Welche Schlüsse der 1. FC Union aus dem Trainingslager zieht

Ist zufrieden. Trainer Urs Fischer geht optimistisch in die Rückrunde mit dem 1. FC Union.FOTO: SOEREN STACHE/DPA

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Ganz so schlimm, wie es Christopher Lenz Mitte der Woche befürchtet hatte, war es dann doch nicht. „Wir fliegen noch mit einer halbleeren Maschine zurück“, hatte der Außenverteidiger nach den vorzeitigen Abreisen von Manuel Schmiedebach (wurde Vater), Joshua Mees (schwere Muskelverletzung im Oberschenkel), Lennard Maloney (Knie) und Tim Maciejewski (krank) flapsig gesagt.

Die Reisegruppe des 1. FC Union ist in der Tat deutlich kleiner geworden in den acht Tagen im Trainingslager, war am Sonntag auf dem Rückflug aus dem spanischen Alicante aber immer noch groß genug. Urs Fischer will sich ob der Ausfälle erst gar nicht groß aufregen und zieht ein sehr positives Fazit. „Ich bin zufrieden, weil wir das umsetzen konnten, was wir geplant hatten“, sagt Unions Trainer.

Union bezwingst Ferencvaros Budapest mit 3:2

Bei fast durchgehend strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen um die 15 Grad forderte Fischer viel von seinem Team. Gleich drei Testspiele absolvierten die Berliner und bezwangen am Samstag den Ungarischen Meister Ferencvaros Budapest mit 3:2. Zuvor hatte es einen Sieg und ein Unentschieden gegen belgische Zweitligisten gegeben. Zudem bat Fischer sein Team zu fünf fußballerisch geprägten Einheiten sowie schweißtreibender Arbeit im athletischen Bereich auf den Platz.

Es war für die Profis sicher kein Erholungsurlaub, auch wenn die Hotelanlage mit einer großen Golfanlage, mehreren Tennisplätzen sowie einem Schwimmbad sowie das nahe Mittelmeer dafür durchaus geeignet gewesen wären. „Wir haben zwei sehr gute Plätze gehabt, kurze Wege – wenn man dann noch das Wetter sieht, kann man schon von optimalen Bedingungen sprechen”, sagt Fischer, der sich auch von den mehreren Hundert mitgereisten Fans begeistert zeigt. Mittlerweile habe er sich daran gewöhnt, so viele Zuschauer beim Training zu haben. „Das gibt dir ein gutes Gefühl. Viele Klubs kennen das nicht und sind neidisch“, sagt Fischer. Am Samstagabend ließen die Berliner den Spanien-Aufenthalt mit dem traditionellen Fanabend gesellig ausklingen.

Fußballerisch lag der Fokus vor allem auf Präzision, Schnelligkeit und Automatismen im offensiven Bereich. Sehr akribisch korrigierten Fischer und sein Trainerteam Ballannahmen, Pässe und Abschlüsse. In den Spielformen sollte meist mit ein oder zwei Ballberührungen gespielt und die gegnerische Abwehr beim schnellen Umschalten mit Läufen in die Tiefe überwunden werden. „Der erste Kontakt muss sitzen“, schallte es immer wieder über den Platz. „Vielleicht habe ich ein bisschen anders gecoacht“, sagte Fischer, zeigte sich mit den Fortschritten seiner Mannschaft aber zufrieden.

Taktisch war im Gegensatz zu großen Teilen der Hinrunde wieder vermehrt eine Viererkette in der Abwehr zu sehen. Da mit Marvin Friedrich, Neven Subotic und Michael Parensen aber nur drei Innenverteidiger vollständig fit sind, war dies fast zwangsläufig der Fall. „Wenn die Spieler nicht zur Verfügung stehen, musst du dir was überlegen“, sagte Fischer. „Das hat natürlich Einfluss auf unser erstes Spiel.“

In der Generalprobe gegen Budapest begann Union mit einer Dreierkette. Der Schweizer Trainer geht davon aus, dass entweder der mit Fußproblemen und einer Grippe mehrere Tage pausierende Florian Hübner oder Keven Schlotterbeck bis zum Spiel in Leipzig am kommenden Samstag fit werden. Damit wäre die Dreier- beziehungsweise Fünferabwehr die wahrscheinlichste taktische Option.

Schlotterbeck gehört für Fischer neben Grischa Prömel zu den positivsten Personalien des Trainingslagers. Die beiden Schwaben fehlten zuletzt länger verletzt und konnten ihr Pensum in Campoamor sukzessive steigern. „Keven ist auf einem sehr guten Weg und sicher weiter als Grischa“, sagt der Trainer. „Aber Grischa hat Riesensprünge gemacht.“ Dennoch fordert Fischer Geduld.

Urs Fischer rechnet mit einer schweren Rückrunde

Für das Spiel gegen Leipzig sieht Unions Coach sein Team auch so gut gerüstet. Die Sachsen hätten eine tolle Hinrunde gespielt und das müsse man auch als gegnerischer Trainer anerkennen. „Wir werden bereit sein“, sagt Fischer dennoch. „So wie wir auch An der Alten Försterei bereit waren.“ Im ersten Bundesliga-Spiel der Vereinsgeschichte verlor Union bekanntlich 0:4, hat seitdem aber große Fortschritte gemacht.

Wie seine Spieler rechnet auch der Trainer damit, dass die Rückrunde schwerer wird als die ersten 17 Spiele. Den Grund sieht er aber nicht darin, dass die Gegner Union nun besser kennen und nicht mehr unterschätzen würden. Das habe schon vorher niemand getan. Fischer erwartet die Herausforderung eher im mentalen Bereich. „Wenn nur noch sieben oder acht Spiele anstehen, löst das etwas ganz anderes aus, als wenn es noch 25 sind. Es geht um die Wurst und das gibt eine andere Dynamik. Darauf müssen wir vorbereitet sein.“

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