammer 4“ genannten Online-Spielplan der Münchner Kammerspiele „Das Erbe – ein Assoziation zum NSU“ von Olga Bach, Ersan Mondtag und Florian Seufert.

Klassik-Tip 2

Man könnte es angesichts der Lage glatt vergessen, aber: Wir haben ein Beethoven-Jahr, natürlich. Opernhäuser haben da nicht so viel Auswahl. Der Meister von Symphonie und Streichquartett hat bekanntlich nur eine einzige Oper komponiert – aber die immerhin zweimal umgeschrieben, so dass heute drei Fassungen existieren. Die Deutsche Oper Berlin zeigt nur noch heute (!) die Aufzeichnung einer „Fidelio“-Inszenierung an der Bismarkstraße von 1963, Regisseur war damals Gustav Rudolf Sellner, die Titelheldin sang Christa Ludwig, Artur Rother stand am Pult.

Sängerin Christa Ludwig, geboren 1928 in Berlin, steht 2013 in Cannes am Meer.Foto: dpa/Guillaume Horcajuelo

Pop-Tipp

In der Welt des Indierock ist Ben Gibbard, Sänger der US-Band Death Cab For Cutie, ein König. Wie alle seine Kolleg*innen ist er in seinem Aktionismus gerade auf die eigenen vier Wände beschränkt. Dort schrammelt er, mit der akustischen Gitarre vor seiner Trophäenwand mit Goldenen Schallplatten sitzend, in erstaunlich kurzen Intervallen Einpersonen-Heimkonzerte zusammen, deren Repertoire sich aus den Wünschen seiner Fans speist. Besonders charmant: 50 Minuten lang spielt er launisch anmoderierte Coverversionen von R.E.M., The Cure, Neil Young, Hall & Oates, Kris Kristofferson, Simon & Garfunkel oder Morrissey. Vor dessen „Everyday Is Like Sunday“ erklärt Gibbard, dass er die in jüngeren Äußerungen des in Ungnade gefallenen Britpop-Helden vertretenen Ansichten zwar keineswegs billige, aber dennoch nicht aufgehört habe, seine Musik zu lieben.

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